So aussergewöhnlich ist Trumps Midterms-Debakel

- Trumps Republikaner verlieren bei den Midterms 2026 die Mehrheit in beiden Kongresskammern.
- Seit 1946 hat die Partei des amtierenden US-Präsidenten bei 18 von 20 Midterms Sitze im Repräsentantenhaus verloren.
- Beide Kongresskammern gleichzeitig verlor die Präsidentenpartei seit dem Zweiten Weltkrieg jedoch erst viermal.
Zwar laufen die letzten Auszählungen noch, doch schon jetzt zeichnet sich ab: Der Sieg der Demokraten ist mehr als deutlich. Sogar von einem Erdrutschsieg ist die Rede. Sowohl im Senat als auch im Repräsentantenhaus haben sie die Mehrheit zurückgewonnen. US-Präsident Donald Trump und seine Republikaner haben das Nachsehen. In der Geschichte der USA ist das kein Novum. Im Gegenteil.
Sitzverluste sind die Regel
Seit dem Zweiten Weltkrieg (1939–1945) gab es 20 Zwischenwahlen. Niederlagen der Partei des amtierenden US-Präsidenten bei den Midterms sind quasi die Regel, wie die Aufschlüsselung des American Presidency Project von der University of California in Santa Barbara zeigt. Zwischen 1946 und 2022 verlor die jeweilige Regierungspartei bei der Mehrheit der Midterms Sitze:
- Repräsentantenhaus: In 18 von 20 Wahlen verlor die Partei des Präsidenten Sitze.
- Senat: In 13 von 20 Wahlen verlor die Partei des Präsidenten Sitze.
- Verlust in beiden Kammern gleichzeitig: In 13 von 20 Wahlen verlor die Präsidentenpartei zeitgleich Sitze im Repräsentantenhaus und im Senat.
Sitzgewinne bilden die Ausnahme
Dass die amtierende Präsidentenpartei in einer oder beiden Kammern Sitze hinzugewann, kam bislang nur äusserst selten vor: Sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat Sitze dazuzugewinnen gelang bislang nur dem Republikaner George W. Bush im Jahr 2002 (+8, +2). Der Demokrat Bill Clinton schaffte es 1998, vier Plätze im Repräsentantenhaus hinzuzugewinnen. Die Anzahl Sitze im Senat liess die Wählerschaft unverändert. Gewinne nur im Senat konnten die Präsidenten John F. Kennedy (1962, +3), Richard Nixon (1970, +2), Ronald Reagan (1982, +1), Donald Trump (2018, +2) und Joe Biden (2022, +1) verbuchen.
Wie ist das Midterms-Resultat 2026 einzuordnen?
Es ist aussergewöhnlich: Nicht primär wegen der reinen Zahl der von den Republikanern verlorenen Sitze in beiden Kammern, sondern weil die Demokraten durch die hinzugewonnenen Sitze die Mehrheit sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat zurückerlangen beziehungsweise übernehmen. In den allermeisten Midterms verliert der amtierende Präsident nur eine Kammer (oft das Repräsentantenhaus), während der Senat gehalten werden kann. Dass die Partei im Weissen Haus beide Kongresskammern auf einen Schlag abgeben muss, ist seit dem Zweiten Weltkrieg nur viermal vorgekommen:
1946: Harry S. Truman
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs verloren die Demokraten 56 Sitze im Repräsentantenhaus und zwölf Sitze im Senat. Daraufhin übernahmen die Republikaner in beiden Kammern die Führung.
1954: Dwight D. Eisenhower
Die Republikaner verloren 18 Sitze im Repräsentantenhaus und einen Sitz im Senat. Das reichte den Demokraten, um die Mehrheit in beiden Kammern zurückzuerobern.
1994: Bill Clinton
Bei der auch Gingrich-Revolution genannten Republican Revolution verloren die Demokraten 54 Sitze im Haus und acht im Senat. Unter der Führung des Republikaners Newt Gingrich erlangten die Republikaner erstmals nach 40 Jahren wieder die Kontrolle über das Repräsentantenhaus.
2006: George W. Bush
Überschattet vom Irakkrieg verloren die Republikaner 30 Sitze im Repräsentantenhaus und sechs Sitze im Senat. Die Demokraten übernahmen in beiden Häusern wieder die Mehrheit.
Wie ordnest du Trumps Niederlage bei den Midterms ein?
Resultate Senat
Resultate Repräsentantenhaus
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Fee Anabelle Riebeling (fee) arbeitet seit 2014 für 20 Minuten. Sie ist stv. Leiterin Wissen/AI, Data und Leiterin des Fachgremiums Faktencheck & Verifikation.
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