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Saturday, August 29, 2026

Jetzt will Meta plötzlich Vorbild beim Jugendschutz sein

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  • Meta hat sich in den USA auf einen milliardenschweren Vergleich geeinigt und schränkt Instagram und Facebook für Minderjährige ein.
  • Einen Tag nach dem Deal fordert Meta Tiktok und Youtube auf, ähnliche Jugendschutzmassnahmen einzuführen.
  • Kritiker wie Sacha Haworth vom Tech Oversight Project sehen darin vor allem eine PR-Kampagne.

Jahrelang stand Meta wegen des Umgangs mit Kindern und Jugendlichen in der Kritik. Nun muss der Konzern Milliarden zahlen und seine Plattformen für Minderjährige einschränken. Nur einen Tag später präsentiert sich Meta als Vorreiter beim Jugendschutz – und fordert Tiktok und Youtube zum Mitmachen auf.

Erst am Mittwoch einigte sich Meta in den USA auf einen milliardenschweren Vergleich. Zahlreiche US-Bundesstaaten hatten dem Konzern vorgeworfen, Kinder mit Instagram und Facebook an seine Plattformen zu binden und ihre Gesundheit zu gefährden.

Am Donnerstag folgt dann die überraschende Wende: Meta schaltete Anzeigen in grossen US-Zeitungen und forderte Tiktok und Youtube auf, den Jugendschutz ebenfalls zu verschärfen. Der Konzern will nach eigenen Angaben einen «neuen Branchenstandard» für den Schutz Minderjähriger setzen, wie die «New York Times» berichtet.

Zwei Stunden – dann ist Schluss

Die neuen Regeln schränken die Nutzung deutlich ein: Minderjährige sollen Instagram und Facebook höchstens zwei Stunden täglich nutzen können. Zwischen Mitternacht und 6 Uhr werden die Plattformen gesperrt. Während der Schulzeit und nachts sollen zudem Benachrichtigungen pausieren. Diese Regeln gelten vorerst aber nur für die USA.

Die Einschränkungen führt Meta nicht freiwillig ein, sie sind Teil des Vergleichs. Gleichzeitig könnten sie Auswirkungen auf den Wettbewerb haben: Können Jugendliche Instagram und Facebook nur noch begrenzt nutzen, könnten sie verstärkt auf andere Plattformen wie Tiktok oder Youtube ausweichen.

Meta will nicht alleine eingeschränkt werden

In einem offenen Brief fordert Meta seine Konkurrenten deshalb auf, ähnliche Schutzmassnahmen einzuführen. Diese seien nur wirklich wirksam, wenn die grossen Plattformen gemeinsam handelten, argumentiert der Konzern.

Wo sollte für dich bei Social Media der Schutz von Minderjährigen ansetzen?

Dabei spielen auch wirtschaftliche Interessen eine Rolle. Laut der «New York Times» sind zwölf Milliarden Dollar der vereinbarten Zahlung fix. Weitere rund fünf Milliarden Dollar sind an zusätzliche Bedingungen geknüpft. Dazu gehört, dass andere grosse Social-Media-Unternehmen ebenfalls Milliarden zahlen. Stimmen Tiktok und Youtube zudem einem täglichen Limit von einer Stunde für Minderjährige zu, würde Meta seine Limite ebenfalls von zwei auf eine Stunde reduzieren.

Kritiker bezweifeln Vorstoss

Damit befindet sich Meta in einer ungewöhnlichen Situation: Der Konzern verpflichtet sich im Rahmen eines Vergleichs zu strengeren Regeln und fordert nun die Konkurrenz auf, vergleichbare Massnahmen einzuführen. So soll auch verhindert werden, dass Jugendliche aufgrund der Einschränkungen verstärkt zu anderen Plattformen wechseln.

Kritiker bezweifeln allerdings, dass hinter dem Vorstoss allein der Jugendschutz steht. Sacha Haworth von der Organisation Tech Oversight Project bezeichnete Metas Vorgehen gegenüber der «New York Times» als weitere PR-Kampagne. Der Konzern versuche damit, sich als «einer der Guten» zu positionieren.

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Jasmin Steiger

Jasmin Steiger (jst) arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie arbeitet am Newsdesk und schreibt über verschiedenste Themen.

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