«Kotzhügel» schon am Nachmittag voll: So lief der Wiesn-Start

- Das 191. Oktoberfest in München ist am Samstag gestartet – mit einem arbeitsreichen ersten Tag für die Rettungskräfte.
- Der Sanitätsdienst behandelte bis zum Abend rund 600 Personen, vor allem wegen Kreislaufproblemen und Alkoholvergiftungen.
- Bei einem Fahrgeschäft namens «Predator» hingen Besucher rund fünf Minuten kopfüber fest; alle konnten danach selbstständig das Festgelände betreten.
Das 191. Oktoberfest in München ist am Samstag gestartet – und bereits am ersten Tag hatten die Rettungskräfte alle Hände voll zu tun.
Der Sanitätsdienst steuerte am Samstagabend auf rund 600 behandelte Besucherinnen und Besucher zu. Neben reichlich Alkohol und Kreislaufproblemen sorgte auch eine Panne bei einem Fahrgeschäft für Aufregung, wie das Nachrichtenmagazin «Focus» berichtet.
Kreislaufprobleme, Alkoholvergiftungen, Schnittwunden
Für die Einsatzkräfte wurde es schnell arbeitsreich. Bereits bis 17 Uhr hatte die Aicher Ambulanz mehr als 300 Menschen versorgt, zweieinhalb Stunden später waren es schon 450. Am Samstagabend näherte sich die Zahl schliesslich der Marke von 600 Behandlungen.
Am häufigsten behandelten die Sanitäter Kreislaufprobleme, gefolgt von Alkoholvergiftungen und Verletzungen wie Schnittwunden. Zehn Personen mussten im Computertomografen untersucht werden. Bei zwei von ihnen wurden kritische Befunde festgestellt, weshalb sie ins Spital gebracht wurden.
Auch der berüchtigte «Kotzhügel» füllte sich bereits am Nachmittag. Dort legten sich traditionell Besucher ins Gras, die zu tief ins Glas geschaut haben. Wobei sich auch manche einfach vom langen Tag auf der Theresienwiese erholten.
Wiesn-Besucher hängen fünf Minuten kopfüber fest
Einen besonderen Schreckmoment gab es bei der Attraktion «Predator». Besucher blieben während einer Panne rund fünf Minuten kopfüber im Fahrgeschäft hängen.
Als Polizei, Feuerwehr und Sanitätsdienst eintrafen, waren die Betroffenen bereits wieder aus der Attraktion heraus. Einige Besucher klagten anschliessend über leichten Schwindel und Kreislaufprobleme. Nach einer Untersuchung konnten alle selbstständig auf das Festgelände zurückkehren. Das Oktoberfest dauert noch bis zum 4. Oktober.
Ursprung des Oktoberfests
Was heute vor allem für Bierzelte, Dirndl und Fahrgeschäfte bekannt ist, begann mit einer Hochzeit. Am 12. Oktober 1810 heiratete der bayerische Kronprinz Ludwig Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen. Zu den Feierlichkeiten gehörte fünf Tage später ein grosses Pferderennen vor den Toren Münchens, zu dem rund 40’000 Zuschauer kamen. Die Festwiese wurde später nach der Braut «Theresienwiese» genannt. Daher stammt auch der Name «Wiesn».
Die Feier kam so gut an, dass sie wiederholt wurde. Ab 1819 übernahm die Stadt München die Organisation und beschloss, das Oktoberfest jährlich auszurichten. Nach und nach kamen Karussells, Schaukeln, Buden und später die grossen Bierzelte dazu.
Und warum heisst es Oktoberfest, obwohl es grösstenteils im September stattfindet? Ursprünglich wurde tatsächlich im Oktober gefeiert. Wegen des meist wärmeren Wetters wurde der Beginn ab 1872 in den September vorverlegt. Der Name blieb. Heute gilt das Oktoberfest in München als das grösste Volksfest der Welt.
Hast du oder hat jemand, den du kennst, Probleme mit Alkohol?
Hier findest du Hilfe:
Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen
Feel-ok, Informationen für Jugendliche
Vergiftungsnotfälle, Tel. 145
ada-zh, Anlaufstelle Angehörige Sucht
Kinderseele Schweiz, Beratung für psychisch belastete Eltern und ihre Angehörigen
Jonas Bucher ist Blattmacher und stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks bei 20 Minuten. Er ist seit 25 Jahren in der Medienbranche tätig und 20 Minuten stets treu geblieben.
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