Zerstörerischer Hagel-Horror: Zehntausende Opfer – Gewitter richtet Millionenschäden an
Zerstörerischer Hagel-Horror
Zehntausende Opfer – Gewitter richtet Millionenschäden an
Das schwerste Gewitter des Jahres richtet in weiten Teilen der Schweiz grosse Schäden an. Heftiger Hagel zerstört Tausende Autos und zertrümmert Fensterscheiben. Versicherungen werden überrannt von Geschädigten. Handwerker sind auf Tage hinaus ausgebucht. Eine Bilanz.
Publiziert: 28.08.2026 um 18:03 Uhr
Aktualisiert: 28.08.2026 um 19:13 Uhr
Darum gehts
KI-generiert, redaktionell geprüft
- Schwere Gewitter mit Hagel verursachen in der Schweiz Millionenschäden
- Über 10'000 gemeldete Schadenfälle allein bei Allianz Suisse
- Böenspitzen von 140 km/h, Handwerker wochenlang ausgebucht
Was war das für eine zerstörerische Gewitterfront! Innert Minuten richten schwere Stürme in Kombination mit heftigem Hagel in weiten Teilen der Schweiz verheerende Schäden an. Autos wurden demoliert, Fensterläden zerstört und Fassaden ruiniert. Die Schäden gehen in die Millionen. Zurück bleiben frustrierte Eigentümerinnen und Eigentümer, die sich geknickt ein Bild der Schäden machen. Und Versicherungen, bei denen sich Tausende Betroffene melden.
Allein die Allianz Suisse rechnet ersten Hochrechnungen zufolge mit über 10'000 Schadenfällen. «Die Unwetter waren kurz und heftig. Unsere Schadenmitarbeitenden sind derzeit vor Ort, um sich ein Bild über das Ausmass der Schäden zu machen», sagt Rico Frei, Leiter Schaden Motor der Allianz Suisse. In Bachenbülach ZH, Winterthur ZH und Aarau richtet der Versicherer im September Drive-Ins ein.
0:57
Unwetter verwüstet die Schweiz:Die eindrücklichsten Videos der Wetterwalze
«Mit Abstand schwerstes Gewitter des Jahres»
Der Mobiliar wurden schon bis am Mittag weit über 1000 Fahrzeugschäden und Hunderte überschwemmte Keller gemeldet. «Diese Zahlen dürften noch deutlich steigen», heisst es in einer Mitteilung. «Das war das mit Abstand schwerste Gewitter des Jahres.» Zerstörte Front-, Heck- und sogar Seitenscheiben an Fahrzeugen zeugten von der «massiven Naturgewalt». Die Mobiliar wird Hagel-Drive-Ins organisieren.
«Die räumliche Ausbreitung und die Heftigkeit sind aussergewöhnlich», sagt Matthias Röthlisberger, Co-Leiter Geoanalyse und Naturgefahren bei der Mobiliar und Co-Leiter des Mobiliar Lab für Naturrisiken an der Uni Bern. «Aufgrund des Klimawandels ist in Zukunft mit mehr solchen Extremereignissen zu rechnen.»
Hochbetrieb herrscht auch bei der Axa. «Das Unwetter hat viele Teile des Mittellandes und damit dicht besiedeltes Gebiet getroffen», sagt eine Axa-Sprecherin zu Blick. Deshalb ist die Zahl der Geschädigten so hoch. «Für eine abschliessende Einschätzung zum Schadenbild und Schadenausmass ist es derzeit aber noch zu früh.» Die Axa hat potenziell von Hagelschäden Betroffene proaktiv per SMS oder E-Mail kontaktiert.
Schäden «schnellstmöglich» melden
Kundinnen und Kunden, deren Fahrzeuge sicherheitsrelevante Schäden – also an der Frontscheibe oder den Scheinwerfern – erlitten haben, rät die Axa, den Schaden «schnellstmöglich» zu melden. Die Versicherung vermittelt sie dann an Partnergaragen, damit diese die Autos wieder fahrtauglich machen können. «Weitere Schäden können zu einem späteren Zeitpunkt begutachtet und anschliessend behoben werden», sagt sie. Auch die Axa richtet spezielle Hagel-Drive-Ins ein.
Eine Anfrage bei der Zurich Versicherung ist noch offen.
Schäden an Gebäuden müssen in den meisten Kantonen bei der Gebäudeversicherung gemeldet werden. Auch dort ist viel los. Das Schadenmelde-Tool der Gebäudeversicherung des Kantons Zürich ist überlastet, wie es auf der Homepage heisst. Betroffene sollen den Gebäudeschaden mit Fotos dokumentieren und Notmassnahmen ergreifen, um den Schaden möglichst klein zu halten. Etwa Wasser abpumpen oder Löcher im Dach abdecken.
Im Kanton Schaffhausen sind unzählige Dächer in Mitleidenschaft gezogen worden – und gleichzeitig Keller und Tiefgaragen vollgelaufen. «Das heutige Ereignis war massiv, weil es Böenspitzen von bis zu 140 km/h gab und gleichzeitig stark geregnet hat», sagt Andreas Rickenbach, Direktor der Schaffhauser Gebäudeversicherung zu Blick. «Das zeigt, wie fragil die ganze Umweltsituation momentan eben ist.» Betroffene sollen Schäden sofort online melden, rät er.
Handwerker komplett ausgebucht
Auch Mieterinnen und Mieter mit Schäden brauchen Geduld. Handwerker, die etwa Glasschäden beheben oder Storen flicken können, sind auf Tage hinaus ausgebucht. In der Zentrale von Schreiner 48 aus Pfungen ZH ist man kurz angebunden: «Wir sind völlig im Seich, wie Sie sich vorstellen können», sagt eine Mitarbeiterin zu Blick. Alle Handwerker seien beschäftigt, darum könne man niemanden verbinden. «Danke fürs Verständnis.» Dann legt sie auf.
Auch bei der Bollinger AG in Schaffhausen ist am Freitag die Hölle los. Beim Notfall-Dachservice klingelt das Telefon ununterbrochen. «Wir haben heute 60 bis 70 neue Aufträge erhalten», erklärt ein Mitarbeiter in der Zentrale. Bis alle Schäden repariert sind, dürften also noch Wochen vergehen.
Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.