In Psychiatrie verlegt: Mutmaßlicher Angreifer von Trappes stand unter Drogen

In Psychiatrie verlegtMutmaßlicher Angreifer von Trappes stand unter Drogen
25.10.2026, 14:10 Uhr

Nach dem rassistisch motivierten Schussangriff in der Nähe von Paris steht der Tatverdächtige unter psychiatrischer Beobachtung. Im Blut des 39-Jährigen wurden Spuren von Kokain und Cannabis gefunden. Ob seine Vernehmung fortgesetzt werden kann, ist unklar.
Bei dem als rassistischen Terroranschlag eingestuften Schussangriff bei Paris mit einem Toten und fünf Verletzten stand der Tatverdächtige unter Drogeneinfluss. Wie die Anti-Terrorstaatsanwaltschaft in Paris mitteilte, seien im Blut des 39-Jährigen Spuren von Cannabis und Kokain entdeckt worden. Der Mann sei nach einer ersten psychiatrischen Untersuchung aus dem Polizeigewahrsam in die psychiatrische Ambulanz der Polizeipräfektur verlegt worden.
Dort befinde er sich weiter unter psychiatrischer Beobachtung. Diese könne bis zu 48 Stunden dauern, erklärte die Staatsanwaltschaft. Danach werde entschieden, ob der mentale Zustand des Mannes die Fortsetzung der Vernehmungen zulasse. Auch die nach der Tat festgenommenen Angehörigen und Freunde des Verdächtigen bleiben demnach weiter im Polizeigewahrsam.
Die Familie des bei dem Angriff getöteten 26-Jährigen kritisierte die Aufhebung des Polizeigewahrsams des Verdächtigen. Der Anwalt der Familie erklärte, es müsse geprüft werden, ob Behördenversagen vorliege. Schließlich sei der Täter der Polizei und der Justiz bekannt gewesen und habe offenbar "Kriegswaffen" besessen.
"Mein Kampf"-Ausgabe in Wohnung gefunden
Der Angreifer hatte am Freitag in den Pariser Vorstädten Trappes und La Verrière aus seinem Auto heraus mit einer Maschinenpistole auf Menschen geschossen. Dabei tötete er einen Franzosen afrikanischer Herkunft und verletzte mehrere Menschen mit maghrebinischen oder afrikanischen Wurzeln. Ein zwölfjähriges Mädchen wurde von acht Kugeln getroffen und schwebt weiter in Lebensgefahr. Der verdächtige vorbestrafte 39-Jährige wurde schließlich im nahegelegenen Coignières festgenommen.
Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron sprach von einem "rassistischen Terroranschlag". Die französische Anti-Terrorstaatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren wegen "Mordes im Zusammenhang mit einer terroristischen Vereinigung" ein. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Tatverdächtigen fanden die Ermittler Gasflaschen, Zünder und einen Zeitschaltmechanismus. Zudem stießen sie auf eine Ausgabe von Adolf Hitlers "Mein Kampf" sowie eine Bibel und einen Koran.
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