Zoff wegen Znacht? Food Divorce kann euch helfen

Was gibt es heute zum Znacht? Wer geht einkaufen und kocht? Und wer räumt am Schluss die Küche auf? Alles Fragen, die bei vielen Paaren zu Streit im Alltag führen können. Ein möglicher Lösungsansatz: Food Divorce (auf Deutsch: Essens-Scheidung).
«Eine Food Divorce bedeutet, dass zwei Menschen, die zusammenleben, aufhören, gemeinsam zu planen, zu kochen und zu essen. Jeder kümmert sich dann um seine eigenen Mahlzeiten nach seinem eigenen Zeitplan», erklärte die amerikanische Beziehungstherapeutin Erin Pash gegenüber der «Washington Post».
Wie stehst du zu getrenntem Kochen und Essen in einer Beziehung?
Nicht das Essen ist das Problem
Unterschiedliche Arbeitszeiten, Ernährungsweisen oder schlicht keine Lust, jeden Abend einen gemeinsamen Menüplan auszuhandeln: Getrennte Teller können laut Pash Druck aus dem Alltag nehmen.
Denn hinter einem Streit ums Znacht stecke häufig etwas anderes. Etwa die Frage, wer sich die ganze Woche still um Planung und Einkauf gekümmert hat und wer erst auftaucht, wenn das Essen auf den Tisch soll. Eine Essensscheidung kann diese wiederkehrende Verhandlung beenden.
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Gemeinsames Essen hat trotzdem Vorteile
Doch die Küche komplett aufzuteilen, hat auch eine Kehrseite. Eine im Dezember 2025 veröffentlichte deutsche Studie mit 12’686 Teilnehmenden und 5276 Partnerinnen und Partnern fand einen Zusammenhang zwischen häufigeren gemeinsamen Mahlzeiten und höherer Beziehungs- sowie Lebenszufriedenheit. Personen, die häufiger mit ihrem Partner oder ihrer Partnerin assen, berichteten zudem von weniger depressiven Symptomen.
Genau diese gemeinsame Zeit kann bei einer Food Divorce verloren gehen. Pash warnt besonders dann vor Problemen, wenn eine Person die neuen Freiheiten geniesst, während sich die andere zunehmend einsam fühlt.
Andere Rituale können gemeinsame Mahlzeiten ersetzen
Wer getrennt isst, muss laut der Therapeutin deshalb nicht auf gemeinsame Rituale verzichten. Statt des Znachts könne ein Paar etwa jeden Morgen zusammen Kaffee trinken, am Abend spazieren gehen oder sich bewusst Zeit für ein Gespräch nehmen. Zusätzlich empfiehlt Pash mindestens eine feste gemeinsame Mahlzeit pro Woche.
Entscheidend sei, warum ein Paar nicht mehr gemeinsam isst. Werden Mahlzeiten gemieden, weil damit auch Gespräche vermieden werden? Dient Essen dazu, die andere Person zu kontrollieren oder zu beschämen? Dann steckt mehr dahinter als unterschiedliche Essenszeiten.
Getrennte Teller müssen also nicht automatisch für eine getrennte Beziehung stehen. Wenn beide nach dem selbst gekochten Znacht noch immer gerne zusammen aufs Sofa sitzen, hat das Paar womöglich tatsächlich nur ein Organisationsproblem gelöst.
Ob beim Essen oder in anderen Bereichen: Was machen du und dein Partner getrennt für eine harmonischere Beziehung?
Laura Zygmunt (lmz) arbeitet seit 2022 für 20 Minuten. Sie ist Redaktorin im Ressort Lifestyle und schreibt über die Welt des Reisens.
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