Kampfdrohnen per Klick: Wie die Front den Drohnenmarkt prägt
Mit der Waffenruhe in Oleschky will Russland die öffentliche Meinung in Europa beeinflussen, sagt Militärökonom Keupp bei ZDFheute live. Anderswo gehe der Krieg "mit unverminderter Brutalität" weiter.
29.10.2026 | 24:48 minDie Ukraine hat ein Punktesystem für ihre Militäreinheiten eingeführt. Damit belohnt sie nachgewiesene Erfolge im Einsatz mit zusätzlicher Ausrüstung. Die Soldaten wählen selbst, welche Drohnen oder andere Technik ihre Einheit braucht. Persönliches Preisgeld erhalten sie nicht.
Im August 2026 legte das Verteidigungsministerium eine Bilanz vor: Mehr als 400 Einheiten hatten nach seinen Angaben über das Programm rund 500.000 Drohnen und andere Geräte erhalten. Ihre Auswahl bestimmt zugleich mit, welche Hersteller Aufträge bekommen.
In der Ukraine ist die erste Personenrettung per Drohne gelungen. Streitkräfte zeigen in einem Imagefilm die spektakuläre Aktion.
20.10.2026 | 0:47 minDie Soldaten wählen, der Staat bezahlt
Eine Einheit reicht zum Beispiel ein Video ein, das einen Treffer auf einen russischen Panzer zeigt. Wird der Erfolg bestätigt, bekommt sie ein Punkteguthaben.
"Brave1", eine staatliche Initiative zur Förderung von Militärtechnik, bietet dafür den Onlinekatalog "Brave1 Market" an. Dort kann die Einheit ihr Guthaben gegen Ausrüstung einlösen. Die Soldaten vergleichen Kameras, Preise und Lieferzeiten. Eine staatliche Einkaufsstelle schließt den Vertrag und bezahlt. Der Hersteller liefert direkt an die Einheit.
... gilt als führender Experte für europäische Verteidigung und transatlantische Sicherheit. Seit November 2025 ist er Direktor der europäischen Denkfabrik Edina, zuvor war er stellvertretender Direktor des Forschungsinstituts der DGAP und Leiter des Zentrums für Sicherheit und Verteidigung. Er forscht und publiziert seit über 20 Jahren zu den Themen Sicherheit und Verteidigung, Rüstung und Technologie, Stabilisierung und Krisenmanagement.
Neben dem Punktebonus gibt es einen weiteren Bestellweg: Teilnehmende Einheiten können über das digitale Bestellsystem der Einkaufsstelle auch mit zugeteiltem Geld selbst einkaufen. Dafür brauchen sie keine Punkte. Der Bonus ermöglicht zusätzliche Bestellungen; die reguläre Versorgung der Armee läuft weiter.
Durch eine örtlich begrenzte Waffenruhe konnten Einwohner aus der russisch besetzten Stadt Oleschky ausreisen. Dara Hassanzadeh erklärt, wie es zu der Waffenruhe kam.
30.10.2026 | 1:01 minHersteller konkurrieren um Aufträge
In der Ukraine bauen staatliche Betriebe und private Firmen Waffen. Bei Drohnen sind nach Ministeriumsangaben die meisten Hersteller privat. Der Staat besitzt also eigene Rüstungsfirmen und kauft zugleich bei anderen Anbietern ein.
Ein Vertrag mit der Einkaufsstelle regelt Preise und Lieferbedingungen, garantiert aber noch keine Bestellung. Erst wenn Einheiten ein Modell auswählen, entstehen Aufträge. Für die Hersteller zählt deshalb auch, ob ihre Drohnen zuverlässig funktionieren und rechtzeitig ankommen.
In der ukrainischen Frontstadt Oleschky haben Evakuierungs-und Hilfsaktionen begonnen. Die Bewohner sollen die seit Jahren besetzte Stadt nun verlassen können.
