«Sie hat überall Beulen»: Schulkinder nach Hagelsturm verletzt

Darum gehts
- Ein heftiger Hagelsturm hat am Freitagmorgen die Kantone Bern, Solothurn, Aargau und Zürich getroffen.
- Mehrere Kinder und Erwachsene wurden durch fast golfballgrosse Hagelkörner verletzt – vor allem mit Platzwunden und Prellungen.
- Schutz & Rettung Zürich registrierte in nur 30 Minuten 500 Notrufe – an einem normalen Tag sind es rund 600 in 24 Stunden.
«In Embrach sieht es aus wie im Krieg», sagt A. Alle Autos seien von golfballgrossen Hagelkörnern «regelrecht durchlöchert» worden, überall lägen Äste auf der Strasse. Er selbst habe wegen eines Notfalls während des Sturms nach Hause eilen müssen: «Meine Tochter wurde auf dem Heimweg nach der Schule vom Hagel überrascht.»
Die Achtjährige sei mit dem Velo unterwegs gewesen, sagt A. «Sogar ihr Helm ist weggeflogen.» Jetzt sei sie übersät mit Beulen. «Am Kopf, an den Armen und am Rücken – alles hat es ‹vertätscht›.» Sie stehe unter Schock. «Wenn es nicht besser ist, gehen wir nachher ins Spital.» Seine Frau sei dort Krankenschwester. «Doch der Notfall ist voll: Sie haben viele Leute, die mit Platzwunden kommen – ältere Personen und auch Kinder.»
Schulkinder von Hagel überrascht
In der Schule Rychenberg in Winterthur wurden die Schüler in der 10-Uhr-Pause vom Sturm überrascht. Die Eltern wurden heute in einer Mitteilung über den Vorfall informiert, der Social-Media-Account «Wintiblog» teilte Auszüge aus dem Schreiben. So heisst es etwa: «Bei einigen Kindern kam es zu kleinen Platzwunden am Kopf sowie zu Prellungen an Schultern, Rücken, Armen und Beinen.»
Eltern sollten auf Symptome wie Schwindel, Übelkeit, Verwirrung oder Schmerzen achten.
500 Notrufe innerhalb 30 Minuten
Im Spital Bülach beschreibt Sprecher Thomas Langholz die Situation als «extrem aussergewöhnlich»: «Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals so ein Unwetter erlebt zu haben.» Innerhalb einer Stunde hätten 50 zusätzliche Notfallpatienten versorgt werden müssen. «Vor allem wegen Prellungen, Quetschungen, Beulen und Platzwunden.» Einige Verletzungen seien derart gravierend gewesen, dass der Hausarzt sie in den Notfall weitergeleitet hatte. «Wir konnten aber alle innerhalb kürzester Zeit behandeln, stationär mussten wir niemanden aufnehmen.»
Auch das Kantonsspital Winterthur bestätigt, dass bisher mehrere Personen auf dem Notfall behandelt werden mussten. Die Stadtpolizei Winterthur bestätigt, dass am Freitag mehrere Personen durch den Sturm verletzt wurden. In einer Medienmitteilung will die Stapo in Kürze weiter informieren.
Schutz & Rettung Zürich teilt auf Anfrage mit, dass «unerwartet viele Anrufe» eingegangen sind. «Das kennt man sonst nicht von Unwettern», sagt Marco Grendelmeier. In 30 Minuten seien 500 Anrufe eingegangen. «Zum Vergleich: Normalerweise gehen in einem ganzen Tag rund 600 Anrufe ein.» Bei den Verletzungen handle es sich hauptsächlich um Platzwunden und Stürze.
Daniel Krähenbühl (dk) arbeitet seit 2017 für 20 Minuten. Er leitet das Regionennetzwerk mit Fokus auf Stadtpolitik, Kriminalität, Gesellschaft und Recherche.
Lisa Arnold (lia) arbeitet seit März 2026 bei 20 Minuten als Praktikantin im Ressort Zürich.
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