Studi-Mieten in Großstädten: Jedes zweite WG-Zimmer in Berlin kostet mehr als 650 Euro

Deutschlandweit bleiben die Zimmer-Mieten zuletzt stabil, in den Millionenstädten aber ziehen sie an. Die Hauptstadt ist dabei nicht am teuersten.
Foto: Sebastian Gollnow/dpa
dpa | In Berlin wurde zuletzt jedes zweite WG-Zimmer für mehr als 650 Euro angeboten. Das geht aus einer Auswertung des Moses Mendelssohn Instituts hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Berlin lag damit gleichauf mit Hamburg, in Köln lag der sogenannte Median bei 640 Euro.
Deutlich teurer sind WG-Zimmer in München: Dort lag der Median bei 850 Euro. Der Median teilt alle gesammelten Werte in zwei gleich große Gruppen auf. Die eine Hälfte der angebotenen Zimmer kostete mehr, die andere Hälfte weniger als dieser Wert.
Preise steigen in Millionenstädten deutlich
Deutschlandweit veränderte sich der durchschnittliche Preis für angebotene Zimmer in Wohngemeinschaften mit zwei oder drei Personen kaum. Er lag dem Moses Mendelssohn Institut zufolge bei 510 Euro nach 512 Euro vor Beginn des Sommersemesters 2026 im Frühjahr. „Der weitgehend stabile Deutschlandwert verdeckt allerdings erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Hochschulstandorten“, teilte das Institut mit.
In den vier deutschen Millionenstädten Berlin, Hamburg, München und Köln stiegen die Mieten für Zimmer in kleineren Wohngemeinschaften nämlich deutlich. In den vier Städten kosteten solche Zimmer vor Beginn des anstehenden Wintersemesters durchschnittlich 692 Euro – und damit 23 Euro mehr als noch ein halbes Jahr zuvor.
„Für junge Menschen, die zum Studium in eine andere Stadt ziehen, macht es einen erheblichen Unterschied, wo sie studieren“, sagte Stefan Brauckmann, Geschäftsführender Direktor des Moses Mendelssohn Instituts, laut Mitteilung. „Ob ein WG-Zimmer 400, 500 oder 650 Euro kostet, kann erheblich darüber mitentscheiden, welcher Studienort überhaupt finanzierbar ist.“
Preise beinhalten oft sämtliche Versorgungskosten
Das Moses Mendelssohn Institut untersucht seit 2011 die Wohnungsmärkte für Studierende und Auszubildende. In die aktuelle Analyse wurden alle Hochschulstandorte mit mehr als 5.000 Studierenden einbezogen. Ausgewertet wurden öffentlich zugängliche Wohnungsangebote auf der Plattform wg-gesucht.de. Die Stichprobe umfasste fast 3.900 Inserate für Wohngemeinschaften mit zwei oder drei Personen.
Nicht berücksichtigt wurden WG-Neugründungen, Tauschangebote, befristete Angebote und Angebote für möblierte WG-Zimmer. Bei den Angebotspreisen handelt es sich in der Regel um Warmmieten, zum Teil sind auch weitere Versorgungskosten integriert.
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