Warum Meta eine Rekordstrafe zahlen soll
25 Milliarden Dollar Warum Meta eine Rekordstrafe zahlen soll
Stand: 22.10.2026 • 08:36 Uhr
Der Skandal um Cambridge Analytica erschütterte 2018 das Vertrauen in Facebook. Daten wurden abgegriffen, um Wählerprofile zu erstellen. Nun wurde der Mutterkonzern Meta zu einer Milliardenstrafe verurteilt - wegen irreführender Aussagen.
Bis zu 87 Millionen Facebook-Profile unrechtmäßig abgegriffen und genutzt, um Wählerprofile zu erstellen. Das war, in einem Satz, der Datenskandal um das Beratungsunternehmen Cambridge Analytica von 2018.
Unter den betroffenen Facebook-Nutzern waren damals auch Hunderttausende Bürger aus dem US-Bundesstaat New Mexico. Der hat vor fünf Jahren geklagt und inzwischen recht bekommen, verkündet stolz der Generalstaatsanwalt Raúl Torrez von der Demokratischen Partei. Facebook habe seine Nutzer in die Irre geführt, so Torrez bei einer Pressekonferenz.
Der Mutterkonzern Meta habe Verbraucher auf der ganzen Welt offen darüber belogen, wie wenig Kontrolle sie in Wahrheit über jene Informationen haben, die sie auf Social-Media-Plattformen teilen.
Generalstaatsanwalt Torrez kritisierte Meta scharf für den Umgang mit Nutzern.
Eine Berufung könnte noch teurer werden
Verurteilt wurde Meta also nicht für die abgeflossenen Daten seiner Nutzer, sondern für irreführenden Aussagen: Facebook habe Nutzern versprochen, sie kontrollierten ihre Daten, und das sei falsch gewesen, schreibt der Richter Francis Mathew, und verhängt nun eine Strafe von 25 Milliarden Dollar. Es ist die höchste, die Meta jemals auferlegt wurde.
Die Unternehmensanwälte von Meta hatten höchstens 3,4 Milliarden Dollar zahlen wollen, schließlich sei der Fall acht Jahre her und die Plattform inzwischen sicherer. Facebook will in Berufung gehen, doch die könnte noch teurer werden: Denn laut Urteil fallen auf die Strafsumme 15 Prozent Zinsen an, solange sie nicht bezahlt ist. Das macht eine lange Berufung riskant.
Und noch etwas regelt die Verfassung von New Mexico gleich mit: Bußgelder aus dem Verbraucherschutz müssen in die Bildung investiert werden. Staatliche Schulen in New Mexico dürfen also auf eine baldige Renovierung hoffen.
Niederlagen bei Investoren offenbar eingepreist
Kostspielige Niederlagen wie diese sind für Meta inzwischen ein echter Bilanzfaktor, sagte Meta-Finanzchefin Susan Li gegenüber Journalisten. Es gebe da noch einige rechtliche Angelegenheiten, die sich erheblich auf Metas Ergebnisse auswirken könnten - etwa beim Thema Jugendschutz. Hier laufen noch mehrere Verfahren in den USA gegen Meta, das neben Facebook auch die Plattformen Whatsapp und Instagram betreibt.
Für die Investoren des Konzerns sind solche Niederlagen offenbar eingepreist: Denn selbst wenn die Rekordstrafe aus New Mexico Bestand haben sollte, entspräche sie nur 1,4 Prozent des Börsenwerts von Meta. Und das Unternehmen verkündete am Tag des Urteils aus New Mexico mal wieder einen Rekordumsatz, trotz fast zehn Milliarden Dollar Rückstellungen für Rechtskosten.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.