Mysteriöse Botschaft auf Berg projiziert

- Am Dienstag, 22. September, erschien das Wort «HELP» für rund zehn Minuten als Lichtprojektion an der Bergwand des Salève bei Genf.
- Wer hinter der Aktion steckt, ist ungeklärt – Polizei, Aktivisten, ein Künstler und ein GTA-Projekt wurden als Urheber ausgeschlossen.
- Der Einsatz von Lasern im öffentlichen Raum ist in der Schweiz gesetzlich streng geregelt und kann strafrechtliche Folgen haben.
Der Salève erleuchtete am Dienstag gegen 20.30 Uhr plötzlich mit einer seltsamen und riesigen Lichtinschrift. Während etwa zehn Minuten, so zahlreiche Zeugen, erschien das Wort «HELP» («Hilfe», auf Englisch) an der Bergwand. Wer hat dieses Bild projiziert und warum? Bislang gibt es keine Antwort.
Politische Botschaft?
Im angespannten Kontext der starken Mobilisierung gegen den viel kritisierten Autobahnabschnitt A412 zwischen Thonon-les-Bains und Machilly könnte es sich um eine politische Botschaft gehandelt haben. Allerdings dementiert Anne Granget, Mitglied des Kollektivs Stop A412, dafür verantwortlich zu sein. «Wir sind nicht die Urheber dieser Aktion. Wir wissen von nichts und, um ehrlich zu sein, suchen auch wir nach Antworten.»
Werbung für GTA 6?
Das Gerücht erwähnte auch einen möglichen Werbegag des Projekts Geneva RP, das mit dem berühmten Videospiel «GTA» («Grand Theft Auto») verbunden ist. Die Macher des Projekts veröffentlichten nämlich ein Video der Lichtprojektion auf ihrem Instagram-Konto. Auf Anfrage von 20 Minutes erklärten sie aber, keinerlei Verbindung zur mysteriösen Beleuchtung des Salève zu haben.
Ist es Kunst?
Auch die Spur eines vergänglichen Kunstwerks wurde ins Spiel gebracht. Ein Westschweizer Künstler wurde insbesondere in den sozialen Netzwerken erwähnt. Er antwortete 20 Minutes nicht, dementierte jedoch gegenüber der «Tribune de Genève», hinter der Inschrift zu stecken.
Polizei steht vor einem Rätsel
Gemäss den Genfer und Haute-Savoyer Behörden (F) wurde bei ihnen kein Genehmigungsantrag für diese riesige Lichtprojektion eingereicht. Die Kantonspolizei schickte eine Patrouille in das Gebiet, von dem das mutmassliche Lasersignal hätte ausgehen können – nämlich die Region Veyrier. Doch als die Einsatzkräfte vor Ort ankamen, fanden sie niemanden vor, und die Beleuchtung war bereits verschwunden.
Gesetzlich strafbar
Sofern die Urheber der Botschaft vom Genfer Kantonsgebiet aus gehandelt haben, erinnert die Polizei daran, dass «der Einsatz von Lasern im öffentlichen Raum grundsätzlich durch das Bundesrecht streng geregelt ist». Er kann namentlich «Autofahrer oder Piloten blenden und den Luftverkehr stören». Eine der Anflugrouten des Genfer Flughafens führt genau über den Salève.
Zudem stellt Guillaume Carnegie, Sprecher der Polizeikräfte, fest: «Das Verbreiten einer falschen Notfallbotschaft ist ebenfalls nicht harmlos: Die Bevölkerung zu alarmieren oder Rettungskräfte wissentlich ohne Grund zu mobilisieren, ist strafrechtlich strafbar.»
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David Ramseyer est journaliste à la rédaction genevoise de 20 minutes depuis 2014. Il traite notamment des thématiques liées à la sécurité, à la mobilité et au développement durable. Il a auparavant travaillé à Léman Bleu ainsi qu'à Radio Lac.
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