Zecken schon auf der Alp: Blutsauger breiten sich in der Höhe aus

- Zecken werden in Graubünden inzwischen auch auf über 2300 Metern über Meer gefunden.
- Das zeigen erste Ergebnisse einer SLF-Untersuchung, für die über 900 Personen Funde gemeldet hatten.
- Als Ursache gilt die Klimaerwärmung – sie verlängert zudem die Zeckensaison über den Oktober hinaus.
Wanderschuhe montiert, hoch in die Berge – und die Zeckengefahr hinter sich lassen? Darauf sollte man sich nicht mehr verlassen. Zecken werden in Graubünden selbst auf über 2000 Metern Höhe gefunden. Das zeigen erste Ergebnisse einer Untersuchung des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF), wie das SRF berichtet.
Demnach meldeten einzelne Personen Funde auf über 2300 Metern über Meer. Das bedeutet aber nicht, dass Zecken überall im Hochgebirge lauern. Bis rund 1400 Meter kommen sie laut SRF praktisch flächendeckend vor. Oberhalb nehmen die Beobachtungen deutlich ab. Vereinzelt schaffen es Tiere aber noch viel weiter hinauf.
Lange Hosen, geschlossene Schuhe und Zeckenspray können das Risiko eines Zeckenstichs verringern. Zusätzlich können die Socken über die Hosenbeine gezogen werden. Wer länger in der Natur unterwegs ist, sollte sich bereits zwischendurch nach Zecken absuchen.
Nach dem Aufenthalt draussen empfiehlt sich eine gründliche Kontrolle des ganzen Körpers – besonders an Kniekehlen, Achseln und Haaransatz. Gegen FSME gibt es eine Impfung.
Zecken auch auf Alpen über 2000 Metern
Auch aus der Landwirtschaft gibt es entsprechende Meldungen. «Auf jeder zweiten bis dritten Alp über 2000 Metern sind Zecken an Nutztieren gefunden worden», sagt SLF-Biologin Anne Kempel gegenüber SRF.
Was tun nach einem Zeckenstich?
Eine Zecke sollte laut dem Informationsportal zecken-stich.ch möglichst schnell entfernt werden. Dafür eignen sich etwa eine feine Pinzette, eine Zeckenkarte oder eine Zeckenzange. Die Zecke möglichst nah an der Haut greifen und langsam mit kontinuierlichem Zug herausziehen. Von Hausmitteln wie Öl oder Alkohol wird abgeraten.
Danach empfiehlt das Portal, das Datum des Stichs zu notieren und die Hautstelle in den folgenden Wochen zu beobachten. Eine Rötung direkt nach dem Stich ist zunächst normal und sollte nach einigen Tagen abklingen. Bleibt sie bestehen, breitet sie sich aus oder treten andere Beschwerden auf, sollte dies ärztlich abgeklärt werden.
Für die Untersuchung gingen mehr als 900 Rückmeldungen aus Graubünden ein, bei denen jemand Zecken entdeckt hatte oder selbst gestochen worden war. Die Rückmeldungen aus verschiedenen Regionen und Höhenlagen erlauben Rückschlüsse auf die Verbreitung.
Besonders interessant ist die Zone zwischen 1400 und 1500 Metern. Dort gaben laut SRF mehrere Personen an, dass Zecken früher kein Thema gewesen waren.
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Klimawandel verlängert die Zeckensaison
Eine mögliche Erklärung: das wärmere Klima. Steigen die Temperaturen, finden Zecken auch weiter oben geeignete Bedingungen. Kempel sagt gegenüber SRF: «Das zeigt ganz klar, dass auch Zecken auf die Klimaerwärmung reagieren und ihr Verbreitungsgebiet in die Höhe ausweiten.»
Auch die Zeckensaison verändert sich. Werner Tischhauser von der Liga für Zeckenkranke Schweiz sagte im April gegenüber 20 Minuten: «Der typische Jahresverlauf der Zeckensaison mit Beginn im März und dem Ende im Oktober existiert bereits seit mehreren Jahren nicht mehr.» Je nach Wetter und Region könnten die Tiere bereits im Januar aktiv werden und bis Ende November bleiben.
Machen dir Zecken in höheren Lagen Sorgen?
Bedeuten mehr Zecken auch mehr Krankheiten? Das ist noch unklar. Zecken können unter anderem Borreliose und FSME übertragen. Ob Tiere in höheren Lagen ebenfalls entsprechende Krankheitserreger tragen und dort das Infektionsrisiko steigt, müssen weitere Untersuchungen zeigen.
Ab 2027 wollen Forschende laut SRF deshalb Zecken entlang verschiedener Höhenlagen sammeln und analysieren. Dabei soll geklärt werden, ob sie dort dieselben Krankheitserreger übertragen wie im Tal.
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