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Tuesday, October 20, 2026

Wie eine Lösung bei der "Rente mit 63" aussehen könnte

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Seit Sommer liegt der Entwurf der Rentenkommission vor - einen Gesetzentwurf aus dem Arbeitsministerium gibt es bislang nicht. Ändert sich das mit dem neuen Minister?

18.10.2026 | 3:47 min

Seit Monaten wird in Berlin über die "Rente mit 63" diskutiert. Neben zahlreichen SPD-Spitzen lehnen es auch einige CDU-Ministerpräsidenten ab, die abschlagsfreie Rente zu streichen. Das hatte die Rentenkommission im Juni vorgeschlagen. Jetzt liegt ein Vorschlag aus Teilen der Union vor.

Was schlägt die Union vor?

Die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren soll demnach bleiben, aber mit essentiellen Änderungen. Laut "Bild" schlagen Teile der Union vor, dass in Zukunft nur noch jene Arbeitnehmer früher ohne Abzüge in Rente gehen können, die 45 Jahre in einem Beruf gearbeitet haben.

Aktuell sind dafür 45 Versicherungsjahre die Voraussetzung, offiziell "Wartezeit" genannt. Dazu zählen aktuell nicht nur Zeiten mit einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, sondern auch häusliche Pflege von Angehörigen und Zeiten der Kindererziehung.

Auch der Bezug von Arbeitslosengeld I, Minijobs, Zeiten mit Krankengeld und freiwillige Rentenbeiträge können in die Wartezeit einberechnet werden.

"Wir haben so viele Entscheidungen vor der Brust, unter anderem bei der Rente, wo es jetzt darauf ankommt, dass wir als Union geschlossen in der Koalition dafür kämpfen", so Pascal Reddig (CDU), stellvertretender Bundesvorsitzender der Jungen Union.

16.10.2026 | 8:10 min

Wer würde mit diesem Vorschlag Einbußen hinnehmen müssen?

Wenn diese Idee umgesetzt würde, wären besonders Frauen betroffen. Nach Zahlen des Verbands der Privaten Krankenversicherung sind fast zwei Drittel der pflegenden Angehörigen weiblich.

Auch die Betreuung von kleinen Kindern übernehmen hauptsächlich Frauen. In Familien mit einem Kind unter drei Jahren sind fast die Hälfte der Frauen in Elternzeit - und nur drei Prozent der Männer, so eine Erhebung des Statistischen Bundesamts.

Wie reagiert die Politik?

Selbst in der Union ist der Vorschlag umstritten. Der Vorsitzende der Jungen Gruppe der Union im Bundestag, Pascal Reddig (CDU) appelliert an die Koalition, die Vorschläge der Rentenkommission umzusetzen und die abschlagsfreie Rente komplett zu streichen. "Hier sollten wir jetzt verlässlich sein", sagt Reddig ZDFheute.

Der Vorschlag würde die bestehenden Ungerechtigkeiten der Rente mit 63 nur noch weiter verschärfen und vor allem Frauen benachteiligen.

Pascal Reddig (CDU), stellvertretender Vorsitzender der Rentenkommission

Die Folge wären Reddig zufolge zudem "immer weiter steigende Beiträge".

Seine Parteikollegin Gitta Connemann (CDU), Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion MIT, unterstützt die Idee. "Arbeitsjahre statt Beitragsjahre - wäre aus unserer Sicht als MIT ein durchaus gangbarer Kompromiss", so Connemann beim Nachrichtensender "Welt". Laut der CDU-Politikerin würde man so "die erreichen, die wir wirklich schonen müssen".

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15.10.2026 | 9:22 min

Wäre die SPD einverstanden?

Aus der SPD kommen Zweifel an der Idee aus der CDU. "Die Rente nach 45 Versicherungsjahren ist Ausdruck von Respekt vor Lebensleistung", sagt die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Dagmar Schmidt, der "Bild"-Zeitung. "Dazu gehören für die SPD ausdrücklich auch Kindererziehungszeiten, die einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gesellschaft darstellen", so Schmidt weiter.

Wie könnte ein anderer Kompromiss aussehen?

Ein anderer Kompromiss ist bereits in den Vorschlägen der Rentenkommission angelegt. Die "Rente mit 63" würde zwar abgeschafft werden, aber dafür würden verschiedene Härtefallregelungen geschaffen werden. So könnten Menschen mit "gesundheitlichen Einschränkungen" früher in Rente gehen.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sprach sich zudem schon im August für "Übergangsfristen" aus. "Wir machen das nicht von einem Tag auf den anderen", so der Kanzler. Die Abschaffung der abschlagsfreien Rente könnte so über mehrere Jahre gestreckt werden, was im Gegenzug aber auch weniger Geld einsparen würde.

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Wie viele Menschen erhalten die "Rente mit 63" aktuell?

Zum Stichtag am 31. Dezember 2025 lag die Zahl bei 2,88 Mio. Personen, die Rente auf Grundlage der aktuellen Regelung beziehen. Im vergangenen Jahr waren ca. 260.000 Rentnerinnen und Rentner hinzugekommen - das sind etwa 28 Prozent aller Menschen, die 2025 in Rente gegangen sind.

In Ostdeutschland ist die sogenannte "Altersrente für besonders langjährig Versicherte" mit einem Anteil von knapp über 30 Prozent beliebter als in Westdeutschland. Dies liegt unter anderem daran, dass in der DDR tendenziell mehr Menschen früh angefangen hatten zu arbeiten und auch Frauen häufiger berufstätig waren.

Über dieses Thema berichtete das ZDF-Mittagsmagazin ab 12:10 Uhr.

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