Neue Wohnung in Manhattan: Baerbock: "New York tut mir saugut"

Neue Wohnung in ManhattanBaerbock: "New York tut mir saugut"
24.09.2026, 03:23 Uhr

Ihren Präsidentenjob bei den Vereinten Nationen hat Annalena Baerbock hinter sich gelassen. Offenbar leidet sie nicht unter einem Leere-Syndrom. Die freie Zeit widmet sie ihren Töchtern und plant auch schon erste Vorlesungen an der Columbia Universität.
Es gibt ein Leben nach den Vereinten Nationen: Annalena Baerbock genießt ihr neues Leben in New York. "Gerade tut mir eine Großstadt wie New York mit ihrer Anonymität saugut, wo man einfach eine von Millionen ist und nicht ständig medial beobachtet und bewertet wird", erzählte die Grünen-Politikerin im Interview mit dem "Rolling Stone".
Vor zwei Wochen endete ihre Amtszeit bei den Vereinten Nationen. Jetzt freue sie sich vor allem darauf, wieder mehr Zeit für ihre beiden Töchter zu haben, betonte die frühere Außenministerin. Für die sei es "natürlich nicht nur schön gewesen, dass jeder ihre Mutter kannte und vor allem auch jeder eine Meinung zu ihr hatte". Mit den beiden Töchtern habe sie gerade eine neue Wohnung in Manhattan bezogen. "Ich habe in meiner vorherigen Lebensphase meinen Beruf an erste Stelle gesetzt. Jetzt setze ich meine Kinder wieder an die erste Stelle", verriet Baerbock dem Magazin weiter. "Die beiden hätten sicherlich eine ruhigere Kindheit gehabt, wenn ihre Mutter nicht Spitzenpolitikerin gewesen wäre." Darüber beklage sie sich nicht, es sei eine freie und bewusste Entscheidung gewesen.
In wenigen Wochen tritt Baerbock ihre Professur an der Columbia University an. Auch dafür hat sie schon Ideen. Sie werde mit ihren Studenten "das teilen, was ich bei den VN in diesen stürmischen geopolitischen Zeiten erlebt habe", sagte die gerade ausgeschiedene Präsidentin der UN-Generalversammlung dem "Rolling Stone" weiter.
"Deutsche Hausmannskost fehlt mir"
Das vergangene Jahr bei den UN habe ihr noch einmal mehr gezeigt, dass andere Regionen der Welt "so viel resilienter und damit auch risiko- und innovationsfreudiger sind" als wir in Europa. "Ob das die Versorgung per Drohne in ländlichen Gebieten ist oder auch bei der Gleichstellung von Frauen. Über den Ansatz der feministischen Außenpolitik haben sich ja einige in Deutschland gerne lustig gemacht, hier erlebe ich die Umsetzung par excellence. In Ruanda gibt es eine Frauenquote von mehr als 50 Prozent für das Parlament. Das ist keine woke Idee, das ist eine Lehre des Völkermords. Frauenrechte sind für viele Länder mittlerweile ein sicherheitspolitisches Thema."
Dass sie irgendwann nach Deutschland zurückkehren werde, glaubt Baerbock schon. "Ich liebe mein Heimatland, und vor allem bleibe ich im Herzen Dorfkind." Sie vermisse "deutsche Hausmannskost" in New York, vor allem "Iglo-Rahmspinat für Kartoffeln und Spiegelei".
Die internationale Metropole verstellt ihr derweil auch nicht den Blick aufs kleine ferne Sachsen-Anhalt: "Dass in Teilen unseres Landes Rechtsextremisten der AfD stärkste Kraft sind, kann niemanden, der seine Heimat, unsere Freiheit und Demokratie liebt, ruhig schlafen lassen", sagte Baerbock, "egal wie weit man weg ist".
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