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Thursday, October 22, 2026

+++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++: Sieben Tote nach russischem Beschuss

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Trotz neuer diplomatischer Bemühungen zur Beendigung des Krieges geht der gegenseitige Beschuss weiter. Trump verteidigt Aufschub neuer Russland-Sanktionen.

Raketen auf Kyjiw, Angriffe auf Russland

Trotz neuer diplomatischer Bemühungen zur Beendigung des Ukraine-Krieges sind bei russischen Angriffen laut ukrainischen Angaben sieben Menschen getötet worden. Im nordostukrainischen Sumy wurde nach Behördenangaben vom Donnerstag in der Nacht ein Mann getötet. In Charkiw kam demnach eine Frau ums Leben, zudem drei Menschen in Saporischschja und zwei in der Region Donezk. Die Hauptstadt Kyjiw wurde ebenfalls angegriffen. Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte in Onlinenetzwerken, dass bei Angriffen 15 Menschen verletzt worden seien. Die U-Bahn-Infrastruktur an einer Brücke sei durch Angriffe beschädigt worden.

Auch aus Russland wurden Angriffe gemeldet. Laut dem Verteidigungsministerium wurden 808 ukrainische Drohnen abgeschossen. 163 Drohnen steuerten laut Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin auf die russische Hauptstadt zu. Zwei Menschen wurden demnach verletzt. Der Gouverneur von Tula erklärte, die russische Luftabwehr habe 70 Drohnen zerstört. In der Region Lipezk wurde nach Angaben des örtlichen Gouverneurs ein Mann verletzt. (afp)

Ukrainischer Außenminister warnt vor Beschwichtigungspolitik

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha warnt nach den jüngsten russischen Angriffen auf Kyjiw vor Nachgiebigkeit gegenüber der Regierung in Moskau. „Beschwichtigung, Unterwürfigkeit und Schmeichelei“ würden den russischen Krieg nicht stoppen, betont Sybiha auf der Kurznachrichtenplattform X. Die jüngsten russischen Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt folgten unmittelbar auf Gespräche des US-Sondergesandten Steve Witkoff mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin. (rtr)

Russland meldet erneut schweren Angriff auf Region Odessa

Russland meldet erneut einen schweren Angriff auf Hafenanlagen in der ukrainischen Region Odessa. Dabei seien in der Nacht auch Schiffe getroffen worden, die von der ukrainischen Armee genutzt würden, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit. (rtr)

„Financial Times“: Nato erlaubt Ukraine Waffenkäufe über eigene Beschaffungsagentur

Die Nato will der Ukraine einem Zeitungsbericht zufolge den Kauf von Waffen, Munition und militärischer Ausrüstung über ihre zentrale Beschaffungsagentur ermöglichen. Dadurch könnte die Regierung in Kyjiw Rüstungsgüter möglicherweise schneller und kostengünstiger erhalten, berichtet die „Financial Times“. Die ‌Vereinbarung biete der Ukraine einen strukturierteren Rahmen, um das breite Angebot der Agentur zu nutzen, sagt Jacqueline Borsboom, eine Direktorin der Nato-Beschaffungsagentur NSPA, dem Blatt. Dazu gehörten Fachwissen und Unterstützung bei der Beschaffung sowie der Zugang zu einer etablierten Industriebasis. (rtr)

Ukraine: Drohne trifft Energie-Infrastruktur in Krementschuk

Eine Drohne trifft die Energie-Infrastruktur im Gebiet Krementschuk in der ukrainischen Region Poltawa. Dies teilt ein regionaler Behördenvertreter auf ‌Telegram mit, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Krementschuk ist ein wichtiger Industriestandort mit einer der größten Ölraffinerien der Ukraine. (rtr)

Bürgermeister Klitschko: U-Bahn-Brücke in Kyjiw beschädigt

Bei einem Angriff in der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw werden Teile ‌einer U-Bahn-Brücke beschädigt. Betroffen sei die Südbrücke über den Fluss Dnipro, teilt Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram mit. (rtr)

