Legendärer US-Investor – Was machte Warren Buffett so besonders?

Warren Buffett zieht sich mit 96 Jahren vollständig von Berkshire Hathaway zurück. Das hat er am Freitag bekannt gegeben. US-Börsenkorrespondentin Heike Buchter erklärt, was die US-Investorenlegende auszeichnete und weshalb er nicht unumstritten war.
Heike Buchter
Wirtschaftsjournalistin
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Heike Buchter ist Wirtschafts- und Finanzjournalistin. Seit 2001 berichtet sie von der Wall Street in New York. Die studierte Betriebswirtin ist auch Autorin verschiedener Bücher.
SRF News: Was machte Warren Buffett so besonders?
Heike Buchter: Er hat die Aktionärinnen und Aktionäre von Berkshire Hathaway sehr reich gemacht, manche sogar zu Millionären. Gleichzeitig verkörperte er das volkstümliche Gesicht des Kapitalismus. Buffett blieb bescheiden und lebte weiterhin in seinem Einfamilienhaus in Omaha, Nebraska. Investments stellte er stets als positive, schöpferische Kraft und als die gute Seite des Finanzmarkts dar.
Nach seinen eigenen Erzählungen begann Warren Buffett bereits als Sechsjähriger.
Sie haben Warren Buffett auch persönlich erlebt. Wie war das?
Ich war mehrfach an der Hauptversammlung von Berkshire Hathaway in Omaha. Sie gilt als «Woodstock for Capitalists» und ist eine Art Volksfest für Tausende Aktionärinnen und Aktionäre aus aller Welt. Einmal tauchte Buffett während eines Rundgangs plötzlich neben mir auf, griff zu seiner Ukulele – tatsächlich sein Instrument – und klampfte fröhlich ein Ständchen.
Wer investieren will, braucht erst mal Geld. Wie verdiente Warren Buffett sein erstes Geld?
Nach seinen eigenen Erzählungen begann er bereits als Sechsjähriger. Er kaufte Kaugummis im Laden seines Grossvaters und verkaufte sie an seine Kindergartenfreunde weiter. Später hat er als Teenager mit dem Austragen von Zeitungen Geld verdient. Das Geschäft managte er so erfolgreich, dass er sich mit dem verdienten Geld ein Stück Land in Nebraska kaufen konnte. So hat Warren Buffett angefangen.
Buffett gilt als freundliches Gesicht des Kapitalismus. Gab es auch Kritik an ihm?
Durchaus. Er hat einige umstrittene Entscheidungen getroffen und kontroverse Unternehmen unterstützt. Besonders viel Kritik von Verbraucher- und Umweltschützern gab es wegen seiner grossen Investitionen in Güterzüge während des Fracking- und Ölbooms. Damals ereigneten sich verhältnismässig viele Unfälle und Explosionen, bei denen auch Menschen zu Tode kamen. Die Züge wurden deshalb als «death trains» bekannt. Und Buffett hatte da auch investiert. Das hat für gewaltigen Ärger gesorgt.
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