Plünderungen und Tränengas: Ausschreitungen in Mailand
In Mailand kam es zu gewalttätigen Protesten mit Plünderungen und Zusammenstößen mit der Polizei. Mehr als 160 Menschen wurden festgenommen, ein Großteil davon Minderjährige.
19.10.2026 | 0:27 minBei Protesten gegen hohe Lebenshaltungskosten und schlechte öffentliche Dienstleistungen ist es in Italien auch am Sonntag zu schweren Ausschreitungen gekommen. In der norditalienischen Wirtschaftsmetropole Mailand hätten Demonstranten Steine geworfen und Geschäfte geplündert, hieß es aus den Reihen der Behörden. Zudem seien Fahrzeuge in Brand gesetzt worden.
Die Bereitschaftspolizei habe Tränengas und Wasserwerfer eingesetzt, nachdem Hunderte Vermummte Schaufenster eingeworfen und Mülltonnen angezündet hätten. Bürgermeister Giuseppe Sala berichtete von "zerschlagenen Schaufenstern, geplünderten Läden und verängstigten Einwohnern".
Mehr als 200 Festnahmen in Mailand
Die Polizei nahm nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa bei den Ausschreitungen in Mailand am Samstag und Sonntag insgesamt mehr als 200 Menschen fest, davon waren 80 Prozent Minderjährige.
Bereits am Samstag war es in mehreren norditalienischen Städten zu ähnlichen Krawallen gekommen. Einem am Sonntag veröffentlichten Polizeibericht zufolge gab es auch in Bologna, Brescia, Bergamo und Turin Festnahmen.
Meloni kündigt Regierungssitzung an
Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verurteilte die Gewalt und kündigte für den heutigen Montag eine Regierungssitzung an, um über die Lage zu beraten. Zu demonstrieren sei ein verbrieftes Recht, schrieb sie am Samstag auf X. "Unsere Städte zu verwüsten, ist keines." In Italien stehen im kommenden Jahr Wahlen an.
X-Post von Meloni
Ein Klick für den Datenschutz
Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von X nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von X übertragen. Über den Datenschutz dieses Social Media-Anbieters können Sie sich auf der Seite von X informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.
Proteste auch in Frankreich, Belgien, Portugal
Die Proteste in Italien fallen mit ähnlichen Kundgebungen in anderen europäischen Ländern zusammen. Auch in Frankreich, Portugal und Belgien gingen Menschen gegen steigende Kosten auf die Straßen, während in Albanien bei Massenprotesten der Rücktritt des Ministerpräsidenten gefordert wird.
Im Nachbarland Frankreich waren Hunderttausende aus Wut über steigende Kosten und den Abbau öffentlicher Dienstleistungen auf die Straße gegangen. Es waren die schwersten Proteste in Frankreich seit Jahren.
Das brennende Rathaus in Limoges, hunderte verletzte Einsatzkräfte, 1.800 Festnahmen: Nach den Massenprotesten in Frankreich tritt das Ausmaß der Gewalt langsam zutage.
18.10.2026 | 2:45 minIn Lissabon demonstrierten am Samstag Zehntausende Menschen gegen stark gestiegene Lebenshaltungskosten und die Wohnungskrise in Portugal. Zu der Kundgebung hatte die landesgrößte Gewerkschaft CGTP aufgerufen. Der Demonstration waren bereits Tage wachsender Unruhe vorausgegangen. In der Stadt Porto hatte die Polizei am Montag im Morgengrauen ein Zeltlager von Aktivisten geräumt.
In Belgien gingen viele Menschen gegen gestiegene Kosten und höhere Studiengebühren auf die Straße. Das Innenministerium macht "organisierte Gewalt" für die Unruhen verantwortlich. In der Hauptstadt Brüssel setzten die Beamten am Samstag bei Demonstrationen Tränengas gegen Jugendliche ein, die Flaschen und andere Gegenstände warfen, wie ein AFP-Journalist berichtete.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.