Kreml: Auch Wohnhäuser getroffen: Ukrainische Drohnen greifen Moskau am Wahltag am

Kreml: Auch Wohnhäuser getroffenUkrainische Drohnen greifen Moskau am Wahltag am
20.09.2026, 07:54 Uhr

Bei der Wahl in Russland will sich Kremlchef Putin seinen Kriegskurs an der Urne bestätigen lassen. Am letzten Tag der Abstimmung fliegende Dutzende ukrainische Drohnen Richtung Hauptstadt. Behörden melden Zerstörung und sogar Tote.
Am letzten Tag der Parlamentswahl in Russland ist die Hauptstadtregion Moskau erneut zum Ziel ukrainischer Drohnenangriffe geworden. Seit Mitternacht seien mehr als 180 anfliegende Drohnen abgefangen worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Sergej Sobjanin, den Bürgermeister der Millionenmetropole. Allerdings seien laut dem Gouverneur der Hauptstadtregion, Andrej Worobjow, auch mindestens zwei Menschen getötet und mehrere verletzt worden, als Drohnen in zwei Wohnhäuser einschlugen, hieß es in dem Bericht. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Heute endet die dreitägige Parlamentswahl in Russland. Nach dem Ausschluss der Opposition will sich Präsident Wladimir Putin seinen Kriegskurs gegen die benachbarte Ukraine offiziell bestätigen lassen. Trotz Wirtschaftskrise, Kriegsmüdigkeit und weit verbreiteter Unzufriedenheit im Volk soll auch diesmal wieder eine Zweidrittelmehrheit für die seit mehr als 20 Jahren regierende Kremlpartei "Geeintes Russland" erzielt werden.
Die Wahl wird trotz Protesten der Ukraine erstmals auch in den von Russland kontrollierten Teilen der annektierten ukrainischen Regionen Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson abgehalten. Auf der schon 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim wird ebenfalls wieder abgestimmt. Die ukrainische Führung sprach von einer Stimmabgabe mit vorgehaltenen Sturmgewehren und will das offizielle Ergebnis in den besetzten Gebieten nicht anerkennen.
Auch andere Kritiker weisen darauf hin, dass von einer fairen und demokratischen Wahl keine Rede sein könne. Die zehn Parteien auf dem Wahlzettel gelten durchweg als kremlnah und unterstützen den 2022 von Putin befohlenen Angriffskrieg. Für einen Friedensschluss eintretende Oppositionskräfte wurden nicht zur Wahl zugelassen. Unabhängige Wahlbeobachter meldeten zudem verschiedene Manipulationsversuche und andere Regelverstöße - oder wurden gleich festgenommen.
Russische Drohnen töten Mutter und Kinder
Derweil wurde auch die ukrainische Hauptstadt Kiew und das umliegende Gebiet mit Drohnen aus Russland angegriffen. Mindestens drei Menschen wurde dabei getötet. Dabei handele es sich um eine Mutter mit zwei kleinen Kindern, teilte Militärverwaltungschef Tymur Tkatschenko bei Telegram mit. Die "schreckliche Tragödie" habe sich im Landkreis Fastiw südwestlich von Kiew ereignet. Demnach wurden mehrere Wohnhäuser und ein Auto beschädigt. Ein Brand sei gelöscht worden. Auch diese Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Russlands Armee führt seit Februar 2022 einen zerstörerischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Neben der Invasion mit Bodentruppen attackieren Putins Streitkräfte ukrainische Städte unablässig mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern, Gleitbomben und Drohnen. Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe und nutzt für Gegenangriffe auf russisches Gebiet vor allem günstig und schnell herzustellende Drohnen. Die mit Sprengsätzen versehenen Flugroboter werden oft in großen Massen eingesetzt, um die Luftabwehr des Feindes zu überwältigen.
Alle weiteren Entwicklungen im Ukraine-Krieg können Sie in unserem Liveticker verfolgen.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.