Internationale Presse sieht Trump als großen Verlierer
Trumps Republikaner verlieren laut Medienprognosen die Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat. Was bedeuten die Wahlergebnisse für den US-Präsidenten? Die Analyse bei ZDFheute live.
04.11.2026Bei den Zwischenwahlen in den USA haben die Demokraten die Mehrheiten im Repräsentantenhaus und auch im Senat gewonnen. So kommentieren internationale Medien die Wahlergebnisse:
USA
"The Atlantic": "Trump ist gezwungen worden, sich seiner politischen Vergänglichkeit zu stellen. Er forderte die Wähler auf, diese Zwischenwahlen zu einem Referendum über ihn zu machen, sich vorzustellen, sein Name stünde auf dem Stimmzettel. Sie haben ihm zugehört - und ihm eine Absage erteilt."
"Wall Street Journal": "Während für die Demokraten ein Dominostein nach dem anderen fällt, wird (...) viel über das Ende von Präsident Trumps politischem Projekt gesprochen - sofern man überhaupt von einem solchen, in sich schlüssigen Projekt sprechen kann - was nachvollziehbar ist. Die Republikaner werden abgestraft, weil sich Trump in Wirtschaftsfragen immer wieder selbst ein Bein stellt (...) und selbst dann, wenn er tatsächlich einmal recht hat (im Fall vom Iran), damit kämpft, sich verständlich zu machen."
US-Wahlen: Midterms 2026
ZDFheute Infografik
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"New York Times": "Präsident Trump hat in den vergangenen zwei Jahren versucht, die amerikanische Demokratie zu untergraben. Am Dienstag stellten sich die Wähler ihm entgegen. (...) In den kommenden zwei Jahren, in denen Trump noch Präsident ist, müssen der Kongress und die Richter darauf vorbereitet sein, weiteren Versuchen seinerseits entgegenzutreten, die verfassungsmäßige Ordnung zu untergraben.
Dennoch ist dies ein Tag, an dem man stolz sein kann.
Aufstrebende Autoritäre nutzen Parlamentswahlen oft dazu, ihre Macht zu zementieren und die Demokratie weiter zu untergraben. 2026 hat das amerikanische Volk Trump dies verwehrt. Das System hat standgehalten."
Was passiert, wenn die Demokraten wieder Repräsentantenhaus und Senat gewinnen? Wie sehr könnten sie dann US-Präsident Trump Fesseln anlegen? David Sauer blickt auf die Hoffnungen der Demokraten.
03.11.2026 | 2:22 minAustralien
"Sydney Morning Herald": "Ein Ende der turbulenten Trump-Ära in der amerikanischen Politik ist in Sicht. Der Ausgang der Wahlen wird bestimmen, wie sich die kommenden zwei Jahre gestalten. Die Umfragen legen nahe, dass wir den Höhepunkt von Trump wahrscheinlich bereits erlebt haben. Was danach kommt, müssen jedoch er, sein Kabinett und der neue Kongress erst noch untereinander ausfechten. Es könnten zwei schwierige Jahre werden."
Mexiko
"Reforma": "Bei den Zwischenwahlen erlebten die Vereinigten Staaten einen regelrechten demokratischen Tsunami."
Argentinien
"La Nación": "Bei den entscheidenden Zwischenwahlen, die seine letzten beiden Jahre an der Spitze des Weißen Hauses nachhaltig prägen werden, erlebte Donald Trump in der richtungsweisenden Schlacht um die Kontrolle über den US-Kongress einen Alptraumabend. Die Demokraten entrissen den Republikanern die Mehrheit im Senat und im Repräsentantenhaus, ein Rückschlag mit unabsehbaren Folgen für den Präsidenten."
Spanien
"El País": "Für die Republikaner war es ein regelrechtes Gemetzel, eine herbe Abstrafung des US-Präsidenten und ein historischer Abend. (...) Angetrieben vom Überdruss der Wähler angesichts einer chaotischen Präsidentschaft voller gebrochener Versprechen, schlug die Opposition mit Wucht gegen Trump zurück - wie ein Kämpfer, der sich nach einer Niederlage wieder aufgerappelt hat."
Die Umfragen sagten eine "blaue Welle" voraus, doch (...) ein regelrechter Tsunami fegte schließlich über die republikanischen Küsten hinweg.
Italien
"La Repubblica": "Trump steuerte tatsächlich auf ein epochales Debakel zu, das ihm voll und ganz selbst zuzuschreiben ist. Das Thema, das die Wähler am meisten beschäftigte, war nämlich die Inflation - ausgelöst und befeuert durch den Krieg im Iran - weshalb die Verantwortung für die Unzufriedenheit direkt beim Chef des Weißen Hauses und seinen Entscheidungen liegt."
Quelle: dpa
Über das Thema berichtete das ZDF in verschiedenen Sendungen, unter anderem bei ZDFheute live am 04.11.2026 um 08:00 Uhr.
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