Vom Metzger zum Quoten-Flop

Er hat Fleisch zerlegt, Hits geschrieben und Deutschland zum ESC-Sieg geführt. Heute wird Stefan Raab 60 – und kämpft ausgerechnet beim Fernsehen um jene Zuschauer, die ihm früher in Scharen zuliefen.
Publiziert: vor 16 Minuten
- Stefan Raab wird 60 und blickt auf eine TV-Karriere zurück
- Mit «TV Total» und Lenas ESC-Sieg prägte er Privat-TV
- Sein RTL-Comeback schwächelt trotz 90-Millionen-Budget
Fynn MüllerPeople-Redaktor
60 Jahre Stefan Raab! Der Entertainer feiert heute seinen runden Geburtstag. Zwei Jahre nach seinem viel beachteten TV-Comeback zeigt sich eine gemischte Bilanz. Auf grosse Aufmerksamkeit folgten neue Shows, wechselnde Quoten und Kritik. Ein Rückblick auf Raabs bewegtes Leben.
Alles begann in einer Metzgerei
Stefan Raab packte früh im Familienbetrieb im deutschen Köln-Sülz an und wurde als Jugendlicher zum Metzgermeister. Die Wurst begleitet ihn bis heute – etwa mit dem «Schweinemett-Song».
Plötzlich Entertainer
Anfang der 90er steht der Kölner plötzlich vor der Kamera. Beim Musiksender Viva beginnt seine TV-Karriere. Raab ist frech, schnell und selten um einen Spruch verlegen. Er textet, komponiert, moderiert und merkt dabei: Das Fernsehen ist sein Spielplatz.
Der Quoten-König
1999 startet «TV Total» auf ProSieben, später kommen «Schlag den Raab» und die «Wok-WM» dazu. Raab räumt ab. Der Samstagabend gehört ihm. 16 Jahre lang prägt er das Privatfernsehen wie kaum ein anderer.
Deutschlands ESC-Held
Der Eurovision Song Contest wird für Raab zur Herzensangelegenheit. 2000 tritt er mit «Wadde hadde dudde da?» selbst an und holt Platz 5. Danach arbeitet er als Talentförderer: Er formt Max Mutzke (45) und später Lena Meyer-Landrut (35). Letztere gewinnt 2010 in Oslo und beschert Deutschland den ersten ESC-Sieg seit Jahrzehnten.
Der Rückzug
Ende 2015, wenige Monate vor seinem 50. Geburtstag, zieht Raab die Reissleine und verabschiedet sich vom Bildschirm. Nach 16 Jahren bei ProSieben. Der Sender betont, Raab stünden jederzeit alle Türen offen. Der Entertainer geht auf dem Höhepunkt seines Ruhms.
Die Frau an seiner Seite
Privat hält Raab die Tür zu. Schon immer. Seit 1997 ist er mit Nike Raab zusammen, die beiden haben zwei Töchter (20 und 22). Gemeinsame öffentliche Auftritte gibt es nicht.
Das Comeback, das keines wird
Am Karfreitag 2024 kündigt Raab in einem mysteriösen Video sein Comeback an. Einen Kampf gegen die frühere Box-Weltmeisterin Regina Halmich (47) am 14. September. Aus ProSieben wird RTL. Es soll sein Startschuss zurück auf die grosse TV-Bühne sein. Acht Millionen Menschen schauen live auf RTL zu, der Sender jubelt und spricht von einem der «erfolgreichsten TV-Events der letzten zehn Jahre». Das Comeback scheint geglückt. Dann beginnt der Abstieg. «Du gewinnst hier nicht die Million» wird nach rund 30 Folgen wieder eingestellt. «Die Stefan Raab Show» kommt im Schnitt auf weniger als 8 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe. Kritiker finden seine neuen Formate verkrampft, sein Humor sei aus der Zeit gefallen.
Der 90-Millionen-Vertrag
Derweil läuft der Exklusivvertrag zwischen Raab und RTL mit einem zugesicherten Produktionsvolumen von rund 90 Millionen Euro bis Herbst 2029 gnadenlos weiter. Dabei geht es nicht um seine Gage, sondern um das Budget für seine Shows. Trotzdem sorgt die Zahl für Zündstoff. Anfang 2026 streicht RTL Deutschland 600 Stellen, bekannte Sendungen wie «Gala» und «Prominent» verschwinden vom Bildschirm. Unter dem Instagram-Post von Moderatorin Elena Bruhn schreiben Fans: «Um Stefan Raab zu bezahlen, hat RTL Geld.»
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