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Friday, September 25, 2026

Wechsel von Primar in Sek stürzt Kinder ins Burnout

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  • Eine Studie der Universität Freiburg zeigt: Bei 12-Jährigen nimmt Schul-Burnout nach dem Übertritt in die Sekundarschule signifikant zu.
  • Symptome sind unter anderem: Erschöpfung, Bauchschmerzen und Schlafprobleme.
  • Besonders stark betroffen sind Schülerinnen und Schüler in der höchsten Leistungsstufe.
  • Unterstützung durch Lehrpersonen wirkt schützend – Kinder, die sich begleitet fühlen, zeigen weniger Burnout-Symptome.

Elf oder zwölf Jahre alt – und emotional erschöpft von der Schule? Eine neue Schweizer Studie zeigt, dass Burnout-Symptome nicht nur Erwachsene im Berufsalltag betreffen können. Auch Kinder können unter starker schulischer Belastung leiden.

Schul-Burnout bei Zwölfjährigen

Forschende der Universität Freiburg begleiteten 162 Schülerinnen und Schüler während ihres Übertritts von der Primar- in die Sekundarschule. Das Durchschnittsalter lag zu Beginn bei knapp zwölf Jahren. Die Kinder wurden im letzten Jahr der Primarschule und ein Jahr später erneut befragt.

Das Resultat: Nach dem Stufenwechsel war das sogenannte Schul-Burnout signifikant höher. Besonders stark nahm es bei Schülerinnen und Schülern in der höchsten Leistungsstufe zu.

Wie beurteilst du den Schulwechsel in die Sekundarschule für Kinder?

Schulstress kann sich körperlich zeigen

Untersucht wurde auch, welche Faktoren mit Schul-Burnout zusammenhängen. Besonders auffällig war der Stress durch die schulische Arbeitsbelastung. Auch körperliche Beschwerden spielten eine Rolle.

Dazu zählen etwa Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Schlafprobleme, Müdigkeit, Schwächegefühle oder starke emotionale Erschöpfung. Hinzu kommt Zynismus gegenüber der Schule: Kinder distanzieren sich zunehmend vom Unterricht und sehen weniger Sinn in ihrer Schularbeit.

Lehrpersonen können einen Unterschied machen

Auch in anderen Kantonen werden ähnliche Erfahrungen gemacht. René Keller, Vizepräsident bei Visenti Aargau, dem Verband Schulführung Schweiz, sagt auf Anfrage: «Erschöpfung, Rückzug und Fehlzeiten haben in den letzten fünf Jahren sicher etwas zugenommen.»

Mit steigenden schulischen Anforderungen nehme seiner Einschätzung nach auch der Druck auf die Schülerinnen und Schüler zu. «Wer beim Übertritt gut eingeteilt wurde, sollte dies in der Regel aber auch gut bewältigen können», sagt Keller.

Unterstützung erhalten betroffene Schülerinnen und Schüler laut Keller etwa von Klassen- und Fachlehrpersonen.

Schulsozialarbeit beobachtet mehr Absenzen

Auch die Schulsozialarbeit der Stadt Bern beobachtet, dass Kinder und Jugendliche zunehmend unter Druck zu stehen scheinen. «Sichtbar wird dieser Stress unter anderem durch Erschöpfung, Rückzug und zunehmende Fehlzeiten bis hin zu Schulabsentismus», sagt Sandra Geissler, Leiterin Schulsozialarbeit.

Sie warnt jedoch davor, nur auf besonders offensichtliche Anzeichen zu achten. Stress und Überlastung könnten sich auch durch häufige Absenzen, regelmässiges Zuspätkommen, Verhaltensänderungen, Rückzug, Überanpassung oder Schulverweigerung zeigen. Psychosomatische Beschwerden, Mobbing oder Ausgrenzung könnten ebenso eine Rolle spielen.

«Nicht alle Kinder zeigen ihre Belastung laut und deutlich», sagt Geissler. Manche würden sich zurückziehen, sich übermässig anpassen oder versuchen, ihre Schwierigkeiten möglichst lange zu verbergen. Ihr Fazit: «Auch leise kann auffällig sein.»

Lehrpersonen können einen Unterschied machen

Der Wechsel in die Sekundarschule könne eine besonders sensible Phase sein, sagt Geissler weiter. Die Kinder müssten sich gleichzeitig an neue Lehrpersonen, schulische Anforderungen und häufig auch neue Klassenkonstellationen gewöhnen. «Gerade in dieser Phase sind verlässliche Beziehungen und eine aufmerksame Begleitung besonders wichtig.»

Dass die Unterstützung durch Lehrpersonen Kinder vor einem Burnout schützen kann, bestätigt auch die Studie: Schülerinnen und Schüler, die sich von ihren Lehrpersonen stärker unterstützt fühlten, berichteten sowohl vor als auch nach dem Übertritt von einem besseren Wohlbefinden.

Jetzt bist du gefragt: Beobachtest du bei deinem Kind starken Stress wegen der Schule? Ist es häufig erschöpft, hat Bauch- oder Kopfschmerzen, schläft schlecht oder hat plötzlich keine Freude mehr an der Schule? Hat sich das besonders beim Übertritt von der Primar- in die Sekundarschule gezeigt? Wie erlebst du das als Mutter oder Vater? Wie erlebt es dein Kind? Erzähl uns deine Erfahrungen im Formular unten.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, eine psychische Erkrankung?

Hier findest du Hilfe:

Kinderseele Schweiz, Beratung für psychisch belastete Eltern und ihre Angehörigen

Psyfinder, qualifizierte Fachpersonen in deiner Nähe

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Selina Keller

Selina Keller (sek) arbeitet seit 2025 bei 20 Minuten und ist Redaktorin im Ressort Community

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