Kindstötung: Prozess gegen Clancy droht an Jury zu scheitern

- Weil sich die Jury nach sieben Tagen Beratung nicht einigen kann, steht der Kindstötungsprozess in den USA vor dem Scheitern.
- Angeklagt ist Lindsay Clancy (36), die gestanden hat, ihre drei Kinder in Duxbury, Massachusetts, erdrosselt zu haben.
- Richter Sullivan setzte den Entscheid kurz aus, um der Verteidigung Gelegenheit für eine Berufung zu geben.
Der aufsehenerregende Prozess gegen die wegen der Tötung ihrer drei kleinen Kinder angeklagte Lindsay Clancy hat eine weitere überraschende Wendung genommen. Nachdem die Geschworenen im US-Bundesstaat Massachusetts am Freitag zum dritten Mal erklärt hatten, sie könnten sich auf kein Urteil einigen, sagte der Vorsitzende Richter William Sullivan, er werde das Verfahren für ungültig erklären. Die Verteidigung bat ihn jedoch, damit noch zu warten. Daraufhin räumte ihr Sullivan eine Stunde Zeit ein, um Berufung einzulegen.
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Staatsanwaltschaft glaubt nicht an Psychose
Die 36-jährige Clancy bestreitet nicht, ihre fünf und drei Jahre alten Kinder sowie ihr acht Monate altes Baby 2023 im Keller ihres Hauses erwürgt und anschliessend versucht zu haben, sich das Leben zu nehmen. Ihre Verteidigung argumentiert, Clancy habe infolge einer postpartalen Psychose gehandelt. Die Staatsanwaltschaft hält sie dagegen für strafrechtlich verantwortlich und argumentiert, sie habe gewusst, was sie tat.
Der Vorsitzende der Jury hatte Sullivan am Donnerstag mitgeteilt, ein Mitglied halte sich nicht an dessen Vorgaben zu begründeten Zweifeln. Der Richter befragte daraufhin alle Geschworenen einzeln und erläuterte anschliessend erneut seine entsprechenden Anweisungen. Einen Antrag von Clancys Anwalt Kevin Reddington, das betreffende Jurymitglied auszuschliessen, lehnte Sullivan ab. Es sei nicht seine Aufgabe, sich auf die Seite eines Geschworenen oder der anderen elf zu stellen, erklärte der Richter.
Prozess erhält grosse mediale Beachtung
Der Prozess wird live übertragen und stösst in den USA auf grosses Interesse. Der Gerichtssaal ist mit Journalisten und Zuschauern gefüllt. Der Fall hat zudem eine breite Debatte über Clancys strafrechtliche Verantwortung und die psychische Gesundheit von Müttern nach einer Geburt ausgelöst.
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Sollte Sullivan das Verfahren tatsächlich für ungültig erklären, müsste die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob sie Clancy erneut vor Gericht stellt, die Anklage fallen lässt oder eine Verständigung mit der Verteidigung anstrebt.
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Benedikt Hollenstein (bho) ist seit 2021 bei 20 Minuten. Er schreibt für den Newsdesk und übernimmt dort auch Tagesleitungsschichten.
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