TypeScript-Compiler in Rust: Cloudflare übernimmt tsrs
Cloudflare und das im Juni zugekaufte VoidZero übernehmen tsrs, einen Rust-Port des TypeScript-Compilers, wie Cloudflare am Dienstag bekannt gegeben hat. Ein Entwickler hatte das Open-Source-Projekt erst Ende September gestartet, weil TypeScript bei seinem Arbeitgeber zu viel Arbeitsspeicher brauchte. Dazu überträgt tsrs Microsofts Go-Implementierung von TypeScript Funktion für Funktion nach Rust und soll Compiler und Language Server direkt ersetzen. Inzwischen ist tsrs auch Bestandteil von Oxc, der Rust-basierten JavaScript-Toolchain von VoidZero.
Laut Cloudflare prüft tsrs Typen bis zu achtmal so schnell wie TypeScript 7.0 und benötigt rund 70 Prozent weniger Arbeitsspeicher, wenn beide mit gleich vielen Threads arbeiten. Zurückhaltender fallen die Messungen des Projektgründers gegenüber dem aktuellen Entwicklungsstand von Microsofts Go-Compiler aus. Auf 17 Open-Source-Projekten ist tsrs demnach zweieinhalb- bis fünfmal so schnell und braucht nur rund ein Drittel so viel Speicher.
Der Vergleich zeigt einen deutlichen Geschwindigkeitszuwachs.
(Bild: Cloudflare)
Warum es nach dem Go-Port noch eine Rust-Fassung braucht, begründet Cloudflare mit WebAssembly (Wasm). Ein nach Wasm kompiliertes Go-Programm muss seinen Garbage Collector mitbringen, Rust kommt ohne aus und spart laut Cloudflare dadurch Speicher. Das Unternehmen profitiert von tsrs auch direkt, wenn KI-Agenten auf der Plattform Workers komplette Entwicklungs-Toolchains in abgeschotteten Umgebungen ausführen sollen.
Von KI-Agenten portiert
tsrs wurde ursprünglich von Max Schwenk entwickelt. Er verantwortet beim Anbieter für Restaurantsoftware Owner.com die KI-Entwicklerwerkzeuge und stieß dort auf einen Fall, in dem TypeScript 7.0 bei der Prüfung eines Backends mit rund 37.000 Dateien in einem einzelnen Thread 19 GByte Arbeitsspeicher und 80 Sekunden benötigte, sodass kaum noch Ressourcen für parallele Coding-Agenten blieben. Die Portierung erfolgte mithilfe von KI, konkret Anthropic Claude Opus 5.5. Er selbst habe keine Zeile Code geschrieben, so Schwenk.
Laut Projektdokumentation stimmt tsrs in der Conformance-Testsuite von TypeScript bei fast allen Fehler-Baselines mit dem Original überein, bis auf wenige Artefakte, die das Entwicklungsteam auf die Testumgebung zurückführt. Die Übergabe an das Oxc-Team begründet Schwenk damit, dass er das Projekt in die Hände von Menschen legen wollte, die Rust-Werkzeuge hauptberuflich pflegen.
Microsoft schaut genau hin und macht TypeScript 7.1 schneller
Ebenfalls am Dienstag hat Microsoft die Beta von TypeScript 7.1 veröffentlicht, die auf fünf vom Hersteller gemessenen Codebasen zwischen 13 und 47 Prozent weniger Zeit für die Prüfung braucht als TypeScript 7.0. In einem Kommentar auf Hacker News bestätigt Daniel Rosenwasser vom TypeScript-Team, dass ein Teil dieser Performancegewinne auf die Optimierungen in tsrs zurückgeht. Sein Team habe selbst mit Rust experimentiert und vermute, dass ein großer Teil des Tempos gar nicht so stark auf die Sprache zurückzuführen sei.
Einen Fork von TypeScript schließt Cloudflare aus, über die Sprache soll weiterhin allein das TypeScript-Team bei Microsoft entscheiden. Damit der Port mit Microsofts Änderungen Schritt hält, sollen KI-Agenten das TypeScript-Repository täglich auswerten und geeignete Korrekturen vorschlagen.
Windows-Binaries fehlen noch
Cloudflare betont den experimentellen Charakter der aktuellen Version 0.18. Das npm-Paket steht unter der Apache-Lizenz 2.0 und bietet native Binaries für macOS auf ARM-Prozessoren und für Linux, für Windows dagegen bislang nicht. Die Entwickler streben eine stabile Version mit vollständiger Kompatibilität zu TypeScript 7.1 an.
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