Kanada sucht engere Partnerschaft mit der EU - News kompakt: Das Wichtigste kurz gefasst
Kanada will angesichts des eskalierenden Handelsstreits mit den USA seine Beziehungen zur Europäischen Union deutlich ausbauen. Premierminister Mark Carney sagte in Toronto, sein Land strebe keine EU-Mitgliedschaft an, sondern eine "einzigartige Allianz" mit der EU. Beide Seiten teilten dieselben Werte und Prioritäten und verfügten über sich ergänzende Stärken. Zuvor hatte das "Wall Street Journal" über Gespräche über eine mögliche assoziierte Mitgliedschaft berichtet.
Geprüft werde demnach unter anderem eine engere Anbindung Kanadas an den EU-Binnenmarkt bei Energie, Künstlicher Intelligenz, Verteidigung und kritischen Mineralien. Carney reist diese Woche nach Europa und will auch vor dem Europäischen Parlament sprechen.
Kopf-an-Kopf-Rennen bei Parlamentswahl in Schweden
Bei der Parlamentswahl in Schweden zeichnet sich ein äußerst knappes Rennen ab. Nach Auszählung von 86 Prozent der Stimmen kommt die Mitte-Links-Opposition um die Sozialdemokratin Magdalena Andersson laut Sender SVT auf 175 Sitze. Das rechte Lager von Ministerpräsident Ulf Kristersson erreicht demnach 174 Mandate. Wegen des knappen Ergebnisses könnte die Entscheidung erst nach Auszählung der Auslandsstimmen in einigen Tagen fallen.

Kristersson hatte im Wahlkampf angekündigt, erstmals die rechtsextreme Partei "Schwedendemokraten" an einer Regierung beteiligen zu wollen. Seine bisherige Regierung hatte in den vergangenen Jahren die Einwanderungs- und Abschieberegeln deutlich verschärft.
Viele Vermisste nach Fährunglück in Indonesien
Nach einem tödlichen Fährunglück vor Indonesien suchen Rettungskräfte weiter nach 129 Vermissten. Sechs Menschen kamen nach Angaben der Behörden ums Leben, 108 konnten gerettet werden. Die Fähre "Virgo Transport 8" war mit 243 Menschen an Bord auf dem Weg von Java nach Borneo in schwerem Wetter gekentert. Flugzeuge, Marineschiffe und Taucher beteiligen sich an der Suche. Das Wrack wurde inzwischen lokalisiert.

Taucher und Unterwasserdrohnen sollen nun auch im Inneren nach Vermissten suchen. Nach Angaben des Verkehrsministers war die Fähre nicht überladen. Schiffsunglücke sind in Indonesien wegen teils mangelhafter Sicherheitsstandards und wechselhaften Wetters keine Seltenheit.
EU berät in Finnland über neue Arktisstrategie
In Finnland wird der zweitägige EU-Arktis Gipfel fortgesetzt, an dem auch Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz teilnimmt. Bei dem Gipfel soll über eine Neuausrichtung der europäischen Arktispolitik beraten werden, unter anderem in den Bereichen Sicherheit, Infrastruktur und Nachhaltigkeit. Eine überarbeitete EU-Arktisstrategie soll noch in diesem Herbst vorgestellt werden. Durch neu eröffnete Seewege infolge des Klimawandels ist das geostrategische Interesse an der Arktis deutlich gewachsen. Zudem lagern in der Region wertvolle Rohstoffe.

Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine, aber auch wegen der Drohungen von US-Präsident Donald Trump, das zu Dänemark gehörende Grönland zu annektieren, nahmen die Spannungen in der Region zu. An dem Treffen in der nordfinnischen Stadt Rovaniemi nehmen auch EU-Ratspräsident António Costa und die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas teil.
Kosovarisches Parlament wählt Albin Kurti erneut zum Ministerpräsidenten
Drei Monate nach den vorgezogenen Wahlen im Kosovo hat das Parlament in Pristina eine neue Regierung gebilligt. Ihr steht abermals der bisher amtierende Ministerpräsident Albin Kurti vor. Nach Angaben von Parlamentspräsidentin Albulena Haxhiu stimmten 62 Abgeordnete in dem 120 Sitze zählenden Parlament für das Kabinett, dem vor allem Mitglieder von Kurtis linksnationalistischer Selbstbestimmungs-Partei (VV) angehören. Kurtis Partei war aus der vorgezogenen Parlamentswahl im Juni als stärkste Kraft hervorgegangen, ebenso wie aus den beiden Parlamentswahlen im vergangenen Jahr. Für eine absolute Mehrheit reichte es aber nicht, weshalb die politische Instabilität in der jüngsten europäischen Demokratie weiter anhalten dürfte.

Die frühere serbische Provinz Kosovo hatte sich knapp ein Jahrzehnt nach dem Kosovo-Krieg im Jahr 2008 für unabhängig erklärt. Serbien hat die Unabhängigkeit des 1,6 Millionen-Einwohner-Landes aber nie anerkannt.
Türkei geht gegen LGBTQ-Organisationen vor
In der Türkei sind bei landesweiten Razzien gegen mehrere LGBTQ-Aktivistenvereine zahlreiche Menschen festgenommen worden. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, wurden zuvor Ermittlungen wegen "Vereinsgründung zum Begehen einer Straftat, Prostitution, Obszönität" und Drogenbesitz eingeleitet. Die Organisation Kaos GL erklärte auf X, die Polizei habe ihre Vereinsräume durchsucht und Vorstandsmitglieder festgenommen. Die Behörden begründeten das Vorgehen unter anderem damit, Kinder und Jugendliche würden in Fragen der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität unangemessen beeinflusst.

Justizminister Akin Gürlek sagte, gegen 162 Personen seien strafrechtliche Maßnahmen ergriffen worden. Zudem wurden Internetseiten und Social-Media-Konten zahlreicher Organisationen und Aktivisten gesperrt. Die Razzien fanden unter anderem in Istanbul, Ankara, Izmir und Antalya statt. Die Abkürzung LGBTQ steht für Lesben, Schwule, bisexuelle, transgeschlechtliche und queere Menschen.
pgr/as/pg (dpa, rtr, afp, ap)
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