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Wednesday, October 28, 2026

Anthropic vor Börsengang – Anthropic-Börsengang macht Firmengründer zu Milliardären

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Die Firma, die vor KI warnt und Milliarden kassiert: Die künstliche Intelligenz könnte die Menschheit auslöschen, so steht es im Anthropic-Börsenprospekt, der diese Woche veröffentlicht wurde. Dennoch herrscht an der Wall Street Partystimmung. Denn: Derzeit läuft der Countdown zum ersten Börsengang einer reinen KI-Firma. Das Geld soll in rauen Mengen fliessen, mit üppigen Honoraren für Berater und Banken. Die Firmengründer werden zu Milliardären, allen voran das Geschwisterpaar Daniela und Dario Amodei.

UBS beim Börsengang mit dabei: Anthropic ist jene Firma, die das KI-Modell Claude entwickelt hat. Dieses ist Bestandteil einer industriellen Revolution. Künstliche Intelligenz ist längst im Alltag der Menschen angekommen. Schon bald werden erstmals die Aktien von Anthropic an der Börse von New York gehandelt, ein Datum steht noch nicht fest. Beim Börsengang mit dabei ist auch die UBS, zwar nicht als führende Bank, aber in der dritten Reihe. Die UBS hilft mit, die Aktien in Umlauf zu bringen.

Moderne Glasgebäude an einer belebten Strassenecke mit Autos und Passanten.
Legende: Anthropic-Büros in San Francisco. GettyImages / Bloomberg / David Paul Morris

Fünf Jahre alt, 80 Milliarden Dollar im Minus: In den Unterlagen zum Börsengang hat Anthropic die Geschäftszahlen der letzten drei Jahre offengelegt. Das Unternehmen weist für das erste Halbjahr des laufenden Jahres einen Verlust von mehr als 80 Milliarden Dollar aus. Das erst vor fünf Jahren gegründete Unternehmen ist weit davon entfernt, einen Gewinn zu generieren.

Chinas KI könnte zur Gefahr werden: Das Geschäft wächst rasant. Vor drei Jahren machte die KI-Firma einen Umsatz von 41 Millionen Dollar, im laufenden Jahr sind es bereits mehr als 16 Milliarden Dollar – in den ersten sechs Monaten. Zumindest auf dem Papier scheint das Geschäft zu florieren. Allerdings: Es gibt ein Klumpenrisiko. Ein grosser Teil des Umsatzes wird mit einer Handvoll anderer Techfirmen generiert, die ebenfalls KI-Modelle entwickeln und betreiben. Die Umsätze könnten wegbrechen, zum Beispiel, falls sich chinesische Firmen mit ihren KI-Modellen durchsetzen sollten. Auch in den USA gibt es Konkurrenz, die stärker wird.

Die Jagd nach einer Bewertung von 2000 Milliarden Dollar: Die exakte Anzahl der Aktien, die beim Börsengang verkauft werden, ist noch offen – auch der Ausgabepreis. Anthropic möchte beim Börsengang einen Firmenwert von bis zu 2000 Milliarden Dollar erreichen. Noch ist offen, wie viel Geld die Gründer einstecken werden. Das hängt davon ab, wie viele Aktien sie verkaufen können.

Warum die Gründer das Sagen behalten: Beim bevorstehenden Börsengang wird die Aktionärsdemokratie verletzt. Eine funktionierende Aktionärsdemokratie würde bedeuten, dass jede Aktie ein Stimmrecht hat. Das ist nicht vorgesehen. Bei Anthropic gibt es nicht nur eine Aktienklasse, sondern gleich deren fünf, mit unterschiedlichen Stimmrechten. Die sieben Firmengründer sichern sich die Stimmenmehrheit von 50.1 Prozent. Das heisst: Trotz Börsengang behält eine kleine Gruppe die Kontrolle.

Die Familie Amodei: An der Spitze von Anthropic steht das Geschwisterpaar Amodei. Dario Amodei kontrolliert als Chef die Firmenleitung und die Schwester Daniela als Präsidentin den Verwaltungsrat. Zusammen mit den übrigen fünf Firmengründern haben sie die Mehrheit der Stimmen. Die Geschwister wuchsen in San Francisco auf, die Eltern wanderten in den 1970er-Jahren von Italien in die USA aus. Daniela Amodei hat englische Literatur studiert, ihr Bruder ist Wissenschaftler mit Fokus auf Biophysik.

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