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Monday, October 5, 2026

Freund kneift Robert in die Brustwarze – und rettet ihm das Leben

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  • Der Amerikaner Robert Pfleghardt (62) erhielt 2021 die Diagnose Brustkrebs – ausgelöst durch einen Zufallsfund nach einem Scherz seines Freundes.
  • Ein Kneifer in die Brustwarze während eines Männertrips in Las Vegas veranlasste ihn, einen Knoten abzutasten, der sich als Brustkrebs mit Lymphknotenbefall herausstellte.
  • Nach Operation und 29 Bestrahlungen ist Pfleghardt heute geheilt und will andere Männer für das Thema sensibilisieren.

Ein Scherz unter Freunden hat Robert Pfleghardt wohl das Leben gerettet. Während eines Männertrips nach Las Vegas im Jahr 2021 kniff ihm ein Freund aus Spass kräftig in die Brustwarze. Weil die Stelle danach ungewöhnlich lange schmerzte, tastete der US-Amerikaner sie ab. Dabei entdeckte er einen kleinen Knoten.

«Wir sind gute Freunde, haben etwas getrunken und Blödsinn gemacht», erinnert sich der heute 62-jährige Pfleghardt. Der Griff an die Brustwarze habe allerdings stark geschmerzt. Auch nach der Rückkehr nach Hause seien die Beschwerden nicht verschwunden.

Etwa eine Woche später habe er beim Abtasten eine kleine Verhärtung direkt neben seiner Brustwarze gespührt. Sie sei ungefähr so gross wie ein Radiergummi gewesen.

«Ich dachte, Männer bekommen keinen Brustkrebs»

Zunächst machte sich Pfleghardt keine grossen Sorgen. Gegenüber dem Magazin «People» sagt er: «Es war irgendwie seltsam, aber ich habe es einfach abgetan. Ich dachte, Männer bekommen keinen Brustkrebs, also habe ich mir nichts dabei gedacht.»

Doch der Knoten liess ihm keine Ruhe. Schliesslich liess er ihn untersuchen. Es wurde ihm klargemacht, dass weitere Abklärungen nötig seien. Es folgte eine Mammografie. Für Pfleghardt zunächst eine ungewohnte Situation. Beim Aufruf sei sogar nach «Frau Pfleghardt» statt nach «Herr Pfleghardt» gerufen worden.

Kurz darauf war ihm nicht mehr zum Lachen zumute. Die Untersuchungen deuteten auf Brustkrebs hin. Weitere Tests bestätigten die Diagnose und zeigten, dass sich der Krebs bereits auf einen Lymphknoten ausgebreitet hatte.

«Ich war wie ein Reh im Scheinwerferlicht», beschreibt Pfleghardt diesen Moment. Er sei danach in einen «Zombie-Modus» verfallen.

Operation und 29 Bestrahlungen

Die Ärzte besprachen mit ihm auch eine vollständige Entfernung der Brust. Weil Pfleghardt noch nie operiert worden war und grosse Angst vor dem Eingriff hatte, entschied er sich für eine brusterhaltende Entfernung des Tumors.

Am 21. Januar 2022 wurde er operiert. Anschliessend folgten 29 Bestrahlungen. Zudem erhielt er Medikamente, um das Risiko einer Rückkehr des Krebses zu senken.

Heute, fünf Jahre nach der Diagnose, will Pfleghardt vor allem andere Männer darauf aufmerksam machen, dass auch sie an Brustkrebs erkranken können.

Rund 50 Männer pro Jahr in der Schweiz betroffen

Brustkrebs bei Männern ist selten. Nach Angaben des Bundesamts für Statistik erkranken in der Schweiz jährlich rund 50 Männer daran. Etwa ein Prozent aller Brustkrebsfälle in der Schweiz betrifft also Männer.

Ein Problem ist, dass Brustkrebs bei Männern häufig erst spät entdeckt wird. Zu den möglichen Warnzeichen gehören ein tastbarer Knoten oder eine Schwellung hinter der Brustwarze. Auch eine eingezogene Brustwarze, Sekretabsonderungen oder Hautveränderungen können auftreten.

«Mein Freund hat mir das Leben gerettet»

Pfleghardt ist überzeugt, dass er seinen Tumor ohne den Scherz seines Freundes wahrscheinlich erst später entdeckt hätte. «Mein Freund, der mich gekniffen hat, hat mein Leben gerettet. Sonst hätte ich den Knoten nicht gefunden und der Krebs hätte sich weiter ausgebreitet.»

Mit seinen Freunden kann er inzwischen darüber lachen. Sein augenzwinkerndes Fazit lautet: «Männertrips retten Leben.»

Hast du oder hat jemand, den du kennst, die Diagnose Krebs erhalten?

Hier findest du Hilfe:

KrebsInfo der Krebsliga, Tel. 0800 11 88 11

Jonas Bucher

Jonas Bucher ist Blattmacher und stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks bei 20 Minuten. Er ist seit 25 Jahren in der Medienbranche tätig und 20 Minuten stets treu geblieben.

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