Zwei neue Malaria-Fälle – Behörden rätseln über Ansteckung

- In Frankfurt nahe des Flughafens sind zwei Personen mit dem Malariaerreger Plasmodium falciparum infiziert worden.
- Das Gesundheitsamt Frankfurt geht von sogenannter Flughafenmalaria aus.
- Bereits Ende August waren sechs Malariafälle bei Flughafenmitarbeitenden bekannt geworden.
Rätsel um neue Malaria-Infektionen: Bei zwei Personen aus dem Frankfurter Stadtteil Schwanheim nahe des Flughafens ist der Malariaerreger Plasmodium falciparum nachgewiesen worden.
Wie das Gesundheitsamt Frankfurt am Dienstagnachmittag mitteilte, handelt es sich vermutlich um sogenannte Flughafenmalaria, da sich die Infizierten zuvor nicht in einem Malaria-Endemiegebiet aufgehalten hatten. Dem «Tagesspiegel» zufolge arbeiteten sie auch nicht am Flughafen. Die beiden Erkrankten befinden sich demnach in medizinischer Behandlung.
Malaria-Ansteckung
Plasmodium falciparum ist ein einzelliger Parasit und einer der Erreger von Malaria. Er wird meist durch den Stich infizierter Anopheles-Mücken übertragen und befällt nach dem Eindringen in den Körper zunächst die Leber, später die roten Blutkörperchen. Diese Form der Malaria gilt als besonders gefährlich, weil sie rasch schwere Verläufe mit hohem Fieber, Blutarmut, Organversagen oder Hirnmalaria verursachen kann.
Insgesamt sechs Fälle
Der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, Peter Tinnemann, rief die Bevölkerung sowie Ärztinnen und Ärzte dazu auf, bei entsprechenden Beschwerden an Flughafen-Malaria zu denken – etwa bei Fieber, aber auch bei unspezifischeren Symptomen wie Bauchbeschwerden. Ob es sich bei den Erkrankten um Männer oder Frauen handelt, teilte das Gesundheitsamt nicht mit.
Ende August waren insgesamt sechs Fälle von Malariainfektionen bei Mitarbeitenden des Flughafens bekannt geworden. Zwei Menschen waren gestorben – einer Anfang Juli, der andere im August.
Gibt es eine Impfung?
Ja. Die WHO empfiehlt die Impfstoffe RTS,S und R21 zum Schutz vor Plasmodium-falciparum-Malaria. Sie sind jedoch vor allem für Kinder in Malaria-Endemiegebieten vorgesehen und bieten keinen vollständigen Schutz.
Für Erwachsene in Europa oder bei einer möglichen Flughafenmalaria gibt es derzeit keine allgemein verfügbare Standardimpfung. WHO-Information zu Malariaimpfstoffen
Karin Leuthold (kle), Jahrgang 1968, arbeitet seit 2005 für 20 Minuten und ist derzeit am Newsdesk tätig.
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