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Thursday, September 24, 2026

Mehr ETFs als Aktien: Warum immer mehr Anleger auf die Billig-Fonds setzen

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Mehr ETFs als Aktien

Warum immer mehr Anleger auf die Billig-Fonds setzen

Der «Exchange Traded Fund», kurz ETF, wird 50 Jahre alt: Zu Beginn von vielen belächelt, verwaltet der grösste heute mehr als eine Billion US-Dollar. Warum die Anlageform immer mehr Investorengelder sammelt.

Publiziert: vor 9 Minuten

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft

  • Der Vanguard S&P 500 ETF erreicht 2026 erstmals 1,07 Billionen Dollar
  • Vor fünf Jahren war Vanguard mit 225 Milliarden Dollar Markt-Aussenseiter
  • In den USA gibt es 5200 ETFs, mehr als 3400 Aktiengesellschaften

John Bogle, Gründer des US-Vermögensverwalters Vanguard, lancierte mit dem «Vanguard 500 Index Fund» vor 50 Jahren den ersten Indexfonds für Privatanleger. Inspiriert wurde er dabei vom Princeton-Professor Burton Malkiel und dessen Buchklassiker «A Random Walk Down Wall Street» von 1973.

Am Markt fand der «Vanguard 500 Index Fund» anfangs wenig Anklang. Marktkommentatoren argumentierten, Investierende würden auf Mittelmässigkeit setzen, wenn sie auf den zugrundeliegenden S&P 500 Index statt auf Einzeltitel setzten. 

Vom Aussenseiter zum Marktführer

Die Geschichte hat die Kommentatoren von damals später eines Besseren belehrt. Am 2. Juni 2026 überschritt der börsengehandelte ETF mit dem heutigen Namen «Vanguard S&P 500 ETF» unter dem Tickersymbol VOO die Marke von einer Billion Dollar verwalteter Kundenvermögen.

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Mitte September 2026 ist der Vanguard S&P 500 ETF (VOO) gemäss Daten von Bloomberg weiterhin die Nummer eins mit einem Vermögen von 1,07 Billionen Dollar. Die beiden wichtigsten Wettbewerber folgen dahinter: Der «iShares Core S&P 500 ETF» steht bei 864 Milliarden Dollar, während der «SPDR S&P 500 ETF Trust» von State Street es auf rund 694 Milliarden US-Dollar bringt.

Erstaunlich ist primär das Wachstum des Vanguard-ETF in jüngster Vergangenheit. Daniel Sotiroff, leitender Analyst von Morningstar, hielt dazu in einer Analyse fest, dass Vanguard vor fünf Jahren noch als Aussenseiter galt. Mit einem Fondsvolumen von rund 225 Milliarden Dollar war der «Vanguard S&P 500 ETF» damals der kleinste der drei grossen S&P-500-ETFs. Marktführer war seinerzeit der «SPDR S&P 500 ETF Trust» mit etwa 360 Milliarden US-Dollar.

Mehr ETFs als börsennotierte US-Unternehmen

Wie erfolgreich die Anlagekategorie der «Exchange Traded Funds» ist, lässt sich an der Anzahl der kotierten ETFs am amerikanischen Markt ablesen. Rund 5200 ETFs stehen 3200 bis 3400 börsennotierten Aktiengesellschaften gegenüber – sprich, es sind deutlich mehr ETFs als US-Unternehmen gelistet.

Die wachsende Angebotsbreite wird dabei zunehmend von ETFs auf gehebelten Produkten getragen. Ein gehebelter ETF oder auch «Leveraged ETF» ist ein börsengehandelter Fonds, der die tägliche Wertentwicklung eines zugrunde liegenden Index wie dem S&P 500, dem Nasdaq oder Einzelwerten wie Aktien von Apple bis Walmart oder Kryptowährungen mit einem festen Faktor nachbildet. 

Am gängigsten sind 2- oder 3-fache Hebel. Steigt der Basisindex um 1 Prozent, gewinnt ein 2-fach gehebelter ETF rund 2 Prozent. Fällt der Index umgekehrt um 1 Prozent, verliert der ETF 2 Prozent.

Wachsender Markt in der Schweiz

An der Schweizer Börse sind 320 ETFs gelistet. Ähnlich wie in den USA übersteigt damit die Anzahl der ETFs die Anzahl der im Swiss Performance Index (SPI) vertretenen Aktien. Mitte September 2026 sind rund 230 Firmen im SPI gelistet.

Am meisten verwaltetes Vermögen hat der «iShares NASDAQ 100 UCITS ETF» von Blackrock mit 28,2 Milliarden Dollar, gefolgt vom «Invesco S&P 500 UCITS ETF» mit 10,4 Milliarden Dollar und dem «iShares Swiss Dividend ETF» mit 10,1 Milliarden Dollar. Dahinter folgt der «UBS Core MSCI EM UCITS ETF» mit 9,2 Milliarden Dollar Kundengeldern.

Der «iShares Swiss Dividend ETF» orientiert sich am «SPI Select Dividend 20 Index» der SIX. Der Index umfasst die 20 Firmen im SPI, die am verlässlichsten Dividenden ausschütten. Die Gewichtung der Aktien hängt vom handelbaren Börsenwert, dem Streubesitz und der Dividendenrendite ab.

Entsprechend ist das «Who is who» der grosskapitalisierten Schweizer Dividendenperlen prominent vertreten: Zurich Insurance und Roche (je 15 Prozent Gewichtung), Nestlé und Novartis (je 14 Prozent) sowie Swiss Re und Holcim (je 10 Prozent) sind die sechs grössten Positionen.

ETFs laufen Anlagefonds den Rang ab

Für viele Anlegerinnen und Anleger stellt sich die Frage, ob nun Anlagefonds oder ETFs das bessere Investment sind. Beide Anlagelösungen haben dabei ihren Reiz. Fonds bieten aktives Management und Expertise, während ETFs mit niedrigen Kosten und Flexibilität punkten.

Die Kostenstruktur ist ein zentraler Faktor für die Wahl eines ETFs, da sie den Zinseszinseffekt direkt beeinflusst. Ein Prozent mehr an jährlichen Gebühren frisst über 20 Jahre gegen 100 Prozent des Gewinns auf. Gegen Anlagefonds spricht zudem, dass die Mehrheit der aktiven Fondsmanager es über längere Zeit nicht schafft, den Vergleichsindex zu schlagen.

Nach Abzug der hohen Fondsgebühren bleibt für Anleger oft weniger Gewinn übrig als mit einem einfachen ETF auf einen bekannten Börsenindex.

Keine Empfehlung für Anleger

Dieser Artikel dient ausschliesslich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Meinungen und Einschätzungen beruhen auf sorgfältiger Recherche, können jedoch nicht die individuelle Prüfung und Beratung durch Fachleute ersetzen. Börsenentwicklungen sind von vielen Faktoren abhängig und nicht vorhersehbar. Investitionen in Aktien, Kryptowährungen und andere Finanzprodukte bergen Risiken, einschliesslich des möglichen Verlusts des eingesetzten Kapitals.

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