30.10.2026 | 0:18 minAllerdings entstehen auch Verzerrungen im Markt: Soldaten bevorzugen häufig vertraute Marken. Das ist im Krieg verständlich, erschwert neuen Anbietern aber den Einstieg. Die Einkaufsstelle versucht deshalb, weniger bekannte Produkte im Katalog sichtbarer zu machen.
Firmen brauchen außerdem Geld für Bauteile und Fertigung, bevor sie bezahlt werden. Im April kündigte die Einkaufsstelle Vorschüsse an. Deren Höhe hängt von bisherigen Bestellungen und Lieferzeiten ab. Neue Anbieter müssen allerdings erst drei Monate im System sein, bevor sie dieses Geld bekommen können.
Für die Ukraine ist es das Rückgrat zur Verteidigung gegen Russland: Starshield. Das Satelliten-System wurde für militärische Operationen und Kommunikation entworfen. Wie die Ukraine Starshield nutzt.
15.10.2026 | 1:05 minWas die Armee von den Einheiten lernen will
Die Bestellungen zeigen, welche Drohnen die Soldaten nachfragen. Einsatzberichte geben Hinweise, welche sich bewähren. Beides soll nach den im März vorgestellten Regeln auch helfen, wenn der Staat größere Mengen kauft. Die Armee soll zuerst sagen, was eine Drohne leisten muss, statt eine bestimmte Marke vorzugeben. Dann sollen die Erfahrungen der Front helfen, passende Modelle auszuwählen.
Neue Modelle wurden noch kaum eingesetzt. Damit sie trotzdem eine Chance bekommen, soll bei diesen Drohnenkäufen ein Fünftel des Geldes für neue Technik und ihre Erprobung reserviert sein. Das gilt für diese staatlichen Einkäufe, nicht für das Bonusprogramm.
Die Ukraine setzt Drohnen und Roboter im Zusammenspiel gezielter ein. Mit Sprengstoff könnten die Roboter Gegner angreifen oder ablenken, so Militäranalyst Gressel bei ZDFheute live.
01.10.2026 | 31:50 minWeniger Punkte heißt nicht weniger Bedarf
Wo Russland häufiger angreift, gibt es mehr Ziele und mehr Gelegenheiten, Punkte zu sammeln. Darauf wies ein Offizier der Brigade Chartija schon 2025 hin. Wenige Punkte heißen also nicht, dass eine Einheit schlechter arbeitet. Auch an ruhigeren Abschnitten braucht sie Ersatz für verlorene Drohnen.
Inzwischen werden auch Aufklärung, Versorgung und die Rettung Verwundeter mit Punkten bewertet. Doch auch beim Vergleich der Drohnen ist Vorsicht nötig: Viele Treffer können ebenso an erfahrenen Piloten oder günstigen Bedingungen liegen. Wie stark die staatliche Bewertung solche Unterschiede berücksichtigt, ist öffentlich nicht nachvollziehbar.
Russland hat einen Bahnhof in der ukrainischen Großstadt Dnipro mit Drohnen angegriffen. Laut Behörden sind dabei mindestens 13 Menschen getötet worden.
29.10.2026 | 0:26 minSystem kein Beleg dafür, dass Armee besser kämpft
Für die Versorgung hatte das Ministerium im Juni zusätzlich einen Versuch mit garantierten monatlichen Drohnenlieferungen angekündigt. Dabei sollen Aufgaben und die Stärke der Kämpfe berücksichtigt werden. Eine Reserve ist für zusätzlichen Bedarf vorgesehen.
Mehr gelieferte Drohnen belegen noch nicht, dass die Armee besser kämpft. Das Programm kann Erfolge belohnen. Die Armee muss aber auch Einheiten ausstatten, die wichtige Aufgaben erfüllen und dabei vielleicht nur wenige Punkte sammeln.
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Russland greift die Ukraine an
:Aktuelles zum Krieg in der UkraineSeit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine, die Kämpfe dauern an. Alle Entwicklungen und Ukraine-News im Liveticker.
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Über den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine berichtet das ZDF fortlaufend, etwa in der Sendung ZDFheute Xpress am 30.10.2026 ab 16:00 Uhr.
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