Indonesien: Passagiere und Crew von brennender Fähre geholt
Wieder brennt eine Fähre in Indonesien, diesmal zwischen Bali und Lombok. Zwar konnten nach offiziellen Angaben 172 Menschen gerettet werden, eine Frau kam bei dem Unglück aber ums Leben.
Eine 19-jährige Indonesierin wurde für tot erklärt, teilte die nationale Such- und Rettungsbehörde BASARNAS mit. Zwei verletzte Passagiere wurden in ein Krankenhaus gebracht.

Offiziell an Bord gemeldet waren nach Angaben der Hafenbehörde deutlich weniger Menschen: 114 Passagiere und 17 Crew-Mitglieder - darunter zwei Touristen aus Australien, die übrigen waren Indonesier. In Indonesien kommt es oft vor, dass die Anzahl der Passagiere auf einem Schiff von der Passagierliste abweicht.
Die Fähre transportierte zudem 44 Fahrzeuge und 53 Motorräder. Es handelt sich um den zweiten Vorfall dieser Art innerhalb weniger Tage.
Dichter Rauch und hohe Wellen
Die "Putri Yasmin" war am frühen Morgen auf dem Weg von der kleinen balinesischen Hafenstadt Padang Bai nach Lembar auf der Nachbarinsel Lombok, als auf der Fahrt durch die Lombokstraße plötzlich das Feuer ausbrach. Der 25-jährige Überlebende Kiky Okta Pradika berichtete Reportern in Lembar, er habe sich eine Schwimmweste genommen, bevor er zusammen mit mehreren anderen Passagieren über Bord sprang. "Es dauerte einige Stunden, bis Hilfe eintraf", sagte er.
Eine großangelegte Rettungsaktion lief an. Mehrere Schiffe und ein Hubschrauber wurden zur Unglücksstelle geschickt. Mehr als 200 Einsatzkräfte waren laut dem Such- und Rettungsbeauftragten Muhamad Hariyadi beteiligt. Auch andere Schiffe und Fähren, die sich zufällig in der Nähe befanden, nahmen Kurs auf die brennende "Putri Yasmin".
Die Rettung von Passagieren und Crew war dennoch schwierig: Starker Wind, dichter Rauch und hoher Wellengang erschwerten den Einsatz, wie beteiligte Retter berichteten.

Es ist noch unklar, wie es zu dem Feuer auf der Fähre kam und ob Überbelegung eine Rolle gespielt hatte. Nach Berichten lokaler Medien könnte der Brand von einem Lastwagen an Bord ausgegangen sein. Ein Sprecher der indonesischen Marineeinheit auf Lombok teilte mit, die Fähre sei auf Grund gelaufen und der Strom an Bord ausgefallen.
Immer wieder schwere Schiffsunglücke
Die Bedenken wegen mangelnder Sicherheit des indonesischen Schiffsverkehrs wachsen: Erst vor zehn Tagen war eine Fähre in dem Inselstaat auf dem Weg von Java nach Sulawesi in Brand geraten. Bei dem Unglück kamen mindestens fünf Menschen ums Leben, weitere sind im Meer verschollen. In Indonesien dauert es oft Jahre, bis die Behörden Vermisste formell für tot erklären.
In dem südostasiatischen Inselstaat kommt es immer wieder zu Fährunglücken, bei denen Menschen ums Leben kommen. Erst im Juli vergangenen Jahres sank eine Fähre zwischen Java und Bali. Fast 20 Menschen starben, 16 weitere gelten bis heute als vermisst. Bei einem der schwersten Schiffunglücke in dem Land waren im Dezember 2006 bis zu 500 Menschen ums Leben gekommen, als die "Senopati Nusantara" zwischen Borneo und Java bei schwerem Sturm in der Javasee sank.
Indonesien, ein Archipel aus 17.000 Inseln, ist in hohem Maße auf Fähren als wichtiges Verkehrsmittel angewiesen, da Seeverbindungen günstiger und leichter verfügbar sind als Flugreisen. Allerdings werden Sicherheitsstandards nicht immer konsequent durchgesetzt, was zu einer relativ hohen Unfallrate führt.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.