„Total War: Shogun 2“: Sega nimmt Remaster nach zwei Tagen aus dem Verkauf
Das Remaster des Strategiespiels „Total War: Shogun 2“ ist nur zwei Tage nach dem Release wieder aus dem Verkauf genommen worden. Publisher Sega und Entwickler Creative Assembly reagieren damit auf heftige Kritik an der Complete Edition, die am Dienstag für PC erschienen war. Stattdessen wird nun das Original von 2011 wieder verkauft, das Sega vor dem Release der Neuauflage aus dem Sortiment genommen hatte.
„Wir sind uns bewusst, dass ‚Total War: Shogun 2 – Complete Edition‘ sowohl hinter euren Erwartungen als auch hinter unseren eigenen Standards zurückgeblieben ist“, schreiben Sega und Creative Assembly in einem gemeinsamen Statement auf X. Das aktuelle Spielerlebnis sei nicht da, wo es sein müsse. Man arbeite mit den Plattformbetreibern daran, die Complete Edition vorübergehend aus dem Verkauf zu nehmen und das Original wieder anzubieten, während die Probleme untersucht werden. Wer die Neuauflage bereits gekauft hat, kann sie weiterhin spielen.
15 Prozent Empfehlungen
Auf Steam ist die Complete Edition inzwischen nicht mehr erhältlich, das Original lässt sich dort wieder für 30 Euro kaufen. Die Neuauflage kam auf Steam bei über 3600 Nutzerrezensionen auf nur 15 Prozent positive Bewertungen, was die vernichtende Meinung innerhalb der Community widerspiegelt.
Wie lange die Complete Edition des Strategiespiel-Klassikers aus dem Verkauf genommen wird und ob Käufer ihr Geld zurückbekommen, geht aus dem Statement nicht hervor. Dort heißt es lediglich, man arbeite eng mit dem Entwicklungspartner Mataboo zusammen, um die Ursachen der Probleme zu finden. Das polnische Studio hat das Remaster in Zusammenarbeit mit Creative Assembly entwickelt.
Mutmaßlich KI-hochskalierte Artworks
Die meisten Beschwerden betreffen die Grafiken im Spiel: Artworks für Einheitenkarten und die Enzyklopädie wurden offenbar mit recht primitivem KI-Upscaling aus den kleinen, unscharfen Originalbildern hochgerechnet. Vergleiche mit dem Original zeigen zahlreiche Fehler: Figuren verschmelzen, Helme sehen aus wie Autoscheinwerfer und die Wappen auf den Einheitenflaggen gehen verloren.
Sega hat den Einsatz von KI bislang nicht bestätigt, das gemeinsame Statement mit Creative Assembly geht auf diesen Kritikpunkt nicht ein. Auf der Steam-Seite der Complete Edition fehlt zudem ein Hinweis auf KI-generierte Inhalte, den Valve bei solchen Spielen verlangt.
Alte Bugs, neue Bugs
Daneben bemängeln Spieler eine schwache Performance, verschlechterten Mod-Support und neue wie altbekannte Bugs. Viele Fehler, die in der Community seit Jahren bekannt sind, haben Creative Assembly und Mataboo in der Neuauflage nicht behoben.
„Shogun 2“ gilt als einer der besten Teile der langlebigen Strategiereihe und wurde besonders für seinen Grafikstil gelobt. Auf Steam kommt das Original bei fast 39.000 Rezensionen auf 90 Prozent positive Bewertungen. Die Complete Edition kostet regulär 40 Euro, Besitzer des Originals bekamen zum Release einen Rabatt von 75 Prozent.
Remaster unter besonderer Beobachtung
Der Verkaufsstopp nach nur zwei Tagen ist eine drastische Reaktion auf drastische Kritik. Remaster beliebter Spieleklassiker stehen bei Fans unter besonderer Beobachtung – vor allem dann, wenn Entwickler die Originale parallel aus dem Verkauf nehmen.
So passierte es auch mit der „GTA: The Trilogy – The Definitive Edition“: Rockstar hatte die Originale von „GTA 3“, „Vice City“ und „San Andreas“ aus dem Verkauf genommen, die neue Sammlung erschien dann mit zahlreichen technischen Fehlern. Nach heftiger Kritik entschuldigte sich Rockstar und brachte die PC-Originale zurück in den eigenen Store.
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