Offline, gemeinsam, cineastisch: So wollen Schweizer 2027 reisen

Schweizer Reisetrends 2027
Offline, gemeinsam, cineastisch: So wollen Schweizer 2027 reisen
Weniger Bildschirm, mehr Natur und gemeinsame Erlebnisse: Eine neue Umfrage zeigt, was Schweizerinnen und Schweizer 2027 von ihren Ferien erwarten. Auch der typische Polterabend verändert sich.
Publiziert: vor 17 Minuten
Gunda BosselSEO-Redaktorin
Wer in den Ferien ständig aufs Handy schaut, verpasst genau das, wofür er verreist ist. Das sehen offenbar auch immer mehr Menschen aus der Schweiz so. Für 2027 zeichnet sich ein Trend zu Ferien ab, bei denen das Smartphone in der Tasche bleibt und reale Erlebnisse im Mittelpunkt stehen.
Das zeigt eine Befragung von 2000 Personen in der Schweiz, die die Reisesuchmaschine Skyscanner für ihren Bericht zu den Reisetrends 2027 durchgeführt hat. Ergänzend wertete das Unternehmen Suchanfragen nach Reisezielen aus. Die Ergebnisse deuten auf drei Entwicklungen hin: bewusste digitale Auszeiten, neue Formen des Feierns und spannende Reiseideen, die von Filmen oder alten Legenden inspiriert sind.
Ferien ohne Handy: Diese Reiseziele werden beliebter
Eine Hütte im Wald statt das All-inclusice-Hotel mit WLAN, ein Handwerkskurs statt endlos in Social-Media-Feeds zu scrollen, oder ein Abend am knisternden Lagerfeuer statt vor dem Bildschirm: Offline-Ferien helfen, den Kopf freizubekommen und sich wieder stärker auf die Umgebung und die Mitmenschen zu konzentrieren.
Ganz einfach ist das allerdings nicht. Laut Skyscanner braucht fast die Hälfte der Befragten eine gewisse Zeit, bis sie im Urlaub dann auch wirklich abschalten kann. Besonders schwer fällt es offenbar älteren Reisenden: 16 Prozent der Babyboomer geben an, dass sie sich in den Ferien nie ganz von ihrem digitalen Alltag lösen können.
Aber auch jüngere Generationen kennen die Unruhe ohne Smartphone. 33 Prozent der Generation Z werden nervös, wenn sie nicht verfolgen können, was in der Welt passiert. Bei den Millennials sind es 29 Prozent.
Dabei scheint sich die digitale Pause auszuzahlen: 49 Prozent fühlen sich laut Umfrage präsenter, wenn sie offline sind. 61 Prozent nehmen die Natur bewusster wahr, 65 Prozent fühlen sich ihren Mitmenschen näher und 53 Prozent erleben die lokale Kultur intensiver.
Die Suchanfragen bestätigen den Trend zu Off-Grid-Ferien
Auch die Suchdaten passen zum Trend, denn besonders stark legten Suchanfragen für Reiseziele zu, die sich für eine Auszeit in der Natur eignen:
- Bischkek, Kirgistan: plus 628 Prozent
- Târgu Mureș, Rumänien: plus 379 Prozent
- Luleå Kallax, Schweden: plus 135 Prozent
- Evenes, Norwegen: plus 76 Prozent
- Santa Cruz de La Palma, Spanien (Kanareninsel La Palma): plus 70 Prozent
Die Zahlen beziehen sich auf die von Skyscanner ausgewerteten Suchanfragen. Sie zeigen ein wachsendes Interesse, belegen aber nicht automatisch, dass die tatsächlichen Buchungen im gleichen Ausmass steigen.
Junggesellenabschied 2027: Das Brautpaar feiert gemeinsam
Auch vor der Hochzeit verändert sich die Ferienplanung. Statt dass Braut und Bräutigam getrennt mit ihren jeweiligen Freundeskreisen feiern, kommt eine gemeinsame Variante ins Spiel: Beim sogenannten JGA-Plus sind beide dabei, ebenso Freunde und teilweise Familienmitglieder.
Laut Skyscanner können sich 34 Prozent der Befragten vorstellen, einen solchen gemeinsamen Junggesellenabschied zu feiern. Bei der Generation Z liegt der Anteil bei 41 Prozent, bei den Millennials bei 37 Prozent.
Die Gründe sind vielfältig. 48 Prozent versprechen sich mehr Spass von der gemeinsamen Feier. Für 33 Prozent ist entscheidend, dass sie ohnehin denselben Freundeskreis haben. 29 Prozent schätzen, dass nur eine Feier organisiert werden muss. Das kann auch das Budget entlasten.
Dass Gruppenreisen an Bedeutung gewinnen, zeigt sich ebenfalls in den Suchdaten: Die Zahl der Flugsuchen für Reisen von Erwachsenengruppen ist im Jahresvergleich um 13 Prozent gestiegen.
Diese Städte sind für Gruppenreisen gefragt
Für Junggesellenabschiede im Jahr 2027 verzeichnet Skyscanner besonders starke Zuwächse bei den Suchanfragen für folgende Städte:
- Frankfurt: plus 95 Prozent
- São Paulo: plus 93 Prozent
- Amsterdam: plus 41 Prozent
- Tokio: plus 40 Prozent
- London: plus 38 Prozent
Die Auswertung zeigt ausserdem, dass Gruppen im weltweiten Durchschnitt zu siebt unterwegs sind. Wer nach Tokio reist, bleibt im Schnitt fast fünf Nächte. Auf Bali dauern die Aufenthalte sogar mehr als sechs Nächte.
Filme und Legenden wecken die Reiselust
Nicht nur der Wunsch nach Ruhe oder gemeinsamen Erlebnissen beeinflusst die Ferienplanung. Auch Geschichten spielen eine Rolle. Wer sich von epischen Filmszenen, Serienwelten oder alten Legenden faszinieren lässt, möchte die Schauplätze und Landschaften dahinter mit eigenen Augen sehen. Laut der Skyscanner-Umfrage lassen sich 30 Prozent der Befragten von grossen Film- oder Seriengeschichten zu einer Reise inspirieren. Bei den Millennials sind es sogar 35 Prozent. Dies geschieht leider nicht immer zum Vorteil der Reiseziele, wie dieses Beispiel in Dubrovnik zeigt.
Auch Mythen und Legenden wecken Fernweh: 45 Prozent der Millennials und 43 Prozent der Generation Z geben an, dass solche Erzählungen ihre Reiseideen beeinflussen.
Dazu kommt der Wunsch nach besonderen Erinnerungsstücken. Für manche gehört die Suche nach exklusiven oder limitierten Souvenirs zum Reiseerlebnis dazu. Nicht allein das Ziel zählt, sondern auch das, was man dort entdeckt und später mit nach Hause nimmt.
Was die Reisetrends für 2027 zeigen
Die Ergebnisse zeichnen das Bild einer Ferienplanung, bei der persönliche Erlebnisse wichtiger werden. Ob digitale Auszeit in der Natur, ein gemeinsamer Trip mit dem Freundeskreis oder eine Reise auf den Spuren einer Filmgeschichte: Gefragt sind offenbar Ferien, die mehr bieten als schöne Bilder fürs Smartphone.
Ganz ohne Handy muss es dabei nicht gehen. Entscheidend ist vielmehr, wie bewusst Reisende ihre Zeit gestalten und welche Erinnerungen sie aus den Ferien mitnehmen.
Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.