Trump verteidigt Aufschub neuer Russland-Sanktionen

US-Präsident Donald Trump hat seine Entscheidung verteidigt, ein weitreichendes neues Sanktionspaket gegen Russland vorerst nicht umzusetzen. Die nach dem im Juli gestorbenen US-Senator Lindsey Graham benannte Gesetzesvorlage sieht verschärfte Sanktionen vor. Graham hatte sich für das Paket eingesetzt. Kritik an Trumps Entscheidung komme von „Leuten, die nicht wissen, wie das Leben funktioniert“, sagte der Präsident. Der Verzicht auf die Sanktionen habe dazu beigetragen, die Freilassung des US-Amerikaners Stephen Hubbard zu ermöglichen, argumentierte Trump. Hubbard war am Mittwoch freigekommen, nachdem er mehr als vier Jahre in Russland inhaftiert gewesen war. Ihm war vorgeworfen worden, als Söldner in der Ukraine gekämpft zu haben.

„Wenn man diese Sanktionen verhängt hätte oder wie auch immer man sie nennen will, hätte man ihn vergessen können“, sagte Trump über Hubbard. „Man hätte ihn nie wiedergesehen. Er wäre für 25 Jahre wieder im Gefängnis gewesen.“ Trump fügte hinzu, seine Regierung sei zudem „sehr nahe an einer Einigung“, um den Krieg zwischen Russland und der Ukraine zu beenden. „Wenn man kurz vor einer Einigung steht und sehr heikle Verhandlungen führt, verhängt man keine Sanktionen“, sagte er. (ap)

Toter bei Drohnenangriff auf AKW Saporischschja gemeldet

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff ‌auf das russisch besetzte Atomkraftwerk Saporischschja wird nach Angaben der dortigen Verwaltung ein Fahrer getötet. Die von Russland eingesetzte Verwaltung des größten europäischen Atomkraftwerks teilt mit, Busse mit Mitarbeitern seien zwei Tage ‌in Folge angegriffen worden. Die Angriffe seien gezielt und stellten ⁠eine direkte Bedrohung für das Personal dar. Eine ukrainische Stellungnahme liegt zunächst nicht vor. ‌Beide ‌Seiten werfen ⁠sich seit der Besetzung des Kraftwerks durch russische Truppen ‌im Februar 2022 ‌gegenseitig vor, die Sicherheit der Anlage zu gefährden. (rtr)

Grüne an Merz: Alles dransetzen für US-Freigabe der Abwehrraketen

Angesichts stockender militärischer Hilfsleistungen für die Ukraine fordern die Grünen Kanzler Friedrich Merz (CDU) auf, mehr Einfluss auf die US-Administration zu nehmen. „Friedrich Merz und die anderen europäischen Staaten müssen jetzt alles daransetzen, dass die Abwehrraketen zur Verteidigung der Ukraine freigegeben werden und der dauerhafte Zugriff auf Starlink garantiert bleibt“, sagte Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann den Funke Medien. US-Präsident Donald Trump breche Zusagen und schwäche die Ukraine in unverantwortlicher Weise. Haßelmann sagte: „Es ist schrecklich zu sehen, wie Trump in den letzten Tagen und Wochen gegenüber Selenskyj und der Ukraine agiert.“ Jede russische Rakete auf zivile Ziele, die nicht abgefangen werden könne, koste Menschenleben. Auch die Lockerung der Sanktionen durch Trump sei ein fatales Signal. (dpa)

Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Europaparlament, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), hat empört auf US-Medienberichte reagiert, wonach der Tech-Milliardär Elon Musk persönlich hinter der Drosselung des wichtigen Satelliten-Internetdienstes Starlink in der Ukraine stecken soll. Musk spiele sich auf als Herr über Leben und Tod, sagte Strack-Zimmermann den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). „Wie krank und verroht muss man sein?“, fragte die FDP-Politikerin. Zugleich forderte sie, dass Europa rasch eigene leistungsfähige Kommunikationssysteme aufbaut. „Auch wenn es nicht von jetzt auf gleich sein wird. Es ist unser Ziel, schnellstmöglich unabhängiger von der Technologie der USA zu werden. Tempo, Tempo, Tempo ist angesagt.“

