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Tuesday, October 13, 2026

Teure Fitness-App der Armee – SP-Wyss will Geldhahn zudrehen

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«Es versickern Millionen in irgendwelchen Kleinstprojekten!»

Teure Fitness-App der Armee – SP-Wyss will Geldhahn zudrehen

Mit Trainingsplänen und Videos soll eine Armee-App angehende Rekruten für den Sporttest fit machen. Für den Unterhalt und die Weiterentwicklung will der Bund bis 2034 über drei Millionen Franken ausgeben. SP-Finanzpolitikerin Sarah Wyss will dem einen Riegel schieben.

Publiziert: vor 22 Minuten

  • Die Armee will bis 2034 über drei Millionen Franken in ihre Fitness-App «Ready» investieren
  • SP-Nationalrätin Sarah Wyss kritisiert die hohen Kosten und will die Ausgaben verhindern
  • Die App bereitet angehende Rekruten mit Trainingsplänen, Videos und Selbsttests auf den Sporttest vor
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Janic UrechRedaktor Politik

Das ist ein schöner Batzen: Die Schweizer Armee will mehr als 3 Millionen Franken für den Unterhalt und die Weiterentwicklung ihrer Fitness-App ausgeben. Mit der App Ready sollen sich künftige Soldaten gut auf die Rekrutierung vorbereiten können.

Die App ist bereits seit 2019 im Einsatz. Nun hat der Bund den Auftrag für ihren weiteren Betrieb und ihre Weiterentwicklung für die Jahre 2026 bis 2034 vergeben. Dafür will er jährlich bis zu 400’000 Franken ausgeben.

Wyss will App-Investitionen einsparen

Wenig anfangen mit dem Vorhaben kann die führende SP-Finanzpolitikerin Sarah Wyss (38). Mit einem Antrag in der Finanzkommission will sie sich gegen die Ausgabe dieser Gelder wehren, kündigt die Basler Nationalrätin an.

«Die App bietet nichts, was den Betrag rechtfertigt, der jetzt in ihre Weiterentwicklung investiert werden sollte», sagt Wyss zu Blick. Sie sei selber per Zufall über die App gestolpert. Diese sei jedoch kein Einzelfall: «Es versickern Millionen in irgendwelchen Kleinstprojekten mit mässigem Erfolg.» Wyss bezweifelt, dass das VBS eine Übersicht über all diese Kleinstprojekte hat.

Den Kürzungsantrag will Wyss zunächst in der zuständigen Kommission stellen. Anschliessend kann die Verwaltung dazu Stellung nehmen. «Wenn sich dann zeigen sollte, dass die App tatsächlich dazu beiträgt, die Armee wehrhafter zu machen – was ich bezweifle –, kann man darüber reden», sagt Wyss. Gerade weil derzeit viel Geld in die Armee investiert werden soll, müssten die Ausgaben kritisch hinterfragt werden. Das gelte auch für die Fitness-App. Schliesslich gehe es dabei um einen Millionenbetrag.

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Es versickern Millionen in irgendwelchen Kleinstprojekten mit mässigem Erfolg.

Sarah Wyss

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Bei der Rekrutierung müssen die angehenden Rekruten einen Sporttest mit fünf Disziplinen absolvieren: Standweitsprung, Medizinballstoss, Einbeinstand, Rumpfkrafttest («Plank») und progressiver Ausdauerlauf. Je nach militärischer Funktion gelten unterschiedliche Leistungsanforderungen. Die App soll mit individuellen Trainingsplänen helfen, sich gezielt auf die Prüfungen vorzubereiten.

Angepasster Trainingsplan und Instruktionsvideos

Wer die App nutzt, kann einen Soldaten-Typ auswählen – etwa den Kampfsoldaten – oder die gewünschte Funktion angeben. Danach setzt die App Ziele und bietet Übungen an, die sie mit Videos erklärt. Beispielsweise zeigt die Armee dort den angehenden Rekruten, wie ein Hampelmann oder ein Einbeinstand funktioniert.

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Die App bietet zudem einen Selbsttest, mit dem die Nutzer ihre Leistungen in den einzelnen Disziplinen überprüfen können. Beim Standweitsprung und beim Ausdauerlauf ermittelt sie die Ergebnisse sogar per GPS. Entwickelt wurde die App in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sport. Für den Unterhalt erhält die Berner Firma Apps with Love, die bereits für die Entwicklung verantwortlich war, jährlich bis zu 400’000 Franken.

«Ready» ist nicht die einzige App, die die Schweizer Armee anbietet: Die Blindgänger-App lässt Nutzer gefundene Munitionsreste melden. Und die Militärküche-App wirbt im App Store mit «über 340 köstlichen Rezepten aus der Schweizer (Militär-)Küche.»

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