InquirerRecto: DPWH, DOTr chiefs’ appointments extendedBollywood HungamaSCOOP: Love & War theatrical rights sold for Rs. 300 crores; Ranbir Kapoor, Alia Bhatt, & Vicky Kaushal starrer sets recordsESPN DeportesEl mensaje que el Canelo le manda al Vasco AguirreRTP DesportoChampions feminina. Benfica - Bayern (20h00)ESPNZeitler latest veteran added by Packers to aid besieged O-lineThe Jerusalem PostGulf media delays reporting on flydubai hijacking, consider Israeli sources unreliable - analysis7sur7“Des cibles potentielles”: la Russie menace de frapper l’Europe, le chef de l’OTAN appelle au calmeسكاي نيوز عربيةترامب يحتفي بخروج القوات الأميركية من العراق3DNewsMicrosoft видит в Copilot новую операционную систему — но Windows пока рано списывать со счетовRadio-CanadaLe Canada à l’heure de la vérité et de la réconciliationCBS SportsAgent's Take: Dissecting the twists and turns relating to Joey Porter Jr.'s contract stalemate with SteelersEl TiempoVideos del grave accidente en Bello, Antioquia | Camión cisterna se volcó y aplastó a un taxi: esto se sabe del siniestro
The Daily Newsstand · Free, Always
Wednesday, September 30, 2026

Wie verwundbar sind Piloten? «In jedem Cockpit gibt es ein Beil»

Translate
  • Ein Copilot soll auf einem Flug von Dubai nach Tel Aviv versucht haben, den Kapitän mit einem Messer zu töten und das Flugzeug zu übernehmen.
  • Aviatik-Experte Christian Fehr erklärt, weshalb sich ein solcher Vorfall trotz umfangreicher Sicherheitsvorkehrungen nicht vollständig ausschliessen lässt.
  • Piloten werden alle sechs Monate fliegerisch geprüft – doch eine hundertprozentige Garantie gegen Fehlverhalten gibt es laut Fehr nicht.

Ein Copilot soll auf einem Flug von Dubai nach Tel Aviv versucht haben, den Flugkapitän mit einem Messer zu töten und anschliessend die Kontrolle über das Passagierflugzeug zu übernehmen. Die Maschine setzte über Saudi-Arabien einen Notruf ab. Israelische Behörden gehen laut lokalen Medien von einem versuchten Terroranschlag aus. Unklar ist, was der Copilot danach vorhatte; im Raum stehen ein absichtlicher Absturz oder ein Anschlag in Israel.

Christian Fehr ist internationaler Prüfungsexperte für Linienpiloten und CRM Trainer. Er war viele Jahre lang für verschiedene Schweizer und ausländische Fluggesellschaften als Pilot und Experte tätig. Gegenüber 20 Minuten erklärt der Aviatik-Experte, wie die Sicherheitskontrollen für Pilotinnen und Piloten ablaufen und weshalb sich ein solcher Fall trotz umfangreicher Vorkehrungen nicht vollständig ausschliessen lässt.

Wieso konnte der Copilot ein Messer dabeihaben?

Falls es sich im konkreten Fall um ein kleines Sackmesser gehandelt habe, sei es laut Fehr nicht auszuschliessen, dass der Copilot damit die reguläre Sicherheitskontrolle passieren konnte. Gemäss aktueller Vorschriften ist es etwa am Flughafen Zürich legal, ein Taschenmesser mit einer geschliffenen Klingenlänge von sechs Zentimetern, welches nicht einhändig bedienbar ist, auf einem Flug mitzuführen. Dies gilt sowohl für Passagiere wie auch Besatzungen. «Ich habe als Pilot auch ein Schweizer Sackmesser dabei – manchmal braucht man einfach Tools, um etwa eine Schraube anzuziehen», erklärt Fehr.