Ähnlich äußerte sich der sicherheits- und verteidigungspolitische Sprecher der Europa-SPD, Tobias Cremer. „Europas Sicherheit darf nicht am Schalter eines einzelnen Milliardärs hängen“, sagte er den Funke-Medien. „Wenn Elon Musk mit einem Knopfdruck die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine einschränken kann, muss das für uns ein Weckruf sein.“ Europa brauche eigene, verlässliche Satellitenkommunikation und müsse seine kritische Infrastruktur selbst kontrollieren können. (afp)

Russische Raketen treffen Kyjiw

Die ukrainische Hauptstadt Kyjiw ist nach Militärangaben von Russland am späten Abend mit ballistischen Raketen beschossen worden. Die höchste Alarmstufe wurde um 22.06 Uhr Ortszeit (21.06 Uhr MESZ) ausgelöst. Nur zwei Minuten später meldete die ukrainische Luftwaffe den Anflug mehrerer Raketen. Medien berichteten von lauten Explosionen über der Stadt. Eine zweite Angriffswelle folgte etwa anderthalb Stunden später, ohne dass neue Einschläge gemeldet wurden. Dies könnte auf eine erfolgreiche Abwehr hindeuten. Der Raketen- und Drohnenalarm hatte gegen Mitternacht Ortszeit (23.00 Uhr MESZ) fast die gesamte Ukraine erfasst.

Bürgermeister Vitali Klitschko teilte mit, dass Wohnhäuser und eine Tankstelle auf dem östlichen Ufer des Dnipro von herabfallenden Trümmern beschädigt worden seien. Es gebe mindestens fünf Verletzte. Nicht auszuschließen sei, dass noch Menschen aus den beschädigten Gebäuden gerettet werden müssten. Ein genauerer Überblick über Opfer und Schäden stand aus. In der Nacht zuvor hatten russische Drohnen Kyjiw attackiert. (dpa)

Selenskyj: Wäre mit Status quo an Frontlinie einverstanden

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist nach eigenen Angaben bereit, im Ukraine-Krieg die derzeitigen Frontlinien zu akzeptieren und damit den langjährigen Konflikt zu beenden. „Ja, wir müssen jetzt die Frontlinien einfrieren“, sagte er im Gespräch des US-Senders Fox News und ergänzte: „Ich denke, das ist ein echter Weg, diesen Krieg zu beenden.“

Er war gefragt worden, ob er „ein Friedensabkommen akzeptieren würde, das den Status quo berücksichtige, sodass man weiterhin 75 Prozent oder mehr seines Landes behält, unabhängig davon, wie der Konflikt begonnen hatte.“ Selenskyj sagte zudem, dass das Einfrieren der Frontlinien und eine Waffenruhe das „absolute Minimum“ sei, „was wir heute von Russland fordern.“ (dpa)

Trump: Waren Ende des Ukraine-Kriegs noch nie so nahe

US-Präsident Donald Trump hat sich zuversichtlich über ein baldiges Ende des Ukraine-Kriegs geäußert. „Vielleicht sind wir jetzt so nah dran wie noch nie“, sagte er am Mittwoch in Washington. Jedenfalls sei eine Einigung seiner Einschätzung nach nähergerückt.

Trump äußerte sich nach einem Treffen seines Sondergesandten Steve Witkoff mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Witkoff hatte die Diskussionen als „konstruktiv“ bezeichnet. Es gebe aber „noch wichtige Arbeit zu erledigen“, sagte er weiter.

Witkoff hatte sich am Mittwoch in St. Petersburg mit Putin getroffen, nachdem er tags zuvor in Oslo mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zusammengekommen war. Nach eigenen Angaben überbrachte er Putin „Ideen“ für ein Ende des inzwischen fast fünf Jahre andauernden Kriegs. (afp)

Selenskyj befürwortet Gespräche mit den USA und Russland „so bald wie möglich“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich für schnellstmögliche Verhandlungen mit den USA und Russland über ein Ende des Ukraine-Krieges ausgesprochen. „Wir haben erfahren, dass Russland einem trilateralen Treffen zwischen unseren Teams positiv gegenübersteht“, sagte Selenskyj am Mittwoch zu Journalisten in Kyjiw. „Die amerikanische Seite schlägt vor, dieses Treffen so bald wie möglich zu organisieren. Wir sind dafür“, fügte er hinzu. (afp)

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