heise+ | Mehr digitale Souveränität: Open Source im Unternehmen einsetzen
Auch wenn Open-Source-Software (OSS) als Ausweg aus den Fesseln proprietärer Software wie Vendor Lock-in, Abozwang und restriktiven Lizenzen gilt, befreit sie einen nicht von sämtlichen Sachzwängen. OSS muss ebenfalls lizenziert werden; die in einer schlichten license.txt-Datei genannten Bedingungen sind genauso ernst zu nehmen wie umfangreiche Lizenzdokumente bei proprietärer Software.
- Der professionelle Betrieb von Open-Source-Software unterscheidet sich weniger stark von dem kommerzieller Software, als man gemeinhin glaubt.
- Wer OSS erfolgreich einsetzen will, sollte klaren Regeln, dem internen Wissensaufbau und dem Support besondere Aufmerksamkeit schenken.
- Die Support-Spielarten sind bei OSS umfangreich, entscheidend sind neben der Kritikalität des Systems die eigenen Ressourcen.
OSS muss gewartet werden. Die betreibende Organisation ist gut beraten, Betrieb und Support zu gewährleisten. Open-Source-Software ist nicht zwangsläufig kostenfrei. Kosten entstehen typischerweise jedoch nicht oder nur in kleinen Teilen in der Lizenzierung, sondern im externen und internen Support sowie im Aufbau von Know-how.
Frank Benke ist Leiter der operativen IT in der HAHN Automation Group und verantwortlich für den Betrieb einer globalen Infrastruktur in neun Ländern.
Gestaltungsspielräume mit OSS
Der Unterschied liegt erstens in den Gestaltungsspielräumen, die der Einsatz von OSS mit sich bringt, und zweitens in der Verantwortung, die der Betreiber selbst übernehmen möchte und muss. Für OSS muss genauso ein Betriebskonzept erarbeitet werden wie für proprietäre Software, auch wenn bei letzterer manche Anbieter suggerieren, das wäre nicht nötig. Bei OSS winkt zudem kein Anbieter mit umfassenden Versprechen.
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