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Friday, October 23, 2026

Rennen um Parmelins Sitz – Die Zürcher SVP muss passen

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Die SVP Zürich ist die grösste kantonale Sektion der Schweizer SVP. Sie kommt aus dem bevölkerungsstärksten Kanton und galt lange als Taktgeberin. Doch bei der kommenden Bundesratswahl spielen die Zürcher keine Rolle: Sie haben keine Kandidierenden für die Nachfolge von Guy Parmelin gefunden.

Er habe es versucht, jemanden zu finden, sagt der Präsident der SVP Zürich, Domenik Ledergerber: «Wir hatten eigentlich sehr gute Kandidatinnen und Kandidaten, aber leider haben uns alle abgesagt. Insbesondere Regierungsrätin Natalie Rickli und Thomas Matter, die sich eine Kandidatur sehr gründlich überlegt haben. Aber leider sind beide zum Schluss gekommen, nicht zu kandidieren.»

Kantonale Wahlen haben Vorrang

Für die Zürcher SVP kommt die Bundesratswahl zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Im Frühling stehen kantonale Wahlen an. Darauf wolle sich die SVP jetzt konzentrieren. Deshalb sei es zu verschmerzen, dass Zürich weiterhin ohne Bundesratssitz bleibe, sagt Ledergerber. «Für Zürich ist das kein Weltuntergang. Wir sind sehr stark vertreten im Parlament, und da ist der Einfluss teilweise fast noch grösser als im Bundesrat.»

Viel mehr als Kapitulation bleibe den Zürchern auch nicht übrig, sagt Markus Somm. Der Chefredaktor des Nebelspalters ist SVP-Kenner und Blocher-Biograf. Für ihn war von Anfang an klar, dass eine Zürcher Kandidatur wenig Aussicht auf Erfolg hätte: «Es ist ein lateinischer Sitz.» Deshalb sei er nicht überrascht über die Absagen.

Diese acht Kandidaten schickt die SVP ins Rennen

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  • Bild 1 von 8. Céline Amaudruz. Céline Amaudruz (47) ist SVP‑Nationalrätin aus Genf und Mitglied im nationalen Parteivorstand. Sie hat ihre Bereitschaft für eine Kandidatur offiziell bekanntgegeben: Amaudruz gilt als chancenreichste Kandidatin aus der Romandie. Bildquelle: KEYSTONE / Urs Flüeler.

    Céline Amaudruz spricht an einer SVP-Parteiversammlung.
  • Bild 2 von 8. Marco Chiesa. Der Tessiner Ständerat Marco Chiesa (52) will Nachfolger von Guy Parmelin im Bundesrat werden. Seine Kantonalpartei sieht Chiesa aufgrund seiner vielfältigen Erfahrungen im Rahmen der SVP-Präsidentschaft im Vorteil. Bildquelle: Keystone/Peter Schneider.

  • Bild 3 von 8. Rémy Wyssmann. Rémy Wyssmann (59), Solothurner Parteipräsident und Nationalrat, will Bundesrat werden. Die Kandidatur des Anwalts und Dozents gilt eher als überraschend. Bildquelle: KEYSTONE / Peter Schneider.

  • Bild 4 von 8. Michael Graber. Der Walliser Nationalrat Michael Graber (45) hat kurz vor Ablauf der Bewerbungsfrist seine Bundesratsambitionen verkündet. Seine Kandidatur gab er im «Tages-Anzeiger» und kurz darauf in einer Medienkonferenz bekannt. Bildquelle: Keystone/Peter Klaunzer.

  • Bild 5 von 8. Franz Ruppen. Nachdem er von Esther Friedli (SG) vorgeschlagen wurde, überlegte sich auch der Walliser SVP-Staatsrat Franz Ruppen (55) eine Kandidatur – und kam zum Schluss: «Ja, ich will.». Bildquelle: KEYSTONE / Cyril Zingaro.

  • Bild 6 von 8. Pierre Alain Schnegg. Auch der Berner Regierungspräsident Pierre Alain Schnegg bewirbt sich um einen Sitz im Bundesrat. Schnegg wird im Dezember 64 Jahre alt. Er stammt aus dem Berner Jura, ist frankophon, spricht aber gut Deutsch. Bildquelle: Keystone/Anthony Anex.

