Machtkampf um KI: "Eine Schicksalsfrage der Menschheit"
KI zwischen Revolution und Bedrohung: Warum führende Entwickler vor ihrer eigenen Technologie warnen – und welche Rolle US-Präsident Donald Trump im KI-Wettrennen spielt.
22.09.2026 | 65:38 minAn diesem Mittwoch trifft der chinesische Präsident Xi Jinping in Washington ein, um mit Donald Trump unter anderem über eines der dringendsten Probleme der Gegenwart zu sprechen: Künstliche Intelligenz. Sowohl China als auch die USA sind globale Vorreiter in KI und haben damit maßgeblichen Einfluss darauf, ob und wie der rasante Fortschritt im Bereich KI kontrolliert werden kann. Aktuell befinden sich China und die USA in einem Wettrennen um die besten KI-Systeme.
Wie reagiert die Politik auf die wachsende Sorge vor einem Kontrollverlust? In der aktuellen Folge des auslandsjournal-Podcasts "Der Trump-Effekt" sprechen die ZDF-Korrespondenten Katrin Eigendorf, Ulf Röller und Elmar Theveßen mit dem KI-Experten Benjamin Balde über Gefahren, Chancen und Zukunft von Künstlicher Intelligenz.
Was steht auf dem Spiel?
Für Ulf Röller, ZDF-Studioleiter in Brüssel, ist klar: Ob es gelinge, Künstliche Intelligenz zu kontrollieren, sei "eine Schicksalsfrage der Menschheit." Benjamin Balde von der Organisation "Control AI" sieht es ähnlich. Im schlimmsten Fall sei denkbar, dass durch autonome sogenannte Super-Intelligenzen die Menschheit die langfristige Kontrolle über ihre eigene Zukunft verliere. Gerade aufgrund solcher Schreckensszenarien sei es unabdingbar, globale Richtlinien oder einen Aufschub für die sich aktuell rasant entwickelnden KI-Systeme zu vereinbaren, so Balde.
Wir Menschen können uns jetzt entscheiden: Wollen wir das zulassen?
Benjamin Balde, Program Officer bei "Control AI"
Die USA und China liefern sich ein teures Wettrennen um die Vorherrschaft bei Künstlicher Intelligenz. Doch wie stabil ist dieser Boom? WISO - Wirtschaft erklärt mit Florian Neuhann.
12.09.2026 | 10:36 minBereits im Juli kam es bei einem Test der KI-Modelle des ChatGPT-Herstellers Open AI bei einem Test zu einem Zwischenfall. Mehrere KI-Agenten hatten sich zusammen selbstständig gemacht, waren aus ihrem Testumfeld ausgebrochen und hatten unbefugt eine fremde Firma gehackt.
Elmar Theveßen, ZDF-Studioleiter in Washington, findet an dem Vorfall besonders besorgniserregend, wie die Systeme in der Lage gewesen seien, sich zu Kollektiven zusammenzuschließen, um eine Art "Gangster-Mentalität" zu entwickeln.
Wir schrammen hier fast täglich an irgendwelchen Katastrophen vorbei.
Elmar Theveßen, ZDF-Studioleiter in Washington
"In diesem Fall war das Modell scheinbar so gut, dass es die Sicherheitszone, die OpenAI gesetzt hat, verlassen hat", sagt Dennis-Kenji Kipker, Experte für IT-Sicherheit.
23.07.2026 | 7:09 minTrotz allem Grund zur Hoffnung
Trotz der zahlreichen denkbaren Schreckensszenarien ist für die Internationale Sonderkorrespondentin des ZDF, Katrin Eigendorf, bemerkenswert, dass jüngst vor allem KI-Entwickler selbst Bedenken äußerten. Prinzipiell hänge deshalb die politische Antwort auf die Gefahren eines weiteren Fortschritts der Systeme auch davon ab, ob es gelinge, einer möglichst breiten Öffentlichkeit die Gefahren und Risiken künstlicher Intelligenz zu vermitteln, so Eigendorf.
Ich sehe einen großen Fortschritt in der Tatsache, dass mittlerweile aus der Branche selbst der Alarm kommt.
Katrin Eigendorf, internationale Sonderkorrespondentin des ZDF
Benjamin Balde stellt trotz aller Bedenken klar: "Die KI ist noch nicht vollständig autonom." Vor allem in der Anwendung in spezialisierten Bereichen wie Medizin, Pharmazie oder Chemie sei KI enorm hilfreich. Dass es sich bei solchen spezialisierten Anwendungen um Werkzeuge handele, die im Zweifelsfall immer einen Menschen als Zwischeninstanz benötigten, sei dabei entscheidend.
Eine KI-Software von Meta hat sich bei einem Sicherheitstest in ein anderes Unternehmen gehackt. Meta zufolge hatte das KI-Modell durch eine falsche Einstellung Zugang zum Internet.
06.08.2026 | 0:26 minBevor jedoch politisch detailliert geklärt werden könne, welche Anwendungen sinnvoll seien und welche nicht, müsse man sich zuerst global auf ein Verbot von Super-Intelligenzen einigen, findet Balde. Diese könnten laut dem Experten irgendwann in der Lage sein, menschliche Kontrolle vollends zu überwinden. Aktuell mangele es hierfür jedoch noch an einem internationalen Regulierungsregime, welches das globale Wettrennen um die besten KI-Systeme ausbremsen könne.
Denkbar wäre für Elmar Theveßen, dass ein solches internationales Abkommen nach dem Vorbild der Genfer Konventionen ausgehandelt würde. Dieses könnte die Entwicklung Künstlicher Intelligenz dann global regulieren und eingrenzen.
Aus der Sicht des Bürgers ist für Theveßen am Ende klar: "Wir können etwas tun, indem wir darüber reden, in dem wir alle Seiten abwägen, indem wir Forderungen stellen und dadurch Druck auf die Politik erzeugen."
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