Zahnpasta für 30 Franken: «Aktuelle Entwicklung ist verrückt»

«Die aktuelle Entwicklung bei Zahnpasta ist verrückt», sagt Zahnärztin Dr. Hannah Selzner gegenüber 20 Minuten. Sie meint damit neue Produkte, die bis zu 30 Franken kosten und mehr als nur saubere Zähne versprechen: Manche enthalten Supplements für mehr Energie oder schönere Haut, andere machen aus dem Zähneputzen eine Morgen- und Abendroutine mit Inhaltsstoffen aus der Hautpflege.
Wie oft putzt du deine Zähne durchschnittlich?
2026 soll also selbst die Zahnpasta mehr können. Aber bringt das unseren Zähnen tatsächlich etwas? Dr. Selzner winkt ab: «Niemand braucht eine super teure Zahnpasta, um seine Zähne richtig oder besser zu putzen. Du solltest morgens und abends eine fluoridhaltige, wenig abrasive Zahnpasta nutzen – das reicht völlig aus.»
Über die Expertin
Dr. med. dent. Hannah Selzner ist Zahnärztin und hält die neuen Hightech-Zahnpasten für unnötig.
Zahnpasta auf dich zugeschnitten
Aber was, wenn spezielle Zusatzstoffe gleich noch andere Probleme lösen sollen? Der Anbieter Zapa etwa mischt Supplements in seine Zahnpasta. Ja, richtig gelesen. Je nach Zusammensetzung wirbt die Marke unter anderem mit mehr Energie, besserer Erholung, strahlender Haut oder innerer Ruhe. Dafür stehen Zusätze wie Vitamin B12, Hyaluronsäure oder Ashwagandha zur Auswahl. Welche davon in der eigenen Tube landen, kann man selbst bestimmen, sogar Name und Farbe können personalisiert werden. Kostenpunkt für eine Tube: ab 20 Franken.
Selzner hält die Extras für unnötig. «Die fluoridhaltigen Zahnpasten auf dem Markt sind gut, so wie sie sind. Damit kann man die Zähne bereits sehr gut reinigen und vor Karies schützen.»
Zapa selbst schreibt online explizit, dass die enthaltenen Wirkstoffe bewusst nur in kleinen Mengen eingesetzt werden und nicht den Tagesbedarf an Vitaminen oder anderen Stoffen decken sollen. Deine anderen Nahrungsergänzungsmittel kannst du mit der Zahnpasta also nicht ersetzen.
Zahnpasta wie Hautpflege
Das Unternehmen Artem setzt gleich auf zwei Tuben: eine für morgens, eine für abends. Das Prinzip kennt man schon aus den Achtzigerjahren vom ikonischen Zahnpasta-Duo Elmex und Aronal, hier wird es aber auf die Spitze getrieben: Das Ganze nennt die Marke «Oral Beauty Routine» – quasi Skincare für den Mund.
Morgens soll eine fluoridfreie Zahnpasta unter anderem für hellere Zähne sorgen, abends kommt eine Zahnpasta mit Fluorid zum Einsatz. Dazu gesellen sich Inhaltsstoffe, die man eher aus der Hautpflege kennt, etwa Niacinamid und Aloe vera. Das Duo kostet umgerechnet etwa 30 Franken.
Auch hier sagt Selzner, dass man sich das Geld sparen kann. «Man kann morgens und abends definitiv die gleiche Zahnpasta verwenden. Ich würde aber immer auf eine mit Fluorid setzen.»
Welche Zahnpasta benutzt du und warum? Wie viel würdest du höchstens für eine Zahnpasta ausgeben?
Welche Zahnpasta empfiehlt die Zahnärztin?
«Ich werde das sehr oft gefragt», sagt Selzner. «Aber meine Empfehlung ist sehr langweilig. Viele der herkömmlichen, auf dem Markt erhältlichen Zahnpasten sind gut. Ich wiederhole mich, wenn ich sage, dass ich immer eine fluoridhaltige, wenig abrasive Zahnpasta empfehlen würde.»
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Wer spezielle Probleme habe, etwa sehr empfindliche Zahnhälse, könne die Wahl der Zahnpasta mit der Zahnärztin oder dem Zahnarzt absprechen. «Für derartige Probleme gibt es Zahnpasten mit speziellen Inhaltsstoffen.» Auch bei Parodontitis lohne sich die Rücksprache. «Menschen ohne Zahnprobleme fahren mit handelsüblicher Zahnpasta aber gut.»
Worauf achtest du, wenn du eine Zahnpasta kaufst? Diskutiere in den Kommentaren mit!
Malin Mueller (mmu) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten. Sie ist stellvertretende Leiterin Lifestyle und Beauty-Redaktorin. Ihr Fokus: Hautpflege, Frisuren und Trend-Checks.
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