  • Bild 7 von 8. Thomas Aeschi. Die SVP Zug hat Thomas Aeschi (47) für den freiwerdenden Sitz im Bundesrat nominiert. Der Fraktionschef der SVP im Bundeshaus will nun in sich gehen. Er gehört seit Jahren zu den aussichtsreichsten Kandidaten, auch wenn seine Chancen durch die Wahl des ebenfalls aus Zug stammenden Martin Pfister (Mitte) gesunken sein dürften. Bildquelle: Keystone/Peter Schneider.

  • Bild 8 von 8. Jean-Pierre Gallati. Regierungsrat Jean-Pierre Gallati (60) wurde von der SVP Aargau einstimmig für die Bundesratswahl vom 9. Dezember 2026 nominiert. Er will denn auch antreten, wie er gegenüber der «Aargauer Zeitung» in einem Interview erklärte. Bildquelle: Keystone/Andreas Becker.

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Dennoch sei es ein bisschen peinlich, dass der grösste kantonale Verband der SVP immer wieder solche Mühe bekunde, in den eigenen Reihen Personal für den Bundesrat zu finden, sagt Somm.

Das liege daran, dass viele SVP-Schwergewichte aus Zürich kommen. «Die SVP Zürich ist natürlich immer noch die führende Partei in dem Sinne. Viele ihrer Leute profilieren sich auf eine Art, die andere Parteien gegen sich aufbringen. Das macht es schwierig, Kandidierende zu finden, die auch gewählt werden.»

Für Markus Somm ist klar: Der Kanton Zürich bleibe wichtig für die SVP. Aber Kandidierende für Exekutivämter lassen sich nicht aus dem Hut zaubern.

«Bundesrat fällt nicht vom Himmel»

Dass die Partei diesbezüglich ein Nachwuchsproblem habe, bestreitet der Zürcher SVP-Präsident Ledergerber. Vielmehr liege das Zürcher Zögern am Amt selbst. «Am Schluss fällt ein Bundesrat nicht vom Himmel», sagt Ledergerber. Eine Kandidatur sei ein Entscheid von grosser Tragweite für das private Umfeld und die Familie. «Da sagt man nicht einfach Ja.»

Als letzter Zürcher SVP-Politiker kandidierte der Rechtsprofessor und frühere Nationalrat Hans-Ueli Vogt 2022 für die Nachfolge von Ueli Maurer. Zusammen mit Albert Rösti stand er auf dem offiziellen SVP-Ticket. Gewählt wurde Rösti.

Der Druck der Partei sei damals nicht entscheidend gewesen, sagt Vogt, vielmehr seine Verfügbarkeit als alleinstehender Universitätsprofessor: «Ich bin persönlich unabhängig, hätte auch beruflich eine gute Lösung gefunden.» Er habe deshalb nicht erst mit verschiedenen Personen lange Gespräche führen müssen. «Deshalb konnte ich für mich selber dann rasch entscheiden, dass ich mich bewerben würde.»

Diesmal liess sich niemand aus der Zürcher SVP überzeugen. Das könne sich künftig aber wieder ändern, ist Domenik Ledergerber überzeugt. «Natalie Rickli ist erst 50 Jahre alt. Auch noch in zehn Jahren kann sie eine Kandidatin sein.»

Vielleicht schlägt bei der nächsten Bundesratsvakanz doch noch die Stunde der Zürcher SVP.

Diese Kandidaten haben abgesagt

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  • Bild 1 von 15. Thomas Matter. Der Zürcher SVP-Nationalrat Thomas Matter kandidiert nicht für die Nachfolge von Bundesrat Guy Parmelin. Bildquelle: KEYSTONE/Gian Ehrenzeller.

  • Bild 2 von 15. Mike Egger. Mike Egger, St. Galler SVP-Nationalrat, kandidiert nicht für den Bundesrat. Stattdessen könne er sich eine Kandidatur für die St. Galler Regierung bei den Wahlen 2028 vorstellen, wie er gegenüber dem Ostschweizer Fernsehsender TVO sagte. Bildquelle: KEYSTONE/Anthony Anex.

  • Bild 3 von 15. Franz Grüter. Franz Grüter, SVP-Nationalrat, Unternehmer und Mitglied im SVP‑Parteivorstand. Er habe zusammen mit seiner Familie entschieden, nicht für den Bundesrat zu kandidieren, begründete Grüter seine Absage. Bildquelle: Keystone/Georgios Kefalas.

