Nach TAS-Urteil – Russland-Frage: Schweizer Verband wartet ab

Der Entscheid des obersten Sportgerichts (TAS) hat in den vergangenen Tagen in der Eishockey-Welt und darüber hinaus für Aufregung gesorgt. Russland und Belarus sollen an der WM 2027 wieder mittun dürfen. Die beiden Teams waren seit Beginn des Angriffskriegs auf die Ukraine im Jahr 2022 von internationalen Turnieren ausgeschlossen worden.
Nach Boykott-Ankündigungen von Weltmeister Finnland, denen sich unter anderem auch Schweden und Tschechien angeschlossen haben, sowie Bestrebungen des Hauptsponsors der WM 2027, sich zurückzuziehen, steht der internationale Eishockeyverband (IIHF) unter Zugzwang. Ein Entscheid, wie mit dem Urteil umgegangen wird, wurde am Mittwoch vorerst vertagt.
Im Vorfeld der Partie zwischen der Schweiz und Finnland an der Euro Hockey Tour hat sich nun auch der Schweizer Verband gegenüber SRF zur Thematik geäussert. Präsident Marc Lüthi sagt, dass er persönlich das TAS-Urteil kritisch sehe. Von einem Boykott-Aufruf oder weiteren Bestrebungen dieser Art werde der Verband vorerst aber absehen.
Ball liegt bei der IIHF
«In erster Linie ist es an der IIHF, einen Entscheid zu fällen. Ich gehe davon aus, dass dies innerhalb einer Woche der Fall sein wird.» Erst wenn klar ist, wie der internationale Verband vorgeht, werde die SIHF in Erscheinung treten. «Wir werden die Köpfe zusammenstecken und einen Entscheid treffen. In erster Linie wir als Verband und in Rücksprache mit der Politik und der offiziellen Schweiz», so Lüthi.
Vom Vorpreschen der anderen Verbände hält Lüthi nicht viel. «Es ist ein Entscheid des obersten Sportgerichts der Welt. Wenn man dies einfach in Frage stellt, muss man den TAS in Frage stellen. Was wir vom Urteil halten, tut im Moment nichts zur Sache. Jetzt ist zuerst die IIHF an der Reihe.»
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