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Wednesday, November 4, 2026

Internationale Presse zu US-Wahl: "2027 und 2028 könnten besonders gefährlich werden"

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Internationale Presse zu US-Wahl"2027 und 2028 könnten besonders gefährlich werden"

04.11.2026, 08:39 Uhr

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Viele Kommentatoren glauben: Donald Trump, hier am Tag vor der Wahl am "Reflecting Pool" in Washington, ist schuld an dem Ergebnis. (Foto: picture alliance / Saul Loeb/Pool AFP via AP)

Kommentatoren der internationalen Presse im Westen sind sich weitgehend einig: Die Midterms sind für die Republikaner ein "epochales Debakel", US-Präsident Trump hat sich selbst ein Bein gestellt. Nun müsse er sich "seiner politischen Vergänglichkeit" stellen, die Folgen könnten unabsehbar sein.

Die in den USA erscheinende Zeitschrift "The Atlantic" schreibt zu dem Ergebnis der Midterms: "Trump ist gezwungen worden, sich seiner politischen Vergänglichkeit zu stellen. Er forderte die Wähler auf, diese Zwischenwahlen zu einem Referendum über ihn zu machen, sich vorzustellen, sein Name stünde auf dem Stimmzettel. Sie haben ihm zugehört - und ihm eine Absage erteilt."

Ähnlich sieht es das "Wall Street Journal": Während für die Demokraten ein Dominostein nach dem anderen fällt, wird (...) viel über das Ende von Präsident Trumps politischem Projekt gesprochen - sofern man überhaupt von einem solchen, in sich schlüssigen Projekt sprechen kann - was nachvollziehbar ist. Die Republikaner werden abgestraft, weil sich Trump in Wirtschaftsfragen immer wieder selbst ein Bein stellt (...) und selbst dann, wenn er tatsächlich einmal recht hat (im Fall vom Iran), damit kämpft, sich verständlich zu machen."

Die "New York Times" begrüßt das Wahlergebnis als Sieg der Demokratie: "Präsident Trump hat in den vergangenen zwei Jahren versucht, die amerikanische Demokratie zu untergraben. Am Dienstag stellten sich die Wähler ihm entgegen. (...) In den kommenden zwei Jahren, in denen Trump noch Präsident ist, müssen der Kongress und die Richter darauf vorbereitet sein, weiteren Versuchen seinerseits entgegenzutreten, die verfassungsmäßige Ordnung zu untergraben. Dennoch ist dies ein Tag, an dem man stolz sein kann. Aufstrebende Autoritäre nutzen Parlamentswahlen oft dazu, ihre Macht zu zementieren und die Demokratie weiter zu untergraben. 2026 hat das amerikanische Volk Trump dies verwehrt. Das System hat standgehalten."

"Ein Ende der turbulenten Trump-Ära in der amerikanischen Politik ist in Sicht", schreibt der australische "Sydney Morning Herald". "Der Ausgang der Wahlen wird bestimmen, wie sich die kommenden zwei Jahre gestalten. Die Umfragen legen nahe, dass wir den Höhepunkt von Trump wahrscheinlich bereits erlebt haben. Was danach kommt, müssen jedoch er, sein Kabinett und der neue Kongress erst noch untereinander ausfechten. Es könnten zwei schwierige Jahre werden."

Die mexikanische Zeitung "Reforma" vergleicht die Wahl mit einer Naturkatastrophe: "Bei den Zwischenwahlen erlebten die Vereinigten Staaten einen regelrechten demokratischen Tsunami." Die argentinische Tageszeitung "La Nación" schreibt: "Bei den entscheidenden Zwischenwahlen, die seine letzten beiden Jahre an der Spitze des Weißen Hauses nachhaltig prägen werden, erlebte Donald Trump in der richtungsweisenden Schlacht um die Kontrolle über den US-Kongress einen Albtraumabend. Die Demokraten entrissen den Republikanern die Mehrheit im Senat und im Repräsentantenhaus, ein Rückschlag mit unabsehbaren Folgen für den Präsidenten."

Die spanische Zeitung "El País" formuliert es noch drastischer: "Für die Republikaner war es ein regelrechtes Gemetzel, eine herbe Abstrafung des US-Präsidenten und ein historischer Abend. (...) Angetrieben vom Überdruss der Wähler angesichts einer chaotischen Präsidentschaft voller gebrochener Versprechen, schlug die Opposition mit Wucht gegen Trump zurück - wie ein Kämpfer, der sich nach einer Niederlage wieder aufgerappelt hat. Die Umfragen sagten eine 'blaue Welle' voraus, doch (...) ein regelrechter Tsunami fegte schließlich über die republikanischen Küsten hinweg."

Die italienische Zeitung "La Repubblica" sieht die Verantwortung für das republikanische Wahldebakel direkt beim US-Präsidenten: "Trump steuerte tatsächlich auf ein epochales Debakel zu, das ihm voll und ganz selbst zuzuschreiben ist. Das Thema, das die Wähler am meisten beschäftigte, war nämlich die Inflation - ausgelöst und befeuert durch den Krieg im Iran - weshalb die Verantwortung für die Unzufriedenheit direkt beim Chef des Weißen Hauses und seinen Entscheidungen liegt."

"Ein blauer Tsunami überrollt die Republikaner, demütigt Präsident Trump und belebt Amerika neu", schreibt die italienische Zeitung "La Stampa". "Die Midterm-Wahlen bescheren den Demokraten mit einem einheitlichen und überwältigenden Ergebnis die Kontrolle über das Repräsentantenhaus und den Senat: Von North Carolina bis Texas, von Kansas bis Ohio - überall dort, wo ein Sitz umkämpft war, setzten sich die liberalen Kandidaten mit eindeutigen Ergebnissen durch und schreiben damit ein Kapitel Geschichte für die amerikanische Republik."

Die tschechische "Pravo" sieht bei den Wahlen eine alte Regel bestätigt: "Eine Regel sagt, dass die Wähler mit der Geldbörse entscheiden. Das ist zwar etwas vereinfacht gesagt, aber bei den aktuellen US-Wahlen hat es sich bestätigt. (...) US-Präsident Donald Trump hat die Aura eines Visionärs verloren, der Politik anders und mehr für die Menschen machen will. Der Krieg mit dem Iran hat gezeigt, dass dies in Wirklichkeit nicht der Fall ist. Zudem erinnern sich noch alle zu gut an Trumps Versprechen, dass hohe Zölle den Wohlstand steigern werden, was sich aber ebenfalls nicht erfüllt hat. In den letzten anderthalb Jahren ist es Trump nicht gelungen, Amerika wieder großzumachen. Stattdessen haben die USA an Macht verloren."

Die "Neue Zürcher Zeitung" aus der Schweiz glaubt nicht an einen schnellen Wandel in der Außenpolitik: "Unabhängig vom demokratischen Sieg bei den Zwischenwahlen: Das Weiße Haus und der Präsident haben in der Außen- und Sicherheitspolitik weiterhin ein hohes Maß an Handlungsfreiheit. Die USA werden nicht über Nacht wieder von einer Unordnungs- zu einer Ordnungsmacht. Der geopolitische Epochenwandel ist nicht abgeschlossen. Die Phase der Ungewissheit dauert an. Die kommenden zwei Jahre, 2027 und 2028, könnten besonders gefährlich werden: Donald Trump ist noch im Amt, Wladimir Putin noch nicht am Ziel seiner Revision der russischen Geschichte, und für Xi Jinping öffnet sich - nach seiner eigenen Planung - das Taiwan-Fenster: die Möglichkeit, die Insel militärisch mit China zu vereinen."

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