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Saturday, August 29, 2026

«Freund musste mich tragen»: Lara erlebt Konzert-Horror

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  • Rollstuhlfahrerin Lara (27) aus Zürich erlebte beim Ariana-Grande-Konzert in der Londoner O2-Arena trotz gebuchtem Rollstuhlplatz keinen barrierefreien Zugang.
  • Ihr Partner musste sie vor den Augen des Personals aus dem Rollstuhl heben und durch eine enge Reihe tragen – der Rollstuhl wurde danach weggeschlossen.
  • Für die Reise gab das Paar über 1000 Franken aus. Lara hat Beschwerde bei AXS, der O2-Arena und dem britischen EASS eingereicht.

Rollstuhlfahrerin Lara (27) reiste mit ihrem Partner am Wochenende von Zürich nach London. Einzig, um Ariana Grande (33) live zu sehen. Statt eines unbeschwerten Konzertabends fühlte sie sich in der O2-Arena hilflos und musste sogar ihren Rollstuhl abgeben.

Als das Paar seine Plätze erreichte, kam der Schock: Die Sitze befanden sich laut Lara mitten in einer engen und steilen Reihe – obwohl sie extra rollstuhlzugängliche Plätze gebucht hatte. Mit ihrem Rollstuhl sei sie dort nicht hingekommen. «Das war für mich sehr frustrierend», so die 27-Jährige.

Sie und ihr Partner hätten dem Personal erklärt, dass sie nicht gehen und sich nicht selbstständig auf einen Sitz transferieren könne. «Sie meinten, dass sie nichts tun können», so Lara. Ihr Partner habe sie deshalb vor den Augen von Mitarbeitenden aus dem Rollstuhl heben und durch die Reihe zu ihrem Sitz bringen müssen. «Das war sehr gefährlich für meinen Partner, mich und die Leute um uns herum», so die 27-Jährige.

Freund bringt Rollstuhl weg, Lara bleibt allein zurück

Danach sei er angewiesen worden, den Rollstuhl beim Customer Service abzugeben. Dort wurde er nach Angaben des Paares weggeschlossen. «Es war aus evakuationstechnischen Gründen unverantwortlich, meinen Rollstuhl wegzusperren.» Es habe dann rund 20 Minuten gedauert, bis ihr Partner zurück bei ihr gewesen sei – das Konzert hatte bereits begonnen.

«Ich bekam eine Panikreaktion und begann zu weinen.»

Lara (27)

Für Lara war das ein besonders beängstigender Moment. «Ich bekam eine Panikreaktion und begann zu weinen», schildert sie. Als es dunkel wurde und die Menschen um sie herum aufstanden, konnte sie weder aufstehen noch weggehen. Sie habe die ganze Zeit Angst gehabt, von der Tribüne zu fallen.

Dass andere Fans während des Konzerts standen und tanzten, wirft sie ihnen nicht vor. Weil sie selbst nicht stehen kann, habe sie aber mindestens die Hälfte des Konzerts kaum gesehen: «Zeitweise nicht einmal die Bildschirme.»

Das Paar zahlte insgesamt über 1000 Franken

Die Reise nach London hatte das Paar nur wegen des Konzerts geplant. Für Hotel, Flüge und Ticket fielen mehr als 1000 Franken respektive mehrere hundert Pfund an. Lara sagt: «Ich hatte mich über ein Jahr auf dieses Konzert gefreut.» Der Tag danach sei bedrückend gewesen.

Sie hat inzwischen bei Ticketanbieter AXS und der O2-Arena schriftlich Beschwerde eingereicht und den Fall auch dem britischen Equality Advisory and Support Service (EASS) gemeldet. Eine Antwort hat sie allerdings noch nicht erhalten.

Lara wünscht sich in erster Linie, dass andere Betroffene dies nicht erleben müssen. Buchungssysteme müssten klar ausweisen, ob ein Platz tatsächlich mit dem Rollstuhl erreichbar ist, findet sie. Zudem brauche es vor Ort Mitarbeitende, die bei Problemen eine sichere Alternative anbieten können. Für sich selbst hofft sie auf eine Rückerstattung. «Im besten Fall auf ein neues Ticket für ein künftiges Ariana-Grande-Konzert.»

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Hier findest du Hilfe:

Verzeichnis der Behindertenorganisationen des Bundes

Inclusion Handicap, Dachverband der Behindertenorganisationen Schweiz, Information und Rechtsberatung

EnableMe, Portal und Community von und für Menschen mit Behinderungen

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Ammar Jusufi

Ammar Jusufi (amj), Jahrgang 2001, arbeitet seit November 2024 für 20 Minuten. Nach seinem Praktikum im Ressort Ostschweiz ist er nun Redakteur im Ressort People.

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