Verbot für Böller: Das musst du zur Feuerwerksinitiative wissen

- Am 29. November 2026 stimmt die Schweiz über die Volksinitiative «Für eine Einschränkung von Feuerwerk» ab.
- Die Initiative will den Verkauf und die Verwendung von lärmendem Feuerwerk für Privatpersonen verbieten.
- Bundesrat und Parlamentsmehrheit lehnen die Initiative ab – sie sehen bestehende Einschränkungsmöglichkeiten als ausreichend an.
Am 29. November 2026 stimmt die Schweizer Stimmbevölkerung über vier Vorlagen ab. Eine davon ist die Volksinitiative «Für eine Einschränkung von Feuerwerk» – kurz: Feuerwerksinitiative.
Das würde sich bei einem Ja ändern
In der Schweiz werden an nationalen Feiertagen wie am 1. August oder an Silvester Feuerwerke abgebrannt. Das soll sich nun ändern. Die Feuerwerksinitiative will den Verkauf und die Verwendung von Feuerwerkskörpern, die Lärm erzeugen, für Privatpersonen verbieten. Feuerwerke, die keinen Lärm verursachen – wie Vulkane, Tischfeuerwerke, Wunderkerzen, bengalische Feuer und römische Lichter – sind vom geplanten Verbot nicht betroffen.
Für Grossanlässe und Anlässe von überregionaler Bedeutung können die zuständigen Behörden auf Gemeinde- und Kantonsebene auf ein Gesuch hin eine Ausnahmebewilligung erteilen. Feuerwerke an grossen Bundesfeiern oder professionellen Anlässen blieben also weiterhin möglich.
Bei einer Annahme müssten Bundesrat und Parlament das Verbot spätestens zwei Jahre später in Kraft setzen. Feuerwerkskörper, die Lärm verursachen, dürften Private also voraussichtlich noch bis Ende 2028 zünden.
Die Argumente des Initiativkomitees
Die Befürworter der Feuerwerksinitiative betonen, dass der private Gebrauch von Feuerwerk verschiedene Risiken mit sich bringe: Beim Abbrennen von Feuerwerk komme es immer wieder zu Unfällen und Bränden. Zudem würde der damit verbundene Lärm bei Heim-, Nutz- und Wildtieren Angst und Panik auslösen.
Es belaste aber auch die Umwelt, so das Initiativkomitee. Etwa 1300 Tonnen Abfall würden jährlich durch Feuerwerkskörper entstehen und die Luft mit mehreren hundert Tonnen Feinstaub belasten. Unterstützt wird das Initiativkomitee von diversen Tier- und Umweltorganisationen wie ProTier, Greenpeace oder Jagd Schweiz.
Das sagen die Gegner
Die Gegenseite der Initiative besteht aus grossen Teilen des Parlaments sowie der Feuerwerksbranche. Sie argumentiert, dass die Behörden bereits heute die Möglichkeit hätten, Feuerwerke zu beschränken.
Zudem gehöre das Abbrennen von Feuerwerk zu Festen dazu und habe Tradition. Ein weitgehendes Verbot würde ausserdem dazu führen, dass spezialisierte Unternehmen eine wichtige Geschäftsgrundlage verlieren, argumentiert das Nein-Lager.
Das sagt der Bundesrat
Der Bundesrat lehnt die Feuerwerksinitiative ab. Er anerkennt zwar, dass das Abbrennen von Feuerwerkskörpern Menschen, Tiere und die Umwelt belasten kann. Eine Einschränkung durch Kantone und Gemeinden sei aber bereits heute möglich.
Was wäre für dich an Silvester die beste Alternative zu Feuerwerk?
Aira Flückiger (fla) arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie ist Praktikantin im Ressort Politik.
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