Erster Bitcoin-ETF vor dem Börsenstart – was Anleger jetzt wissen müssen

Schweizer Krypto-Premiere
Erster Bitcoin-ETF vor dem Börsenstart – was Anleger jetzt wissen müssen
Ab Mitte November gibt es den ersten echten Schweizer Bitcoin-ETF. Das Produkt bringt Chancen, birgt aber auch Risiken. Blick zeigt, wie der neue Kryptofonds funktioniert – und für wen er sich wirklich lohnt.
Publiziert: vor 28 Minuten
- Der erste Schweizer Bitcoin-ETF soll Mitte November an der Börse SIX starten
- Der Anbieter peilt Fondsvolumen über einer Milliarde Franken an
- Wegen hoher Kursschwankungen und starren Börsenzeiten ist der ETF für Sicherheitsorientierte und Daytrader ungeeignet
Bernadette HoggRedaktorin Wirtschaft
In den USA ist es ein Milliardengeschäft, nun kommt der Börsentrend in die Schweiz: Der erste Schweizer Bitcoin-ETF steht vor dem Start, am Dienstag wurde er von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht Finma erstmals bewilligt. Ab Mitte November ist der Bitcoin Fund ETF (BBIT) von BIT Asset Management an der Schweizer Börse SIX handelbar, wie CEO Dominik Oggenfuss gegenüber Blick bestätigt. Damit erhalten auch hiesige Privatanleger erstmals die Möglichkeit, direkt über eine regulierte Schweizer Fondsstruktur in Krypto zu investieren.
Sowohl Oggenfuss als auch Jan De Schepper, Chief Marketing Officer und CEO der Swissquote-Tochter Yuh, sehen riesiges Potenzial. Denn: Schweizer Anleger sind beim Thema Bitcoin bisher eher zurückhaltend. BIT-Asset-Management-Chef Oggenfuss hat grosse Ambitionen: «Unser Ziel ist es, mit dem Bitcoin-ETF ein Fondsvolumen von über einer Milliarde zu erreichen. Wir halten dies innerhalb von sechs bis neun Monaten für möglich.» Doch wie funktioniert das Produkt genau – und für wen lohnt sich der Einstieg? Blick macht den Check.
Was ist der Schweizer Bitcoin-ETF genau?
Bekannt sind Exchange Traded Funds (ETF) vor allem als Investitionsmöglichkeit in bekannte Indizes wie den Swiss Market Index (SMI). Ein Bitcoin-ETF wiederum bildet die Kursentwicklung der wichtigsten Kryptowährung ab. Man profitiert genauso von Kursanstiegen, wie wenn man eigene Bitcoins in einem Kryptowallet – quasi einem digitalen Portemonnaie für Coins – halten würde. Das gilt natürlich auch bei Kurseinbrüchen. Bei Bitcoin-ETFs liegt der Vorteil im deutlich einfacheren Zugang, weil man keine Bitcoins selber kaufen muss.
Für den neuen Bitcoin-ETF gilt: Anleger partizipieren «über eine Schweizer Fondsstruktur direkt an der Wertentwicklung von Bitcoin», so Dominik Oggenfuss. Heisst: Es handelt sich um ein heimisches Investmentprodukt. Oggenfuss betont: «Gerade für Investoren, die Wert auf einen klaren rechtlichen Rahmen und eine Schweizer Verwahrung legen, ist das ein zentrales Unterscheidungsmerkmal.»
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Wie geht es den Schweizer Firmen? Was läuft an der Wall Street? Und wie entwickelt sich der Goldpreis? Wir halten dich über die neusten Entwicklungen an den Märkten auf dem Laufenden – hier im Liveticker.
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Bei den Gebühren soll der ETF «im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig positioniert sein», so Oggenfuss. Die genauen Konditionen gibt BIT Asset Management erst zur Lancierung bekannt – die finale Umsetzung läuft auf Hochtouren.
Für wen ist der Bitcoin-ETF geeignet?
Obwohl das Produkt Privatanlegern offensteht, visiert Oggenfuss vor allem Schwergewichte der Finanzwelt an: Privatbanken, Pensionskassen und Family-Offices, also Vermögensverwalter von reichen Familien. «Entscheidend ist für uns, dass Anlegerinnen und Anleger die Anlageklasse Bitcoin mit all ihren Chancen und Risiken verstehen.» Ob der ETF passt, hänge von den persönlichen Anlagezielen und der Risikofreude ab.
Trotzdem ist der Bitcoin-ETF auch für private Anleger eine Einstiegsmöglichkeit in die Krypto-Welt. De Schepper sieht zudem eine interessante Möglichkeit für Kundinnen und Kunden traditioneller Hausbanken, die bisher keinen einfachen Zugang zu Kryptowährungen hatten: «Über einen ETF können sie nun bequem über ihr bestehendes Wertschriftendepot investieren.»
Für wen ist das Produkt ungeeignet?
Die Experten warnen klar: Krypto bleibt eine Achterbahnfahrt, die Kurse schwanken deutlich stärker als beispielsweise Aktienindizes. «Wer sich nicht mit der Anlageklasse Bitcoin und den damit verbundenen Risiken auseinandersetzen möchte, für den ist das Produkt nicht geeignet», stellt Oggenfuss klar. «Auch für sehr kurzfristig orientierte Trader, die mehrmals täglich handeln, gibt es passendere Instrumente.»
Auch De Schepper mahnt zur Vorsicht: «Wer auf Sicherheit und stabile Erträge angewiesen ist oder sein Geld kurzfristig braucht, sollte von solchen Anlagen absehen.» Die Kurse schwanken stark und können innerhalb kürzester Zeit massiv einbrechen.
Ein oft unterschätzter Haken ist die Börsenöffnungszeiten: Während der Kryptomarkt 24/7 handelt, steht die Börse am Wochenende still. Rauscht der Bitcoin-Kurs an einem Samstag ab, können ETF-Anleger erst am Montag reagieren – laut De Schepper ein erhebliches Risiko.
Keine Empfehlung für Anleger
Dieser Artikel dient ausschliesslich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Meinungen und Einschätzungen beruhen auf sorgfältiger Recherche, können jedoch nicht die individuelle Prüfung und Beratung durch Fachleute ersetzen. Börsenentwicklungen sind von vielen Faktoren abhängig und nicht vorhersehbar. Investitionen in Aktien, Kryptowährungen und andere Finanzprodukte bergen Risiken, einschliesslich des möglichen Verlusts des eingesetzten Kapitals.
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