Köln/Rhein-Ruhr oder München: Wer geht ins Olympia-Rennen?
Köln/Rhein-Ruhr oder München? Darüber entscheiden am Samstag die Mitglieder des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Baden-Baden. Insgesamt 144 Personen bestimmen, welche Bewerbung Deutschland ins Rennen um die Olympischen Spiele 2036, 2040 und 2044 schickt.
München geht mit einem knappen Vorsprung aus der Evaluierung am Dienstag: 87,03 Punkte gab die DOSB-Kommission dem Konzept, Köln/Rhein-Ruhr kam auf 85,02. Berlin lag mit 74,64 Punkten deutlich zurück und zog sich einen Tag später vor dem Hintergrund der veränderten politischen Situation nach der Abgeordnetenhauswahl aus dem Rennen zurück.
So läuft die Wahl am Samstag ab
Nun haben 42 Sportverbände (je drei Stimmen), zehn Mitglieder des DOSB-Präsidiums und acht persönliche Mitglieder - darunter Profifußballer Leon Goretzka - die Wahl zwischen Köln/Rhein-Ruhr und München. Um nationaler Bewerber zu werden, ist eine absolute Mehrheit notwendig. Hier gibt es einen Überblick über die beiden Bewerbungen.
Kaum eine Region vereint so viel Spitzensport auf sich wie Köln Rhein-Ruhr. Dazu lockt der mögliche Olympia-Standort mit hohem Potenzial beim Ticketverkauf.
23.09.2026 | 2:23 minKöln/Rhein-Ruhr: "Unsere Städte. Unsere Spiele."
Konzept: 15 Kommunen treten als Kollektiv an, mit Köln als Zentrum. Die Trumpfkarte ist die geplante Anzahl von 17,6 Millionen Tickets - ein neuer Rekord. Dafür werden ausschließlich bestehende oder temporäre Bauten wie der Borussia-Park genutzt.
Erfahrung: Köln/Rhein-Ruhr bringt vor allem Erfahrung mit regional verteilten Großveranstaltungen mit. Höhepunkt waren die Rhine-Ruhr 2025 FISU World University Games mit 18 Sportarten an mehreren Standorten. Köln selbst ist zudem regelmäßig Austragungsort internationaler Sportevents.
Nachhaltigkeit: Ein temporäres Leichtathletikstadion für 50.000 Zuschauer wird nach den Wettkämpfen zu einem Park mit Wohn- und Geschäftsflächen zurückgebaut. Auch das Olympische Dorf in Chorweiler bietet künftig Wohnraum für bis zu 10.000 Menschen und eine "Breitensport-Milliarde" soll Sportstätten, Bäder und Vereine stärken.
Finanzierung: Köln/Rhein-Ruhr setzt auf eine Trennung von Veranstaltungs- und Infrastrukturkosten. Die Durchführung soll sich über IOC-Beiträge, Sponsoring, Tickets und Vermarktung selbst tragen. Öffentliche Mittel sind vor allem für Infrastruktur, Sicherheit und weitere staatliche Aufgaben vorgesehen.
Akzeptanz: In den beteiligten Kommunen ergab ein Referendum 66 Prozent Zustimmung. Auch der NRW-Landtag unterstützt die Pläne.
Bei der nationalen Bewerbung um die Olympischen Sommerspiele setzt München unter anderem auf den Charme der Spiele von 1972, auf sein beeindruckendes Olympiagelände und auf kurze Wege.
23.09.2026 | 2:16 minMünchen: "Für Spiele mit Herz und Seele"
Konzept: Das Herzstück bildet der Olympiapark, wo die Hälfte der Sportarten stattfinden soll. Das Konzept setzt auf maximale Kompaktheit: 90 Prozent der Sportstätten liegen in einem Radius von unter 30 Kilometern um das geplante Olympische Dorf im Münchner Norden, wo bis zu 16.000 Athleten und Betreuer wohnen sollen.
Erfahrung: München verfügt über jahrzehntelange Erfahrung mit Sportgroßveranstaltungen - von den Olympischen Spielen 1972 über Fußball-WM und -EM bis zu den European Championships 2022.
Nachhaltigkeit: Der Olympiapark soll für neue Sportangebote erweitert werden. Nach den Spielen wird das Olympische Dorf zu einem Mehrgenerationenquartier für mehr als 10.000 Menschen. Darüber hinaus sind Radschnellverbindungen, der S-Bahn-Ringschluss im Norden sowie eine Verlängerung der U4 vorgesehen.
Die DOSB-Empfehlung steht: München ist Favorit für Olympia. Was das Münchner Konzept einzigartig macht, erzählt Botschafterin Alexandra Burghardt im ZDF-Interview.
23.09.2026 | 3:56 minFinanzierung: München plant die Bewerbung mit Unterstützung von Bund und Freistaat sowie privaten Partnern. Die eigentlichen Spiele sollen sich weitgehend über IOC-Mittel, Sponsoring und Ticketerlöse finanzieren. Öffentliche Mittel sind vor allem für Infrastruktur und langfristige Stadtentwicklung vorgesehen.
Akzeptanz: Beim Bürgerentscheid stimmten 66 Prozent für die Bewerbung. Gegenwind kommt vom Bündnis "NOlympia" (u. a. Linke und ÖDP) sowie vom Bund Naturschutz. Kritisiert werden mögliche Kosten, steigende Mieten und Zweifel an der geplanten Nutzung bestehender Sportstätten.
Wie geht es nach der Entscheidung weiter?
Nach dem Votum am Wochenende muss Deutschland international für seine Bewerbung werben und dem IOC konkrete Pläne sowie finanzielle Garantien vorlegen. Die erste Vorauswahl für Olympia 2036 soll im März 2027 abgeschlossen sein. Bis Ende 2028 folgen strategische Verhandlungen, ehe zur entscheidenden IOC-Session Mitte 2029 nur noch die aussichtsreichsten Bewerber im Rennen sind.
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Über dieses Thema berichtete das ZDF-Mittagsmagazin am 22., 23. und 24.09.2026 jeweils um 13:45 Uhr.
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