Eine absolute Sicherheit oder vollständige Abwesenheit potenziell gefährlicher Gegenstände gebe es im Flugzeug ohnehin nicht, sagt Fehr. In der First Class gebe es etwa Gläser, die zerbrochen und missbraucht werden könnten, selbst aus einer Flasche könne ein gefährliches Werkzeug entstehen. Auch im Cockpit befänden sich solche Gegenstände: «Für Notfälle ist ein Feuerwehrbeil im Cockpit vorhanden, etwa um eine Scheibe im Notfall einschlagen zu können.»

Werden Pilotinnen und Piloten nicht kontrolliert?

Grundsätzlich werden Piloten und Passagiere gleich kontrolliert sagt Fehr. Piloten hätten auf Übernachtungsrotationen jedoch oft Gepäck dabei, das Passagiere ansonsten aufgeben würden.

Die Sicherheitskontrollen am Flughafen richteten sich an Passagiere wie auch Besatzungen. Sie könnten aber je nach Land und Flughafen unterschiedlich streng ausfallen, meint Fehr.

Piloten werden laut Fehr grundsätzlich ähnlich kontrolliert wie Passagiere, haben bei Übernachtungen aber oft zusätzliches Handgepäck dabei.

Piloten werden laut Fehr grundsätzlich ähnlich kontrolliert wie Passagiere, haben bei Übernachtungen aber oft zusätzliches Handgepäck dabei.Flughafen Kloten

Wie sieht das Screening für Piloten aus?

Bei der Einstellung durchlaufen angehende Piloten neben den fachlichen Eignungstests auch psychologische Assessments und Gespräche mit Psychologinnen oder Psychologen, so der Experte. Eine vollständige Beurteilung eines Menschen sei jedoch nicht möglich: «Man sieht nicht in die Menschen rein – und der Mensch verändert sich, nicht zuletzt auch aufgrund seiner Lebenssituationen.»

Auch danach gibt es regelmässige Kontrollen. Etwa alle sechs Monate würden Piloten durch Prüfungsexperten fliegerisch überprüft und einmal pro Jahr findet ein sogenannter «Route Check» durch einen speziell designierten zusätzlichen Captain auf einem regulären Flug statt.

Dabei gehe es nicht nur um die Beherrschung des Flugzeugs, sondern auch darum, ob Verfahren eingehalten würden und wie die Crew zusammenarbeite. «Die Prüfer kennen die Piloten bei vielen Airlines oft auch persönlich und können feststellen, wenn sich jemand auffällig verhalte», erklärt Fehr..

Kennen sich Piloten einer Airline untereinander?

Dass sich Captain und Copilot vor einem gemeinsamen Einsatz noch nie getroffen haben, kann oftmals vorkommen. Die Crews würden zwar innerhalb derselben Airline nach denselben Standardverfahren ausgebildet, aber bewusst nicht immer gleich zusammengesetzt, erklärt Fehr. So solle verhindert werden, dass sich durch zu grosse Vertrautheit Routinen und Abkürzungen vom Standardprozeduren einschleichen. «Fliegt man stets mit derselben Person, besteht eher das Risiko, sich zu sehr aufeinander zu verlassen oder Shortcuts zu nehmen.» Deshalb gebe es standardisierte Abläufe, auf die alle Piloten intensiv trainiert würden.

«Piloten sind auch Menschen, daher kann es vorkommen, dass bestimmte Konstellationen weniger gut funktionieren.» Für den Umgang miteinander gebe es regelmässige Crew Resource Management Trainings, welche psychologische Aspekte beinhalten. Komme es auf einem Flug oder innerhalb einer Crew zu Auffälligkeiten, werde dies in einem Rapportsystem als Zwischenfall erfasst und genauer untersucht. Solche Systeme könnten Risiken früh erkennen – eine hundertprozentige Garantie gegen Fehlverhalten einzelner Menschen gebe es jedoch nicht.

Christian Fehr

Christian Fehr ist internationaler Prüfungsexperte für Linienpiloten und CRM Trainer. Er war viele Jahre lang für verschiedene Schweizer und ausländische Fluggesellschaften als Pilot und Experte tätig.

Darum wurde das Kommentarfeld deaktiviert

Shirin Camenisch

Shirin Camenisch (sca) arbeitet seit 2025 als Praktikantin im Ressort News

View the original on 20 Minuten →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.