Autofahrer müssen mehr fürs Popcorn zahlen als Velofahrer

- Das Festival «Films for Future» zeigt vom 1. bis 30. November in Zürich über 100 Filme.
- In den Lokalen Karl der Grosse und Toni zahlen Autofahrer mehr fürs Popcorn als Velo- oder Trambenutzer.
- Zu den Gästen zählt Millionenerbin Marlene Engelhorn, die am 19. November im Volkshaus spricht.
Wer das teuerste Popcorn der Schweiz essen will, sollte mit dem Helikopter ans Festival «Films for Future» reisen. Im Zürcher Lokal Karl der Grosse und im Toni Kino hängt der Preis nämlich von der Anreise ab. Wer zu Fuss, mit dem Velo oder den öffentlichen Verkehrsmitteln kommt, zahlt weniger fürs Popcorn als Autofahrer. Die Einnahmen sollen anschliessend für einen wohltätigen Zweck gespendet werden.
Vom 1. bis 30. November verwandelt das Nachhaltigkeits-Filmfestival die Stadt zum 13. Mal in eine Bühne für grosse Fragen. Über 100 Filme und ebenso viele Diskussionen stehen auf dem Programm. Im Mittelpunkt: Menschen, die mit ihren Entscheidungen für Gesprächsstoff sorgen.
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Millionenerbin spricht darüber, Geld zu verschenken
Zu den bekanntesten Gästen gehört Marlene Engelhorn. Die österreichisch-deutsche Millionenerbin und Aktivistin spricht am 19. November im Zürcher Volkshaus über Vermögen und soziale Gerechtigkeit.
Die Nachfahrin des BASF-Gründers Friedrich Engelhorn erbte ein Millionenvermögen und entschied, 25 Millionen Euro davon abzugeben. Statt selbst zu bestimmen, wer das Geld erhält, überliess sie die Verteilung einem Bürgerrat aus 50 zufällig ausgewählten Menschen.
Ihre Familiengeschichte hat einen direkten Bezug zur Schweiz: Die Industriellenfamilie kontrollierte einst Boehringer Mannheim, das 1997 vom Basler Pharmakonzern Roche übernommen wurde.
Wie eine junge Mutter zur beliebtesten Politikerin wurde und überraschend zurücktrat
Der Dokumentarfilm «Prime Minister» wiederum beschäftigt sich mit Jacinda Ardern (46). Die frühere neuseeländische Premierministerin wurde mit ihrem Führungsstil international bekannt. 2023 trat sie überraschend zurück. Der Film begleitet ihren Aufstieg 2017, ihre Zeit als junge Mutter im höchsten Regierungsamt und die Krisen, die ihre Amtszeit prägten.
Private Aufnahmen zeigen eine Seite der Politikerin, die der Öffentlichkeit bislang weitgehend verborgen blieb. Auch zur Schweiz gibt es eine Verbindung: 2019 stellte Ardern am Weltwirtschaftsforum in Davos ihre Idee eines Staatshaushalts vor, bei dem nicht allein das Wirtschaftswachstum, sondern auch das Wohlbefinden der Bevölkerung zählt. «Prime Minister» läuft am 23. November im Zürcher Kulturpark.
Oscar-Gewinner trifft auf Schweizer Architektur
Filmfans dürfen sich auf den Oscar-prämierten Animationsfilm «Flow» und «Ocean» mit Naturfilmer David Attenborough (100) freuen. Der Dokumentarfilm «The Voice of Hind Rajab» rekonstruiert den verzweifelten Rettungsversuch eines sechsjährigen Mädchens im Gazastreifen.
Auch die Schweizer Filmszene und lokale Themen erhalten Platz. Die Basler Architektin Barbara Buser stellt ihren Ansatz vor, bestehende Gebäude zu erhalten, statt sie abzureissen. Ein Film beleuchtet ihre Arbeit.
Weitere Diskussionen drehen sich um Fragen, die Zürich unmittelbar betreffen: Braucht die Stadt mehr Parkplätze? Und wie verändert künstliche Intelligenz unsere Gesellschaft?
Dario Aeberli (dae), Jahrgang 1995, arbeitet seit Oktober 2023 als People-Redaktor bei 20 Minuten. Zuvor war er Lokaljournalist und beim «Migros-Magazin».
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