Copernicus: 2026 wird 1,5-Grad-Marke wohl überschreiten
2026 ist das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Messungen. Und das Jahr ist noch nicht vorbei. Özden Terli erklärt, welche Folgen das haben kann.
04.11.2026 | 1:52 minDas Jahr 2026 wird nach Angaben des EU-Klimawandeldienstes Copernicus fast sicher die Marke von 1,5 Grad globaler Erwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit reißen. Dies wäre das zweite Mal nach 2024, wie der Dienst mitteilte - als offiziell gerissen gilt das Ziel erst im mehrjährigen Durchschnitt. Die Weltgemeinschaft wollte die Erderwärmung eigentlich auf 1,5 Grad begrenzen, um die katastrophalsten Folgen der Klimakrise abzuwenden.
2026 wohl zweitwärmstes Jahr seit Messungsbeginn
Höchstwahrscheinlich werde 2026 das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen sein, schätzt Copernicus. Mit einer 20-prozentigen Wahrscheinlichkeit könnte das Jahr sogar den Rekordwert von 2024 erreichen oder übersteigen.
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Laut dem EU-Klimadienst Copernicus war dieser Sommer der heißeste in Westeuropa seit Beginn der Messungen.
02.10.2026 | 1:34 minAuch für den Vierjahresdurchschnitt des Zeitraums 2023 bis 2026 erwarten die Experten des Klimawandeldienstes, dass er über 1,5 Grad liegen wird.
Heißester Oktober seit Aufzeichnungsbeginn
Der vergangene Monat war den Angaben zufolge weltweit der wärmste Oktober seit Beginn der Aufzeichnungen. Die durchschnittliche weltweite Oberflächentemperatur lag laut Copernicus bei 15,35 Grad - das lag für den Monat um 1,75 Grad über der vorindustriellen Zeit. Es war der dritte Monat in Folge, der über der 1,5-Grad-Grenze lag.
Laut des EU-Klimadienstes Copernicus erwärmt sich kein Kontinent so schnell wie Europa. In diesem Sommer forderten die hohen Temperaturen zehntausende Tote.
10.08.2026 | 1:49 minIn Europa war es der zweitwärmste Oktober, nach Oktober 2022. Besonders stark über dem langjährigen Durchschnitt lagen die Temperaturen dabei vor allem im Osten und Nordosten des Kontinents.
War der vergangene Monat kälter oder wärmer als früher?
ZDFheute Infografik
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El Niño treibt Meerestemperatur auf fast 30 Grad
Auch für die Meerestemperatur vermeldet Copernicus Rekorde für einen Oktober: Demnach lag die Temperatur an der Wasseroberfläche zwischen den beiden 60. Breitengraden bei 20,95 Grad und übertraf damit den bisherigen Rekord von Oktober 2023.
Die Meerestemperaturen erreichten im Juni historische Höchstwerte. Das Geomar-Segelboot Malizia erforscht die Folgen auf wichtige Ökosysteme.
13.07.2026 | 2:06 minIm zentralen und östlichen äquatorialen Pazifik, der von dem Klimaphänomen El Niño besonders betroffen ist, erreichte die Temperatur sogar ein Allzeithoch von 29,94 Grad. Damit lag sie weit über der Temperatur bei den vergangenen starken El-Niño-Ereignissen, etwa in den Jahren 2015/2016 und 1997/1998.
Alle zwei bis sieben Jahre tritt im Pazifik das Klimaphänomen El Niño auf. Was genau dabei passiert, erklärt Özden Terli.
06.05.2026 | 1:06 minExperte: Überschreitung der 1,5-Grad-Marke unvermeidbar
"Ein außergewöhnlich starker El Niño heizt das durch menschliche Aktivitäten bereits erwärmte Klima weiter an, während das Jahr 2026 auf dem besten Weg ist, das zweite Kalenderjahr zu werden, in dem die Erwärmung über 1,5 Grad liegt", erklärte Samantha Burgess vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage.
Besonders bedeutsam ist, dass auch der Vierjahresdurchschnitt voraussichtlich 1,5 Grad überschreiten wird, was verdeutlicht, wie anhaltend diese Phase globaler Erwärmung geworden ist.
Samantha Burgess, Europäisches Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage
Laut Klimaforscher Johan Rockström, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, sei die offizielle Überschreitung der 1,5-Grad-Grenze in den nächsten fünf Jahren mittlerweile unvermeidbar. Man befinde sich derzeit "auf einem Pfad in eine unbeherrschbare Zukunft", sagte er in einem Briefing.
Wegen der steigenden Temperaturen muss vor allem die Politik jetzt handeln, sagt ZDF-Umweltexpertin Winnie Heescher.
10.08.2026 | 1:10 minVereinte Nationen warnen vor Risiken
Auch die Vereinten Nationen gehen mittlerweile offiziell davon aus, dass das im Pariser Klimaabkommen angestrebte 1,5-Grad-Ziel gerissen wird. Weil dadurch jedoch drastische Klimaextreme und gefährliche Kipppunkte drohen, soll die Überschreitung so kurz und gering wie möglich gehalten werden.
Risiken und Auswirkungen verstärkten sich mit jedem Bruchteil eines Grades und mit jedem Jahr, heißt es in einem Bericht des UN-Umweltprogramms UNEP aus dem September.
Nachrichten | Wissen
:Wie der Klimawandel die Erde verändertDie Temperaturen steigen weltweit, im Norden deutlich stärker als im Süden. Erfahren Sie am interaktiven Globus, wie die Erderwärmung die Kontinente trifft.
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