  • Bild 4 von 15. Esther Friedli. Esther Friedli, St. Galler Ständerätin. Seit ihrer Wahl in den Ständerat wird sie regelmässig als Bundesratskandidatin gehandelt. Sie steht aber dieses Mal als Kandidatin nicht zur Verfügung, wie sie am 9. Oktober dem Portal Toggenburg 24 bekannt gab. Bildquelle: KEYSTONE/ Alessandro della Valle.

  • Bild 5 von 15. Magdalena Martullo-Blocher. Magdalena Martullo-Blocher, Nationalrätin Graubünden, wird selten als ernsthafte Nachfolgerin genannt. In einer Vereinigten Bundesversammlung müsste sie Stimmen weit über die SVP hinaus gewinnen. Viele Parlamentarier von Mitte, SP, Grünen und GLP würden ihre Wahl wohl ablehnen. In der «Arena» hat sie zudem gesagt, sie werde nicht kandidieren. Bildquelle: KEYSTONE / Andreas Becker.

  • Bild 6 von 15. Christian Imark. Der Solothurner SVP-Nationalrat Christian Imark will ebenfalls nicht Nachfolger von Guy Parmelin werden. Imark begründet den Verzicht mit seiner familiären Situation. Bildquelle: Keystone / Christian Beutler.

  • Bild 7 von 15. Nicolas Kolly. NIcolas Kolly, SVP-Nationalrat, kandidiert nicht für den Bundesrat. Er strebt stattdessen einen Sitz im Ständerat an. Bildquelle: KEYSTONE/Alessandro della Valle.

  • Bild 8 von 15. Marcel Dettling. Marcel Dettling, seit 2024 SVP‑Parteipräsident. Seine Stärken liegen vor allem innerhalb der SVP, seine Schwächen eher bei der Wählbarkeit im Parlament. Er sagte allerdings bereits zur «Aargauer Zeitung», dass er nicht für Parmelins Nachfolge kandidieren und sich stattdessen auf die Führung seiner Partei fokussieren will. Bildquelle: KEYSTONE / Urs Flüeler.

  • Bild 9 von 15. André Rüegsegger. Der Schwyzer SVP-Regierungsrat André Rüegsegger verzichtet auf eine Bundesratskandidatur. Auf Anregung seiner Kantonalpartei hatte sich der Politiker aus Brunnen SZ mit einer möglichen Kandidatur befasst. Bildquelle: Keystone / Urs Flüeler.

  • Bild 10 von 15. Pascal Schmid. Pascal Schmid, Thurgauer Nationalrat. Asylspezialist der SVP. Er wird in Teilen der Partei inzwischen als eine Art «Kronprinz» gehandelt und taucht in neueren Spekulationen zunehmend auf. Bildquelle: KEYSTONE / Alessandro della Valle.

  • Bild 11 von 15. Pierre-André Page. Auch Pierre-André Page, Freiburger SVP-Nationalrat und amtierender Nationalratspräsident, verzichtet auf eine Bundesratskandidatur. Bildquelle: KEYSTONE/Anthony Anex.

  • Bild 12 von 15. Sylvain Freymond. Sylvain Freymond, SVP-Nationalrat und Präsident der SVP Waadt, verzichtet auf eine Kandidatur. Er konzentriere sich lieber auf die kantonalen Wahlen, die 2027 stattfinden. Bildquelle: KEYSTONE/Cyril Zingaro.

  • Bild 13 von 15. Yvan Pahud. Yvan Pahud, Waadtländer Nationalrat, verzichtet auf eine Kandidatur. Obwohl er an dem Amt interessiert sei, sei dies «nicht der richtige Zeitpunkt», sagte der Gemeindepräsident von Sainte-Croix. Bildquelle: KEYSTONE/Peter Schneider.

  • Bild 14 von 15. Natalie Rickli. Natalie Rickli, Zürcher Regierungsrätin, ehemalige Nationalrätin. Sie galt seit Jahren als bundesratsfähig. Über Instagram teilte sie jedoch mit, auf eine Bundesratskandidatur zu verzichten, um ihre Arbeit im Regierungsrat fortzusetzen. Bildquelle: KEYSTONE / Ennio Leanza.

  • Bild 15 von 15. Gregor Rutz. Der Zürcher SVP-Nationalrat Gregor Rutz wird nicht kandidieren. Einen Wechsel in die Landesregierung hatte der Präsident des Schweizerischen Hauseigentümerverbands im Gespräch mit CH Media bereits frühzeitig ausgeschlossen. Bildquelle: KEYSTONE / Christian Beutler.

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