Saudi-Arabien in Huthi-Krise: USA ziehen Diplomaten aus Golf-Region ab

Immer neue Angriffe der islamistischen Huthi-Miliz nötigen Washington zum Handeln. Ein Mensch starb bei Angriff auf den Flughafen der Ölstadt Dammam.
Foto: NASA/AP/dpa
taz/afp/ap/dpa – Die US-Regierung hat nach Angaben aus Diplomatenkreisen angesichts der anhaltenden Angriffe der pro-iranischen Huthi-Miliz die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der US-Botschaft in der saudischen Hauptstadt Riad zur Ausreise aufgerufen. Auch die Familienangehörigen des US-Botschaftspersonals seien angewiesen worden, das Königreich zu verlassen, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus Diplomatenkreisen. Demnach wurden auch die Familien von Mitarbeitern der US-Botschaften in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Jordanien, Katar und Bahrain zur Ausreise aufgerufen.
Bei Angriffen auf den King-Fahd-Flughafen in der wichtigen Ölstadt Damman im Osten Saudi-Arabiens ist nach Behördenangaben ein Mensch getötet worden. Bei dem Todesopfer handele es sich um einen Einwohner des Königreichs, teilte die saudische Zivilluftfahrtbehörde mit. Acht weitere Menschen seien verletzt und in ein Krankenhaus gebracht worden. Zudem seien Schäden am Flughafen entstanden.
Die von Riad geführte Militärkoalition teilte mit, in der Ostregion des Landes vier Drohnenangriffe abgefangen zu haben. Am Mittwoch waren bereits bei einem Angriff auf eine saudische Ölanlage zwei Menschen getötet worden.
Der Sprecher des US-Außenministeriums, Tommy Pigott, bestätigte die Abzugs-Anordnung wenig später im Onlinedienst X. Er erklärte jedoch, sie gelte „ausschließlich für nicht in Notfällen tätige Mitarbeiter der US-Regierung und deren Familienangehörige in Saudi-Arabien“.
Macron bereist Saudi-Arabien
Der Sprecher brachte den Schritt mit den Angriffen der vom Iran unterstützten jemenitischen Huthis gegen Saudi-Arabien in Verbindung. Die Sicherheit und der Schutz der Mitarbeiter des Ministeriums sowie ihrer Familien hätten „für uns weiterhin oberste Priorität“, schrieb er.
Unterdessen ist Frankreichs Präsident Emmanuel Macron während seiner Nahost-Reise überraschend auch in die saudische Hauptstadt Riad gereist. Der saudische Kronprinz und de-facto Herrscher Mohammed bin Salman habe den französischen Staatspräsidenten empfangen, teilte die staatliche Nachrichtenagentur SPA mit.
Frankreich habe dabei mit Saudi-Arabien eine Verlängerung zusätzlicher Diesel-Lieferungen vereinbart, hieß es aus dem Élysée-Palast. Die zusätzlichen Mengen sollten so lange geliefert werden wie nötig. Weitere Details wurden nicht genannt.
Wichtigstes Wirtschaftsforum der Region abgesagt
Saudi-Arabien ist seit Monatsbeginn fast täglich Angriffen der pro-iranischen Miliz mit Raketen und Drohnen ausgesetzt. Bei einem Angriff auf den internationalen Flughafen von Riad waren am 10. Oktober 13 Menschen getötet und mehr als 300 weitere verletzt worden.
Wegen der unsicheren Lage hatte das Königshaus auch seine eigentlich für kommende Woche geplante „Future Investment Initiative“-Konferenz abgesagt. Die unter dem Pseudonym „Davos in der Wüste“ bekannt gewordenen Forum des de facto regierenden Kronprinzen Mohammed bin Salman Al Saud ist die wichtigste Wirtschaftskonferenz der gesamten ölreichen Golfregion. An ihr nehmen gewöhnlich die Chefs der wichtigsten globalen Konzerne, Banken und Investmentgesellschaften sowie Staatsoberhäupter teil.
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Kommentar von Lisa Schneider
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Von Najm Aldain Qasem
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