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Sunday, October 25, 2026

Proteste gegen Wohnungskrise: Polizei räumt Protestcamp in Lissabon

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Proteste gegen WohnungskrisePolizei räumt Protestcamp in Lissabon

25.10.2026, 10:15 Uhr

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Bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage hatten die Demonstranten ein Protestcamp aufgebaut. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Mit Hunden und Dutzenden Beamten räumt die Polizei in Lissabon ein Protestcamp gegen die Wohnungsnot. Mehrere Menschen werden festgenommen, es gibt Leichtverletzte. Die Demonstranten hatten nach einem Marsch mit Tausenden Teilnehmern mehr als 100 Zelte aufgeschlagen.

Die portugiesische Polizei hat in den frühen Morgenstunden ein Protestcamp gegen die Wohnungsnot im Zentrum von Lissabon geräumt. Dabei ging sie gewaltsam gegen Demonstranten vor und nahm mehrere Personen fest. Es habe Leichtverletzte gegeben, genaue Zahlen bislang jedoch nicht vor. Kurz nach 2 Uhr rückten Dutzende Beamte, teilweise mit Polizeihunden, auf dem Rossio-Platz an, nachdem sie die Demonstranten aufgefordert hatten, ihre Zelte zu entfernen.

Die Demonstranten hatten nach einem Protestmarsch mit Tausenden Teilnehmern am Samstag mehr als 100 Zelte auf dem Rossio-Platz aufgeschlagen. Der Abgeordnete des Linksblocks, Fabian Figueiredo, nannte den Polizeieinsatz "völlig unverhältnismäßig", da es keine Störung der öffentlichen Ordnung gegeben habe.

Hintergrund der Proteste ist die Wohnungskrise in Portugal, die zu den schwersten in Europa zählt. Die Immobilienpreise haben sich seit 2017 mehr als verdoppelt, die Mieten für Neuverträge sind fast ebenso stark gestiegen. Die Demonstranten fordern von der Regierung, einen Gesetzentwurf zur Erleichterung von Zwangsräumungen zu kippen und die Mieten für neue Verträge zu begrenzen. Nach Schätzungen der portugiesischen Zentralbank fehlen landesweit 300.000 Wohnungen.

Besonders junge Menschen sind von der Wohnungskrise betroffen. "Wir haben die Pflicht, für das zu kämpfen, woran wir glauben", sagte der 21-jährige Demonstrant Vitor Gomes. Wohnungsspekulation, Vermögenskonzentration und wachsende Ungleichheit ließen ihn pessimistisch in die Zukunft blicken. Bereits am Dienstag hatte die Polizei ein ähnliches Lager an gleicher Stelle geräumt. Ähnliche Proteste gab es zuletzt auch in Belgien, Frankreich, Italien und Spanien.

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