Weisse oder grüne Weihnachten? – Die Winterprognosen der Muotathaler Wetterschmöcker

Im Muotathal wird wieder in die Zukunft geblickt: Jeder hat auf seine ganz eigene Art in den letzten Monaten das Treiben der Mäuse und Bienen beobachtet und die Zeichen von Bäumen und Pilzen gedeutet. Zur alljährlichen Herbstversammlung kamen die sechs Wetterpropheten am Freitagabend in Illgau SZ zusammen, um den Wetterkönig zu küren. Danach verrieten sie, worauf man sich im kommenden Winter einstellen muss.
1. Martin Holdener «Muser»: Ein Winter mit viel Niederschlag und weissen Weihnachten
Der November bringt eine trockene Bise, wechselt dann auf Westwind mit Regen. Der Dezember beginnt regnerisch, gefolgt von Föhn. Zu Weihnachten gibt es Schnee in tieferen Lagen – zum Jahresabschluss wird es schön. Der Januar bringt viel Niederschlag und es kühlt ab. Der zweite Monat wird schneereich, in der Monatsmitte aber wärmer mit Regen. Anfang März gibt es abwechselnd Schnee und Regen, in der zweiten Monatshälfte trockener und veränderlich. Im April gibt es zu Anfang Nordwestwind mit Schnee, dann wird es immer wärmer.
Als bester Wetterschmöcker des Sommers 2026 wurde Martin Holdener – bekannt als «Muser» – ausgezeichnet. Der Landwirt vom Haggen war zuletzt im Frühling 2025 Wetterkönig. Seine treffsicheren Prognosen verdankt Holdener unter anderem der genauen Beobachtung der Mäuse auf den Feldern. Aber auch die Winde liefern ihm verlässliche Hinweise auf die kommenden Wetterentwicklungen.
2. Silvan Betschart «Herrenbödler»: Viel Niederschlag, wenig Sonne – Quellen erholen sich
Der November beginnt trocken, wird aber immer nässer. Viel Schnee gibt es im Dezember – gegen Ende dann auch Regen. Das neue Jahr beginnt ebenfalls mit Regen, dann klart es auf und es wird richtig kalt. Im Februar gibt es erst Föhn, dann viel Schnee, dann Sonne. Der März beginnt mit Tauwetter, zu Ostern gibt es wieder Schnee. Wechselhaftes Wetter im April.
3. Karl Laimbacher «Tobel-Kari»: Nicht der schneereichste Winter mit grünen Weihnachten
Im November gibt es Nebel und Regen – gegen Ende Sonne und Kälte. Der Dezember bringt mehr Sonne als Regen. Zum Jahresende ist es schön mit Föhn und Saharastaub. Der Januar bringt Regen und Schnee. Der «Horner» (Februar) wird schön und kalt zur Fasnacht, dann kommt Regen auf. Der März wird mehrheitlich schön – so wie auch der April mit Regen zwischendurch.
4. Karl Hediger «Naturmensch»: Ein gehöriger Winter – Frühling kommt zur rechten Zeit
Grosse Temperaturschwankungen, Regen, Nebel und Sonne bringt der November – gegen Ende gar Schnee. Im Dezember schneit es viel und es wird kalt. Im neuen Jahr ist es klar und kalt mit Bise. Die zweite Januarhälfte bringt Regen und Schnee. Die Fasnacht im Februar wird sehr kalt mit Biswind – danach wechselhaftes Wetter mit wenig Niederschlag. Im März wird es wärmer. Zu Ostern kommt aber nochmals Schnee.
5. Martin Gisler «Tannebärt»: Milder Winter mit viel Niederschlag und grünen Weihnachten
Der November wird warm und schön, mit Regen in der Monatsmitte. Der Dezember wird warm mit viel Regen und einem kurzen Wintereinbruch. Auch das neue Jahr beginnt warm und regnerisch. In der zweiten Monatshälfte wird es kälter und es gibt recht viel Neuschnee. Anfang Februar kommt mal Regen, mal Schnee. Dann wird es kälter und es schneit bis in die Niederungen. Im März wird es warm und wechselhaft. An Ostern ist es schön. Der April wird warm und föhnig mit Regen in der Monatsmitte.
6. Roman Ulrich «Jöri»: Schnee in den Bergen – der Frühling kommt spät
Unten Nebel, oben schön, ist das Bild im November. Es gibt wenig Regen und dann Schnee gegen Ende des Monats. Der Dezember wird mehrheitlich schön – in der Monatsmitte gibt es Schnee bis unter 800 Meter. Anfang Januar fällt Schnee bis runter, dann wird es schön. Im «Horner» (Februar) wird es kalt mit wenig Schneefall. Zum Monatsende wird es dann warm und es regnet. Der März beginnt frühlingshaft, dann kommt der Winter zurück. Im April ist das Wetter wechselhaft – der Frühling lässt auf sich warten.
Die «Muotathaler Wetterschmöcker» das sind sechs Naturbeobachter aus dem Kanton Schwyz. Jeder von ihnen vertraut bei der Wettervorhersage auf seine ganz eigene Methode. Das genaue Rezept bleibt ihr Geheimnis: Ob das Verhalten von Nutz- und Wildtieren oder das Wachstum von Bäumen und Pilzen – die sechs Männer schöpfen aus einer langen Tradition und jahrzehntelanger Erfahrung, um die Zeichen der Natur zu deuten. Zweimal im Jahr kommen sie zusammen. Dann küren sie den treffsichersten Propheten der vergangenen Monate – den Wetterkönig. Im Anschluss präsentieren sie ihre Prognosen für das nächste Halbjahr.
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