Round Table des SIHF – Cadieux: «Ich probiere, kein Fischer 2.0 zu sein»

Am Dienstag meldete sich der neue Nati-Direktor Patrick von Gunten erstmals öffentlich zu Wort. Er tritt die Nachfolge von Lars Weibel an, der den Verband Richtung Ambri verliess. An einem Medientreffen des Verbands sprachen er und Nati-Coach Jan Cadieux über die brennendsten Themen im Schweizer Eishockey. Unter anderem ging es um ...
- ... die Heim-WM in der Nachbetrachtung
«Es ist sicher cool, wenn wir einen solchen Event auf die Beine stellen können», meinte von Gunten, «alle haben davon geschwärmt». Sportlich bleibt natürlich der verlorene Final im Gedächtnis, der 3. in Serie. Er habe im Anschluss viele Gespräche mit den Spielern geführt, meinte Cadieux.
Viel habe man sich nicht vorwerfen können. «Wir waren bereit und haben an uns geglaubt. Es gibt nur kleine Sachen anzupassen. Nun müssen wir nach vorne schauen», so Cadieux. Auch von Gunten will den Blick nach vorne richten und meint: «Das war auch die Message der Spieler. Wenn sie nicht daran glauben, dass die Medaille mal goldig ist, würden sie nicht mehr kommen.»
- ... den drohenden Kaderumbruch in der Nati
Die grosse Rücktrittswelle nach dem Highlight Heim-WM ist ausgeblieben. Das nimmt Cadieux natürlich gerne zur Kenntnis. «Das ist sehr positiv und auch ein Zeichen an die jüngere Generation.» Auch von Gunten freut sich, dass sich die Spieler «committed» haben und daran glauben, «dass der Weg noch nicht zu Ende ist und sie noch grosse Ziele mit der Nati haben».
Nichtsdestotrotz müsse aber auch eine Verjüngung stattfinden, gibt Cadieux zu bedenken, denn: «An den letzten 3 Weltmeisterschaften waren wir eine der ältesten Mannschaften.» Vor allem an der Euro Hockey Tour sollen nun kontinuierlich junge Spieler zum Zug kommen.
- ... die Causa Patrick Fischer
Letzte Woche liess der Eishockey-Weltverband IIHF verlauten, dass Fischer für 4 Jahre gesperrt würde. Während sich von Gunten zur Thematik nicht äussern wollte, nutzte Cadieux die Gelegenheit, seinem Vorgänger noch einmal für seine Verdienste zu würdigen.
«Ich bin Fischi sehr dankbar. Er hat mich immer unterstützt und gesagt, ich solle denken wie ein Headcoach. Wir waren auf der gleichen Linie.» Nun wolle er aber seinen eigenen Weg gehen, «und nicht probieren ein Fischer 2.0 zu sein.»
- ... die Causa Lian Bichsel
Ebenfalls letzte Woche war bekannt geworden, dass der Schweizer NHL-Verteidiger begnadigt und nach Möglichkeit in Zukunft für die Nati aufgeboten werde. Man habe sehr gute Gespräche mit Bichsel gehabt, bekräftigen die beiden Nati-Verantwortlichen, und Bichsel sei «sehr motiviert, für die Schweiz zu spielen», so Cadieux.
- ... die grösste Herausforderungen der nächsten Tage und Monate
Am meisten Arbeit habe von Gunten die Verschiebung der Frauen-WM in den November beschert. Es herrscht Zeitdruck, «wir haben den ganzen Kalender umstellen müssen», so der Nati-Direktor. Dazu käme die Weiterentwicklung der Nachwuchs-Strategie und die Vorbereitung auf die WM der Männer im Mai in Deutschland, «wo es hoffentlich wieder ein riesen Schweizer Fest geben wird».
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