Strom-Sabotage: Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen
Nach einer Reihe von Sabotage-Angriffen auf das deutsche Stromnetz hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen gegen den Verdächtigen übernommen. Wegen der besonderen Bedeutung habe die Karlsruher Behörde den Fall übernommen, sagte eine Sprecherin. Unter anderem gehe es um den Verdacht verfassungsfeindlicher Sabotage.
Ein 48-Jähriger soll an mehreren Orten in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen versucht haben, Stromleitungen in der Nähe von Kohlekraftwerken zu sabotieren. In einigen Fällen ist ihm das gelungen. Am Dienstag fiel er Polizisten bei einem Großeinsatz in der Nähe des Kraftwerks Weisweiler bei Aachen auf - und wurde festgenommen.
Nach einer Serie von Sabotage-Angriffen auf das Stromnetz in mehreren Bundesländern hat die Polizei einen verdächtigen 48-Jährigen festgenommen, der Sprengmittel bei sich hatte.
08.09.2026 | 2:23 minDen Ermittlungen zufolge soll der Mann Abschussvorrichtungen aufgebaut und mit selbstgebauten Raketen einen Draht über Hochspannungsleitungen geschossen haben. Mindestens zweimal kam es dadurch zu Kurzschlüssen, und einzelne Blöcke von nahegelegenen Kraftwerken wurden lahmgelegt. Zu Schäden für die Bevölkerung kam es nicht.
Innenminister Reul: Verdächtiger wollte weitermachen
Der Verdächtige wollte seine Angriffe nach Angaben von Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) fortsetzen. "Der war immer noch unterwegs und wollte weitermachen. Dieses Spiel ist heute beendet worden", sagte Reul am Tag der Festnahme. "Im Moment spricht alles dafür, dass es ein Einzeltäter und alles aus seiner Hand war."
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Das Amtsgericht Aachen hat einen Haftbefehl vollzogen, der Mann ist in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft Cottbus wirft ihm unter anderem das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, die Störung öffentlicher Betriebe und die Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel vor.
In Sachsen sind zwölf Sprengvorrichtungen entschärft worden, die Stromnetze zum Ziel hatten.
05.09.2026 | 0:33 minWeil nun auf Ermittlerseite die Zuständigkeit auf Bundesebene zum Generalbundesanwalt gewechselt ist, muss der 48-Jährige auch nochmal am Bundesgerichtshof (BGH) vor den Ermittlungsrichter. Ein Termin dafür ist bislang nicht bekannt.
Innenminister Dobrindt geht von "Klimaterrorismus" aus
Hintergrund der Fahndung waren zwei Bekennerschreiben, die bei mehreren Medienhäusern eingingen und auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. "Das Wissen, was offenbart wird in diesen Schreiben, das ist eindeutiges Täterwissen", sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt Ende vergangener Woche.
Zum Motiv sagte der CSU-Politiker, es handele sich sehr wahrscheinlich um "Klimaterrorismus" eines Einzeltäters. In einem Bekennerschreiben heißt es:
Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen ist ein Verbrechen.
Bekennerschreiben
Die Polizei in NRW hält ein Bekennerschreiben im Zusammenhang mit der Sabotage an mehreren Umspannwerken für echt. Nach dem Mann aus dem Ruhrgebiet wurde bundesweit gefahndet.
04.09.2026 | 1:13 minAuffällig ist, dass sich die betroffenen Orte in der Nähe von Gebieten befinden, in denen noch Braunkohle abgebaut wird. Aktiven Braunkohletagebau in Deutschland gibt es nach Angaben des Branchenverbandes Debriv in Nordrhein-Westfalen, im Süden Brandenburgs und Sachsen-Anhalts sowie im Osten und Westen von Sachsen.
Politiker unterschiedlicher Parteien und Experten forderten nach Bekanntwerden der Sabotage-Aktionen einen stärkeren Schutz der sogenannten kritischen Infrastruktur und vor allem der Stromnetze in Deutschland.
Quelle: dpa
Über dieses Thema berichteten verschiedene Sendungen, etwa das heute journal am 08.09.2026 ab 21:45 Uhr sowie die heute-Nachrichten am 08.09.2026 ab 19:00 Uhr.
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